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Einfach umwerfend, diese Rugbyspieler!

Deutscher Sieg gegen Portugal Einfach umwerfend, diese Rugbyspieler!

8173 Fans in Hannover machen den 50:27-Erfolg der deutschen Rugby-Nationalmannschaft gegen Portugal zu einem Fest für den Sport der harten Jungs.

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Deutschlands Jeremy Te Huia spielt den Ball.

Quelle: Alexander Körner

Hannover . Schieben und drücken mussten sie schon vor dem Ankick reichlich, die Rugby-Teams von Deutschland und Portugal im Rudolf-Kalweit-Stadion. Im Spielertrakt war es richtig eng. „Zu schmal und zu niedrig war der, eben für Fußballer gemacht, der reinste Käfig“, kommentierte Pascal Fischer von Erstligist Hannover 78 gut gelaunt, zumal sich die Deutschen alsbald eindrucksvoll Luft verschafften in diesem wichtigen Abstiegsduell der EM-Division 1a. Sie gewannen vor offiziell 8173 Zuschauern mit 50:27 (24:8) und zogen in der Tabelle an den Portugiesen vorbei.

So befreit die deutsche Auswahl nach dem frühen 0:5-Rückstand zu Werke ging, so beklemmend blieb die Lage für die junge Gäste-Formation. Ihr Sturm war klar unterlegen. In den Standards hatten die Portugiesen größte Mühe und gingen meist rückwärts. Dabei hatte Deutschlands Nationalcoach Jakobus Potgieter noch gehofft, dass seine Mannschaft nicht wie in den bisherigen Partien zuvor „scrummed“ würde – also das Gedränge vom Gegner beherrscht wird. Das Gegenteil war der Fall und entscheidend dafür, dass es ein prima Tag für Deutschlands Rugbyteam wurde. 

Besonders im sogenannten Paket konnten die Iberer nicht liefern. Die Deutschen dagegen präsentierten sich dabei im Wortsinn umwerfend, sie wählten immer wieder dieses Mittel und schoben die Gegner sozusagen en bloc vor sich her. „Wir haben dominiert und dafür gesorgt, dass die Portugiesen in den Standards Angst haben mussten“, sagte Team-Manager Robert Mohr (früher Hannover 78) und fügte hinzu: „Ich glaube, sie waren darauf nicht gefasst, was sie hier erwartet. Wir konnten mit dem immensen Druck umgehen, das hat mich fasziniert.“

Die Rugby-Mannschaften Deutschland und Portugal sind im Rudolf-Kalweit-Stadion in Hannover gegeneinander angetreten.

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Fischer nannte den Auftritt seiner Sturmkollegen „einfach gigantisch“, er selbst bekam als einziger Hannoveraner in der Startformation nur wenig Bälle. Der Sturm trug die Hauptlast, in vorderster Front der überragende Jacobus Otto aus Reihe drei von Meister Heidelberger RK, der drei Versuche legte und in seinen Tacklings oft sogar den Ball eroberte. Michael Poppmeier, wie Otto mit südafrikanischen Wurzeln und gleichsam vom HRK, glänzte in Reihe zwei. 

Zur Halbzeit war das Duell vorentschieden, wenngleich die Portugiesen mit ihrer quirligen Hintermannschaft gefährlich blieben und den schönsten Durchbruch zum 13:36 erzielten. Das nahm sich zwar zunächst wie ein kleiner Schönheitsfehler aus, tat den Deutschen aber am Ende noch mindestens ebenso weh wie Fischer sein kurz vor Ende ausgekugelter Mittelfinger: Zwar war das Spiel längst gewonnen, doch Portugal schaffte mit der finalen Aktion in Überzahl – Otto verbüßte eine Zeitstrafe – den vierten Versuch und erzielte damit ebenfalls den Bonuspunkt. Nur aufgrund des direkten Vergleichs sind nun die Deutschen Vorletzte und die Portugiesen auf dem Abstiegsrang. Das sei ärgerlich, räumte Mohr ein: „Aber dieses Team ist stark. Das hat es auch denen gezeigt, die an der 15er-Mannschaft gezweifelt haben.“

Auf dem Rückweg in die Kabinen war es dann wieder arg eng. Die Spieler ließen sich feiern für ihren fulminanten Auftritt und gaben Autogramme – sogar Fischer mit lädierter Hand. „Das hatten wir lange nicht mehr, eine solche Euphorie, so ein gutes Niveau. Es hat einfach alles gestimmt“, sagte DRV-Geschäftsführer Volker Himmer. 

Für die deutschen Punkte sorgten: Jacobus Otto (15), Raynor Parkinson (15), Michael Poppmeier, Hendrik van der Merwe, Clemens von Grumbkow (alle 5) und ein Strafversuch (5).

Von Stefan Dinse

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Länderspiel in Hannover
Deutschlands Jacobus Otto (l.) und Portugals Vaz Maxime kämpfen um den Ball.

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat die Chancen auf den Klassenverbleib in der EM-Division 1A gewahrt. Im drittletzten Gruppenspiel gelang mit einem deutlichen 50:27 (24:8)-Erfolg gegen Portugal der erste Sieg.

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