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Dirk Nowitzki ist endlich am Ziel seiner Träume

NBA-Titel geholt Dirk Nowitzki ist endlich am Ziel seiner Träume

Vollendet: Nach 13 Jahren ist Dirk Nowitzki endlich am Ziel seiner Träume und gewinnt mit den Dallas Mavericks den Titel in der NBA. Niemandem huldigen Amerikaner lieber als Amerikanern; seit diesem Wochenende aber ist ein Europäer, ein Deutscher, der Superstar des US-Nationalsports.

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Endlich am Ziel: Dirk Nowitzki stemmt die NBA-Trophäe in die Höhe.

Quelle: dpa

Oftmals lohnt es sich auch in den lauten Stunden, auf die Nebengeräusche zu hören. Als die Siegerehrung begann und Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks die Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NBA bejubelte, da waren umgehend die Experten mit ihren Urteilen zur Stelle. Nowitzki sei einer der „größten Basketballer aller Zeiten“, sagte Earvin „Magic“ Johnson, selbst ein Idol dieser Sportart, und Larry Bird, der als bester weißer Basketballprofi aller Zeiten gilt, gab nochmals zu Protokoll, dass es eine Ehre für ihn sei, mit Nowitzki verglichen zu werden. Nun ist es immer leicht, Lobeshymnen auf einen zu singen, der eben den NBA-Titel gewonnen hat und zum MVP, zum wertvollsten Spieler der Finalserie, gekürt wurde, aber genau darin liegt das Bemerkenswerte. Niemandem huldigen Amerikaner lieber als Amerikanern; seit diesem Wochenende aber ist ein Europäer, ein Deutscher, der Superstar des US-Nationalsports. Vielleicht wird Dirk Nowitzki mit ein bisschen Abstand, wenn er die Schlagzeilen dieser Tage noch einmal in Ruhe nachliest, begreifen, dass er weit mehr gewonnen hat als nur einen Titel.

Als die Uhr abgelaufen war und der entscheidende 105:95-Sieg der Mavericks bei den Miami Heat im sechsten Finalspiel dieser Serie feststand, suchte Nowitzki die Einsamkeit. Während seine Mitspieler in der American Airlines Arena aus dem Parkett eine Partymeile machten, flüchtete der 32-Jährige in die Kabine. Er habe „ein bisschen geheult“, räumte Nowitzki später ein, aber was ihm in diesen Minuten der Einsamkeit durch den Kopf gegangen war, blieb sein Geheimnis. Vielleicht dachte er noch einmal an die Endspielserie im Jahr 2006, als er mit Dallas schon mit 2:0 Siegen gegen Miami geführt hatte und dann im dritten Spiel kurz vor Ende einen Freiwurf versemmelte; es war der Moment, der Nowitzkis Bild in den USA lange prägen sollte. Ein verwandelter Freiwurf hätte Dallas damals in die Verlängerung gebracht, so verlor das Team erst das Spiel und später die Serie mit 2:4. „Nowinski“ tauften ihn die Amerikaner daraufhin, der Titellose, dem in den entscheidenden Momenten die Nerven versagen. Einen talentierten Basketballer sahen die Amerikaner in ihm, zweifellos, wie seinerzeit auch in Detlef Schrempf, der 1996 mit den Seattle SuperSonics im Finale an den Chicago Bulls gescheitert war. Aber einen Siegertypen sahen sie nicht.

Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks sind NBA-Champion. Im sechsten Spiel der Finalserie gewannen Nowitzki und Co. die Auswärtspartie in Florida gegen die Miami Heat und holten damit den entscheidenen vierten Sieg.

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2007 wurde Nowitzki zum wertvollsten Spieler der Basketballsaison gekürt, keinem Europäer vor ihm ist diese Ehre zuteil geworden, aber ohne den Titel in der NBA blieb er für viele amerikanische Sportfans nur ein halber Star. Aus europäischer Sicht ist das nur schwer zu verstehen, aber in den USA zählt der nationale Titel mehr als eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft oder Olympischen Spielen. Nowitzki hätte es sich leicht machen können. Er hätte den Verein, für den er seit 1998 spielt, verlassen und sich einer Mannschaft mit anderen großen Stars anschließen können, um endlich den ersehnten NBA-Titel zu gewinnen. Mancher Nowitzki-Fan in der fernen deutschen Heimat hätte sich das wahrscheinlich auch gewünscht. Doch Nowitzkis Traum war es, diesen Titel eines Tages mit den Mavericks zu feiern, und als er seinen Vertrag in Dallas vor zwei Jahren verlängerte, da verzichtete er auf einen Haufen Geld, die Rede ist von 16 Millionen Dollar, damit Dallas noch ein paar neue Spieler holen konnte.

Nowitzki wählte den schweren Weg auf den Basketball-Olymp, und in den Finals gegen Miami widerlegte er jedes Vorurteil, das ihm die Amerikaner zuvor entgegengebracht hatten. Er biss sich trotz einer Sehnenverletzung im Mittelfinger der linken Hand durch und stand in der vierten Partie mit 39 Grad Fieber auf dem Platz; ein „Weichei“, als das er manchmal verspottet wurde, hätte das wohl kaum durchgestanden. Und wichtiger noch: Diesmal war Nowitzki in den entscheidenden Phasen zur Stelle und machte die entscheidenden Punkte; im letzten Spiel ließ er sich auch von einer schwachen 1. Halbzeit mit nur drei Zählern bei 13 Wurfversuchen nicht beunruhigen, sondern drehte in der 2. Hälfte auf und führte sein Team mit letztlich 21 Punkten zum 4:2-Erfolg. Dallas lag dem Deutschen schon seit Jahren zu Füßen, seit diesem Wochenende verneigt sich auch die übrige Basketballwelt.

In seiner deutschen Heimat galt der gebürtige Würzburger bereits seit Langem als herausragender Sportler und herausragende Persönlichkeit, doch mit diesem Titel ist er noch einmal herausgetreten aus der Reihe der Stars; Nowitzki steht künftig in einer Reihe mit Max Schmeling, dem ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister im Boxen, Boris Becker, dem ersten deutschen Wimbledonsieger, oder Michael Schumacher, dem ersten deutschen Formel-1-Weltmeister.

„Magic“ Johnson, die Ikone der Los Angeles Lakers, blieb mit seinem Bild im Basketball, wagte mit allem amerikanischen Pathos aber einen Vergleich, der größer kaum sein könnte. Im letzten Viertel des letzten Spiels, sagte Johnson, habe Nowitzki gespielt „wie Michael Jordan“, der vielleicht beste Basketballer aller Zeiten.

Nowitzki, der Freund ruhiger Momente, würde es wohl so ausdrücken: Er hat seinen Lebenstraum vollendet.

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US-Basketball-Finale
Foto: Dirk Nowitzki ist NBA-Champion

Als erster Deutscher holt Dirk Nowitzki mit seinem Team Dallas Mavericks den NBA-Titel und schreibt damit Sportgeschichte. Im sechsten Spiel setzte sich das Team aus der texanischen Metropole Dallas gegen die Miami Heat mit 105:95 durch. Nowitzki erzielte 21 Punkte.

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