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Deutsche WM-Piloten enttäuschen bei MotoGP

Grand Prix von Australien Deutsche WM-Piloten enttäuschen bei MotoGP

Nach den zuletzt überaus enttäuschenden Vorstellungen wollten die deutschen Motorrad-WM-Piloten in Australien Wiedergutmachung betreiben. Das gelang aber nur bedingt. Noch immer bringen Fehler und Angst sie um die Früchte ihrer Arbeit.

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Der spanische Motorradfahrer Marc Marquez vom Repsol Honda Team führte das Rennen an. 

Quelle: dpa

Phillip Island. Sandro Cortese verschlief mal wieder die Startphase, Stefan Bradl verlor in einem entscheidenden Moment die Nerven. Die deutschen Motorrad-WM-Piloten haben erneut nicht das Maximum aus den sich bietenden Möglichkeiten gemacht und damit vordere Plätze bis hin zu den Top-drei verschenkt. Beim Grand Prix von Australien auf Phillip Island setzte sich damit der Trend einer ganzen Saison fort. Während Lokalmatador Jack Miller (Moto3), der Spanier Maverick Vinales (Moto2) und der neunmalige Champion Valentino Rossi am Küstenstreifen zu Tasmanien ihre Rennsiege überschwänglich feierten, haderten die Deutschen in erster Linie mit sich selbst.

Allen voran Sandro Cortese. Der Berkheimer hatte bis zum Sonntag einen ganz starken Eindruck in der Moto2 hinterlassen, der ihn sogar in eine Mitfavoritenrolle bugsierte. Und er glaubte an sich. Doch als es ernst wurde, war es mit Corteses Herrlichkeit zunächst vorbei. Wie so oft verlor er in den ersten drei Runden den entscheidenden Boden. „Mir ist zweimal der Gang rausgesprungen“, sagte Cortese und versuchte damit den Rückstand nach drei Runden zu erklären. Dann aber gab er zu: „Ich wollte näher dran sein, das hat wieder nicht geklappt.“ So saß er relativ zerknirscht in seiner Box. „Um ehrlich zu sein: Ich hatte mir mehr ausgerechnet. Ich war gut drauf, fühlte mich wohl“, meinte der Moto3-Champion von 2012, der sich mit einer starken kämpferischen Leistung von Platz 13 noch auf sechs vorschob.

Weitaus zufriedener war Marcel Schrötter. Der Pflugdorfer kam unmittelbar hinter Cortese ins Ziel und feierte sein bestes Moto2-Ergebnis. „Nach dem guten Start ist es mir endlich mal gelungen, sofort an der vorderen Gruppe dranzubleiben. Das war ein richtig schönes Rennen“, meinte der Bayer. Sein Kumpel Jonas Folger konnte seine Krise dagegen nicht beenden. Als 15. holte er aber noch einen WM-Punkt.

Davon hätte Stefan Bradl durchaus ganz viele haben können. Der Zahlinger war in der MotoGP bis zum Sonntag überhaupt nicht mit dem Küstenkurs klargekommen, klagte über Reifenprobleme und hatte kein Vertrauen in seine Honda. Von Startplatz elf hatte er auch nur geringe Aussichten, weit vor zu fahren. Doch die Konkurrenz vor ihm gab ihm durch Stürze und Ausfälle eine Steilvorlage, die Bradl zu nutzen schien. Immerhin hatte er plötzlich in einer Gruppe fahrend Platz vier, ja sogar einen Podestrang im Visier.

Beim Versuch, Aleix Espargaro zu überholen, übertrieb es der Zahlinger dann aber, war zu spät auf der Bremse, fuhr dem Spanier ins Heck und flog spektakulär ab. Auch Espargaro konnte das Rennen nicht fortsetzen. Dumm für Bradl: er schoss bereits zum zweiten Mal in dieser Saison Espargaro und damit den Piloten seines zukünftigen Arbeitgebers ab. „Das war mein Fehler. Ich bringe das wieder in Ordnung“, sagte der bayrische Schwabe, hoffte zuvor aber, die Nacht heil zu überstehen. Denn Espargaro kochte vor Wut zertrümmerte die Kanzel seiner Yamaha und randalierte später noch im Fahrerlager.

dpa

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