Volltextsuche über das Angebot:

21°/ 14° Gewitter

Navigation:
„Die Zeit der Kleinbusse ist vorbei“

Waspo Hannover „Die Zeit der Kleinbusse ist vorbei“

Es ist nicht lange her, da reisten die Wasserballer von Waspo Hannover zu Spielen in Südosteuropa in Kleinbussen. Am Dienstag ist die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer wieder auf große Fahrt gegangen: mit Ziel Vouliagmeni, einem Vorort von Athen. Statt in Kleinbussen im Flieger.

Voriger Artikel
Ex-Dopingsünder gewinnt US-Open
Nächster Artikel
Ferrari-Chef Montezemolo erklärt Rücktritt

„Reif für den Titel“: Waspo 98 und seine Neuen Andreas Schlotterbeck, Mate Balatoni, Predrag Jokic und Marc Böer (v. r.).

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Der mobile Wandel lässt auch Rückschlüsse zu auf die veränderten Ambitionen des Bundesligisten. „Die Zeit der Kleinbusse ist vorbei“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Seidensticker. „Das sportliche Niveau, auf dem wir uns bewegen wollen, ist so nicht zu erreichen.“

Nach Athen ist die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer geflogen, um sich bis Sonntag auf die 1. Qualifikationsrunde in der Champions League, der europäischen „Königsklasse“, vorzubereiten. Seidensticker berichtet, der Abstecher ins noble Vouliagmeni gehe auf eine Einladung zurück. Da musste nicht lange überlegt werden: Auch das passt ins Konzept und zu den Zielen, die - wie im Vorjahr - erneut ganz schön abgehoben klingen. „Die Mannschaft ist so stark, dass sie reif ist für den deutschen Meistertitel“, sagt Seehafer. Und nicht nur das: Waspo 98 will sich den nationalen Supercup (am 11. Oktober gegen Spandau 04 Berlin) und den deutschen Pokal holen. Das Triple für Hannover - mehr geht nicht. „Wir können uns doch nicht hinstellen und sagen: ,Wir wollen Zweiter werden.’ Das passt nicht“, meint Seidensticker.

Im Vorfeld der neuen Spielzeit hat Waspo 98 richtig geklotzt und nicht nur den Mund vollgenommen. Mit dem Montenegriner Predrag Jokic (31) wurde einer der weltbesten Centerverteidiger verpflichtet. Auch der Ungar Mate Balatoni (30) bringt internationale Klasse mit, er soll über die rechte Seite für mehr Angriffsschwung sorgen. Schließlich Andreas Schlotterbeck (32), ein ausgebuffter Center, der bei Spandau 04 und in der deutschen Auswahl einiges bewegte. Das Trio ist so stark, dass es von Seehafer eine Stammplatzgarantie erhalten hat. Im 17er-Kader sei jede Position doppelt besetzt. Und auch das macht Seehafer Mut beim Blick nach vorne: „Wir waren noch nie so gut im Training wie jetzt. Und wir haben eine extrem schnelle Mannschaft.“

Was national dazu reichen könnte, um die schon länger herbeigesehnte Wachablösung an der Spitze zu bewerkstelligen, ist noch lange nicht genug, um international entscheidend voranzukommen. Der Etat von 250 000 Euro sei „in Deutschland nicht spitze und in Europa eine Lachnummer“, sagt Seidensticker. Immerhin soll es dieses Mal mit dem Einzug in die 3. Runde der Champions League klappen; das wäre schon mal ein Schritt mehr. Los geht es am 25. September in Herceg Novi (Montenegro), im stark besetzten Sechserfeld ist zum Weiterkommen zumindest der 5. Platz nötig. Und auf Jokic, den neuen Waspo-98-Star, wartet dann ein Heimspiel.

Zu seinen Heimspielen wird Waspo 98 künftig im Stadionbad antreten und nicht mehr im Sportleistungszentrum. „Eine durchaus angenehme Sache“, meint Seidensticker. „Wir müssen wegkommen vom Badeschlappenimage.“ Doch das ist nicht alles, was im Argen liegt im deutschen Wasserball. Erst voriges Wochenende hatte es in Kassel eine verheerende Bestandsaufnahme gegeben. Bei der Ligentagung warf Ewald Voigt-Rademacher nach 17 Jahren als Vorsitzender der Fachsparte Wasserball im Deutschen Schwimm-Verband überraschend die Brocken hin. International dreht sich aus deutscher Sicht die Abwärtsspirale ungebremst weiter, die Finanzlage ist katastrophal, die Vermarktung der Sportart Wasserball schwierig.

„Jetzt muss auch der Letzte begriffen haben, dass es fünf nach zwölf ist“, sagt Seidensticker, der bei der Tagung dabei war. Voigt-Rademacher sei immer wieder gegen Wände gerannt. „In so einer Situation darf man sich nicht noch gegenseitig die Beine weghauen.“ Vor diesem Hintergrund erneuerte Seidensticker seine Forderung an Landessportbund und Olympiastützpunkt, Waspo 98 als Spitzensportverein besser zu unterstützen, etwa bei der Vergabe von Trainingszeiten. „Das läuft bei Weitem nicht optimal.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Spandau siegt 10:9

Das war knapp: Waspo Hannover hat das Finale des DSV-Supercups gegen die Wasserfreunde Spandau nach einer hochklasigen und spannenden Begegnung mit 9:10 verloren. Der DSV-Supercup wurde erstmals seit 2003 wieder ausgespielt.

mehr
Mehr aus Sport
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wie hat mein Verein gespielt

Von Kreisliga bis Bundesliga: Hier finden Sie alle Fußball-Ergebnisse.

Testspiel: Deutschland gegen die Slowakei

Die DFB-Elf im Testspiel gegen die Slowakei in Augsburg.