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Probelauf für den letzten großen Auftritt

Derny-Deutschland-Cup Probelauf für den letzten großen Auftritt

Den Derny-Deutschland-Cup hat die weltweit ältesten Freiluftrennbahn in Wülfel gut überstanden, jetzt kommt noch die Europameisterschaft in dieser Sportart. Zwei Jahre wird die Bahn noch gewartet, was dann kommt, ist ungewiss.

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„Wie in einer Ehe, es muss einfach passen“: Beim Derny müssen die Partner miteinander harmonieren. Foto: Petrow

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Hannover. Das knatternde Motorengeräusch übertönte alles. Da ging sogar das Knarren und Ächzen der altgedienten Holzlatten unter, als die Fahrer Runde um Runde auf der hannoverschen Radrennbahn in Wülfel drehten. Der Geruch von Benzin lag deutlich in der Luft. Moment mal, bei einem Radrennen? Richtig, auf dem schnellen Holzoval der weltweit ältesten Freiluftrennbahn in Wülfel kämpfte die Elite beim Derny-Deutschland-Cup.

Derny ist ein etwas anderer Radsport. Bei den Rennen verschwimmen die Grenzen zwischen Rad- und Motorsport. Angetreten wird in Zweierteams: Vorweg fährt der „Schrittmacher“ auf einem leichten Motorrad, dem Derny eben. In seinem Windschatten kann sein Partner auf dem Rennrad so eine höhere Geschwindigkeit erzielen. „Das macht auch schon den ganzen Reiz dieser Wettkämpfe aus. Dem Zuschauer werden spektakuläre und dynamische Rennen geboten“, sagt Peter Bäuerlein, der amtierende deutsche Meister als Schrittmacher. Mit 54 Jahren ist er wesentlich älter als sein Teampartner Stefan Schäfer. Auf dem Derny muss er aber auch keine sportlichen Höchstleistungen mehr erbringen. „Wichtiger ist die Erfahrung. Der Vordermann muss ein Rennen lesen können und genau wissen, was der hinter ihm kann - und wozu er noch imstande ist. Dazu ist eine gewisse Eingespieltheit zwischen den Partnern nötig. Wie in einer Ehe, es muss einfach passen“, sagt er.

Wenn alles passt, dann werden Geschwindigkeiten bis zu 85 Stundenkilometer erreicht. Früher galt die Radrennbahn Hannover gar als die schnellste der Welt. Heute ist zu erkennen, wie sehr der Zahn der Zeit an ihr genagt hat: Unebenheiten ziehen sich durch das weite Rund, die Witterung hat ihr Übriges getan und die Hölzer unterschiedlich verfärbt. In diesem Jahr wurde die Rennbahn 50 Jahre alt, die Lebenserwartung lag lediglich bei der Hälfte. Zu verdanken ist das lange Leben Jürgen Apel, dem Schatzmeister der Radrennbahn Hannover. Seit 16 Jahren hält sie der 78-Jährige nun schon in Schuss. „Ich suche nach neuen Schwachstellen, schraube die morschen Latten ab und setze neue wieder ein“, sagt er. „Manchmal bis zu zwölf Stunden am Tag.“ Ehrenamtlich wohlgemerkt, aus reiner Liebe zum Radsport.

Auch beim Deutschland-Cup war sein Einsatz wieder gefordert. Im letzten Rennen vor dem Finale löste sich eine Holzlatte und ragte aus der Bahn hervor. Apel war sofort mit Bohrmaschine und Hammer zur Stelle, innerhalb von fünf Minuten war der Schaden beseitigt. „Das passiert leider immer öfter. Die Latten werden schneller weich und lösen sich“, sagt er. Zwei Jahre will er sich noch um „sein Baby“ kümmern. Was dann kommt, ist ungewiss.

Vorher wird Hannover aber noch mal zum Schauplatz für ein lautes Rad-Spektakel: Denn wenn am 21. und 22. August die Luft um das Velodrom wieder mit Benzingeruch durchzogen ist und die Zuschauer ihre Stimmen erheben müssen, um sich über das Motorendröhnen hinweg unterhalten zu können, dann steigt hier die Derny-EM und beschert der Radrennbahn einen letzten großen Auftritt.

Ergebnisse vom Derny-Deutschland-Cup

1. Achim Burkart (Irschenberg)

2. Stefan Schäfer (Cottbus)

3. Jesper Morkov (Dänemark)

5. Hendrik Eggers (Langenhagen)

8. Marcin Latussek (RSG Hannover)

Von Joscha Saltenberger

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