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Diese Schwimmtalente aus Hannover wollen zu Olympia

2020 Diese Schwimmtalente aus Hannover wollen zu Olympia

Sechs Schwimmtalente aus Hannover stehen vor der internationalen Bewährungsprobe.

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Einfach eintauchen: Malin Grosse nimmt im Wasser Tempo auf.
 

Quelle: Villegas,

Hannover. Die Schwimmtalente aus Hannover haben viel vor. „Wir wollen um die Olympia-Startplätze 2020 mitkämpfen“, sagen Philipp Brandt, Tom Reuther und Angelina Köhler übereinstimmend. Und sie orientieren sich an den Weltbesten, wie Malin Grosse: „Mein Vorbild ist Katinka Hosszu.“ Die Ungarin Hosszu ist dreimalige Olympia-Siegerin und fünfmalige Weltmeisterin.

Grosse reist Ende Juli in das Heimatland ihres Vorbildes, um sich dort internationale Sporen zu verdienen. Die 14-Jährige von der SGS Hannover hat sich für das European Youth Olympics Festival (EYOF) in Györ (22. bis 30. Juli) qualifiziert – ebenso wie ihr Clubkollege Lukas Knölker und Sven Schwarz (Wasserfreunde 98 Hannover), die beiden Jungen sind 16 Jahre alt. Das hannoversche Trio stellt damit 20 Prozent der deutschen Schwimmer in Ungarn. Und Zeugnis von der fabelhaften Arbeit am hiesigen Stützpunkt legen Brandt (18), Köhler (16) und Reuther (17) ab – sie starten bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Indianapolis (23. bis 28. August). „Wasser ist unser Element“, sagt Köhler.

Diese Liebe allein reicht aber nicht zu schnellen Zeiten „Sie trainieren 26 bis 30 Stunden in der Woche“, sagt Landestrainer Carsten Gooßes, der die EYOF-Starter vorbereitet. Bei mindestens 30 weiteren Schulstunden bleibt kaum Freizeit: „Man ist abends froh, wenn man sich beim Youtube-Schauen entspannen kann“, sagt Schwarz.

„Dieser Fleiß und konzentriertes Arbeiten sind aber Grundvoraussetzungen“, sagte Gooßens Kollege Emil Guliyev, Coach der Junioren-WM-Starter. Guliyev erwähnt zudem, dass die aktuelle Bilanz einmalig am Stützpunkt ist. „Ein, zwei Schwimmer aus Hannover haben es in der Vergangenheit auch zu internationelen Meisterschaften geschafft“, sagt er. „Aber so viele Starter aus Hannover gab es noch nie.“ Guliyev hofft, dass die gute Arbeit am Stützpunkt auch deutschlandweit wahrgenommen wird. Denn die Zukunft Hannovers als Leistungszentrum ist ungewiss.

Dabei verblüfft auch die Unterschiedlichkeit der Talente. Grosses Lieblingslage ist das Brustschwimmen, dasselbe gilt auch für Brandt. Knölker hat sich aufs Rückenschwimmen spezialisiert, Reuther und Köhler sind auf den Freistil-Sprintdistanzen stark und Schwarz liebt die langen Kraulstrecken.

Gemeinsam ist allen die „Fokussierung auf Topereignisse“, wie Gooßes es nennt. „Ich wollte im Becken schon früh schneller sein als die anderen“, sagt Reuther stellvertretend für die anderen Talente. Die sechs Hannoveraner haben bei den Jahrgangsmeisterschaften im Duell mit der nationalen Konkurrenz bestanden – und das war kein Selbstläufer. Die drei Jüngeren mussten in ihrer Teildisziplin Brust, Rücken und Kraul-Langstrecke die schnellste Zeit nach Addition mehrerer Strecken bieten. Und die Älteren hatten Normen zu erfüllen, die sich an den WM-Endlaufzeiten orientieren.

Natürlich bieten internationale Starts einen großen Anreiz für Jugendliche. Beim EYOF herrscht olympische Atmosphäre mit Eröffnungsfeier und einem Athletendorf. „Es ist cool, das mitzuerleben“, sagt Grosse, die Jungen nicken. Die Jugend-WM-Starter erleben ihren ersten Transatlantikflug, wie Köhler, Brandt und Reuther erzählen. Viel von den USA werden sie kaum zu sehen bekommen. „Vielleicht haben wir während der Vorbereitung in Louisville etwas Freizeit, in Indianapolis haben die Wettkämpfe Vorrang“, sagt Köhler.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz verliert aber keiner von ihnen den Blick auf das Wesentliche: „Ein guter Schulabschluss ist wichtig“, sagen alle sechs. „Mit Schwimmen kann man nicht den Lebensunterhalt verdienen.“

Von Carsten Schmidt

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