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Der Traum vom Halbfinale lebt

Handball-EM Der Traum vom Halbfinale lebt

Das deutsche Handball-Märchen von Breslau geht weiter. Mit dem 30:29 (17:16) ist das eingetreten, was kaum einer für möglich gehalten hatte. Die EM-Grünschnäbel, die bis dato nur Insidern bekannt waren, mischen die europäische Spitze weiter auf, dürfen nun sogar vom Halbfinale träumen.

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Jubeltraube: Die deutschen Handballer feiern ihren Sieg gegen Russland. Sie dürfen weiter vom Halbfinale träumen. 

Quelle: dpa

Breslau. Kurt Krömer ist um den Schlaf gebracht. Stefan Kretzschmar, Handball-Punk a. D., hatte den Kult-Komiker in der Nacht vor dem Spiel zu einem Motivationsvideo aufgefordert. Die Berliner Schnauze („Ick komm gerade aus dem Schlaflabor“) forderte darin dann: „Gewinnt, sonst könnt ihr in Russland bleiben und Matrjoschkas schnitzen!“ Die russischen Wälder bleiben davon verschont. Das deutsche Handball-Märchen von Breslau geht weiter. Mit dem 30:29 (17:16) ist das eingetreten, was kaum einer für möglich gehalten hatte. Die EM-Grünschnäbel, die bis dato nur Insidern bekannt waren, mischen die europäische Spitze weiter auf, dürfen nun sogar vom Halbfinale träumen. Am Mittwoch kommt es zum Showdown gegen Vize-Europameister Dänemark (18.15 Uhr, ARD).

„Vor zwei Jahren waren wir weder für WM noch EM qualifiziert, jetzt sind wir unter den besten Sechs. Da darf man sich auch mal Zurücklehnen und ein Glas Rotwein genießen“, wollte DHB-Vize Bob Hanning bei den Unter-21-Jährigen auch mal ein Auge zudrücken. Doch es war nach dem „Supersieg gegen Ungarn“ (Bundestrainer Dagur Sigurdsson) kein Erfolg per Autopilot. Denn der russische Bär zeigte seine Krallen. Mit flinken Füßen überraschte die Sbornaja die im Rückwärtsgang zu langsame deutsche Defensive überfallartig, zeigte, dass sie ihre Video-Hausaufgaben gemacht hatte, und stellte die hochgelobte deutsche Abwehr vor allem mit ihrem Kreisläuferspiel immer wieder vor Probleme.

„Wir sind schwer ins Spiel gekommen, unsere Beinarbeit war auch nicht gut“, fand Keeper Carsten Lichtlein. Offensiv brauchte die DHB-Sieben nach ihrem Fehlstart (0:3/3.) auch eine gute Viertelstunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dank Steffen Fäth, auf der Spielmacher-Position eine der Entdeckungen des Turniers. Doch die Wundertüte Deutschland überraschte diesmal mit neuen „No Names“, dem Hannoveraner Erik Schmidt und dem Kieler Christian Dissinger. Schmidt, bis dato die Nummer drei am Kreis, setzte sich gegen den russischen 2,05-m-Mittelblock gekonnt in Szene. Dissinger fand aus dem Rückraum immer wieder Lücken (10 Würfe, 7 Tore). „Er war die letzten Tage unzufrieden, jetzt hat er gezeigt, dass er mal so aus dem Nichts einen rausballern kann“, freute sich Außen Rune Dahmke. Der dritte Joker stand ab der 23. Minute zwischen den Pfosten. „ Ich habe immer an meine Chance geglaubt, dass ich dem Team helfen kann, wenn es mich braucht“, wirkte Carsten Lichtlein (35) erlöst. Immer wenn es eng wurde, griff der Gummersbacher zu.

Die Breite in der Spitze – es ist Deutschlands Stärke. Die brachte sie beim 11:10 (21.) erstmals in Front und ließ sie sogar auf 24:19 (42.) absetzen. Die Vorentscheidung? Nein. Nach dem russischen Ausgleich (26:26/52.) begann das Zittern. Deutschland biss sich zurück – mit Weinhold zum 30:27 (58.). Doch es wurde noch ein Krimi, als Fabian Wiede 18 Sekunden vor Schluss den Ball verlor. Erst als Russlands Dmitri Zhitnikow drei Sekunden vor Schluss seinen Wurf übers Tor jagte, war es vollbracht. Doch teuer erkauft: Dissinger und Weinhold fallen mit muskulären Verletzungen aus. Aber es bleibt dabei: Deutschlands Handballer sind bei der EM noch lange nicht fertig. Und vielleicht lässt sich Kurt Krömer vor dem nächsten Spiel ja wieder etwas einfallen.

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