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Häfner wirft Deutschland ins EM-Finale

Sieg gegen Norwegen Häfner wirft Deutschland ins EM-Finale

Die deutschen Handballer greifen bei der EM in Polen nach den Sternen. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson stürmte durch ein 34:33 nach Verlängerung in einem dramatischen Halbfinal-Krimi gegen Norwegen ins Endspiel am Sonntag. Dort trifft sie auf Spanien. Das Team gewann gegen Kroatien mit 33:29.

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Vom Nachrücker zum Vollstrecker: Der nachnominierte Kai Häfner (Mitte) von der TSV Hannover-Burgdorf. 

Quelle: dpa

Krakau. In der Tauron-Arena sind noch sechs Sekunden zu spielen, als sich Kai Häfner mit seinen 192 Zentimetern durch die menschliche Norwegen-Wand durchwühlt. Halb im Fallen, halb im Fliegen trifft der Hannoveraner zum 34:33. Es ist der Wurf ins Glück. Das Wikingerschiff ist versenkt. Deutschlands Handballer stehen nach dem Thriller von Krakau, der sogar in die Verlängerung ging, dem 34:33 (31:30, 27:27, 14:13), im Finale. Es ist das erste Endspiel seit dem WM-Gold 2007. „Und jetzt wollen wir Gold, egal wer kommt“, schrie Julius Kühn seine Freude heraus. Ab 17.30 Uhr (ARD) ist es am Sonntag nach zwölf Jahren wieder der Griff nach EM-Gold.

Zahlreiche Sport-Promis, von Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick („Zeigt den Norwegern, dass sie auf die Skier gehören“) bis Tennis-Legende Boris Becker („Ich weiß, ihr habt einige Verletzte, das ist jetzt scheiß egal“ ), hatten in einem neuen Motivationsvideo von Handball-Star Stefan Kretzschmar alles Gute gewünscht – es hatte geholfen.

Das war ein spannendes Spiel: Nur knapp gewann Deutschland mit 34:33 in der Verlängerung gegen den Halbfinale-Gegner Norwegen. Jetzt steht die deutsche Mannschaft im Finale der Handball-EM.

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In der nur gut ein Drittel gefüllten, 15.000 Zuschauer fassenden Tauron-Arena von Krakau, wo „zwei Märchen“ (Bundestrainer Dagur Sigurdsson) zusammen gekommen waren, erwischten die Deutschen nach einem ersten Abtasten die erste Erfolgswelle. Flotte Ballstafetten, eine 4:2-Überzahl – zwei Norweger saßen mit Zeitstrafen auf der Bank –, ein eiskalter Siebenmeter-König Tobias Reichmann (nur ein Fehlwurf in sieben Spielen von der Linie), sehenswerte Dahmke-Tore – und Sigurdssons Nicht-mehr-lange-No-Names waren auf 9:5 (16.) enteilt.

Der Trumpf: die bewegliche Abwehrwand. Diesmal in einer 5:1-Formation mit Hendrik Pekeler als vorgezogene Spitze und „Aggressive Leader“, Finn Lemke, der als Supervisor die Defensive überwachte, im Verbund mit den Nebenleuten die Räume schnell verdichtete. Als dann noch Oldie Carsten Lichtlein, der Siebenmeter-Killer der EM (beste Quote), einen Strafwurf parierte, Keeper Andreas Wolff dem Bald-Wetzlarer, Rechtsaußen Kristian Bjornsen, einen Tempogegenstoß abkaufte, schien alles für Schwarz-Rot-Gold zu laufen.

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Denkste! Denn die Deutschen fanden gegen die auf 3:2:1 umgestellte Norge-Defensive keine Lösungen mehr, ließen zudem beste Chancen liegen (Dahmke, Wiede), scheiterten immer wieder an Ole Erevik im Tor. Bis zur Pause parierte der Ex-Magdeburger fast die Hälfte aller deutschen Würfe (11 Paraden), war so Ausgangspunkt für eine norwegische Tempowelle. Im Ergebnis: Nach einer 3:9-Talfahrt in elf Minuten, lagen die Deutschen 12:13 (27.) zurück.

Es blieb ein zähes Ringen, ein Auf und Ab, bei dem die Deutschen 17:19 (39.) zurück lagen, dann wieder 20:19 (44.) führten. Wichtig: Der Gummersbacher Rückraum-Kanten Julius Kühn sorgte für einfache Tore, Reichmann brillierte weiter als „Mr. 100 Prozent“. Es wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem Kleinigkeiten entschieden. Ein zu schneller Kühn-Abschluss vorn, eine Schritt zu spät hinten. Als Pekeler frei vom Kreis das Tor verfehlte, Wiede an Wikinger-Krake Erevik scheiterte, Kühn verzog, neigte sich die Waage in Richtung Norden. Doch dann glich Dahmke 20 Sekunden vor Schluss aus. Verlängerung!

In der war es der Hannoveraner Kai Häfner, der die deutsche Wundertüte, füllte. Zwei Tore – 30:29. Es blieb ein Krimi. Die Schlussphase. Noch 105 Sekunden: Wiede zum 33:32. Reinkind – 33:33. Noch sechs Sekunden: Häfner tankt sich durch 34:33 – Deutschland steht im Finale. Das Wintermärchen geht weiter.

Von Jens Kürbis

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