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„Das Spiel des Jahrzehnts“

Abstiegskampf in der Bundesliga „Das Spiel des Jahrzehnts“

Nicht öffentliches Training, hieß es am Freitag in Bremen wie in Frankfurt. Reicht doch, dass Fußball-Deutschland Samstag ab 15.30 Uhr auf einen Abstiegsthriller blickt, der im Weserstadion aufgeführt wird. Wir sagen, worauf es heute ankommt.

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Wer begleitet Hannover 96 in die 2. Bundesliga? Werder Bremen um Kapitän Clemens Fritz (Foto) oder Eintracht Frankfurt?

Quelle: imago

Bremen/Frankfurt. . Die Fans: In Bremen vereint sich wieder einmal die ganze Stadt hinter dem Verein. „Werder braucht Bremen, Bremen braucht Werder“, steht auf Bannern und Plakaten, und unter Hashtags wie „#greenwhitewonderwall“ und „#morshoch“ wird aufgerufen, erneut eine energiegeladene Stimmung zu erzeugen. Auf dem Schwarzmarkt werden Tickets ab 300 Euro gehandelt. Das Weserstadion ist lange ausverkauft. Umliegende Kneipen sind vorab ausgebucht. Und Abertausende werden ausharren, um dem Mannschaftsbus bei der Schleichfahrt um die abschüssige Kopfsteinpflaster-Biegung am Stadion zuzujubeln. „Diese Unterstützung ist das Besondere in Bremen“, findet Werder-Kapitän Clemens Fritz. Selbst Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat am Freitag vor dem Rathaus eine grüne Werder-Fahne gehisst. „Alle Touristen sollen sehen, dass Bremen hinter Werder steht“, sagte er. Für Bremens Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke ist es sogar „das Spiel des Jahrzehnts“.

Auch in Frankfurt sind die Anhänger nicht untätig: 3524 Tickets umfasste das offizielle Gästekontingent, doch es wird damit gerechnet, dass sich weitaus mehr nach Bremen aufmachen. In den ICE-Zügen von Frankfurt nach Bremen sind seit Tagen für den Vormittag des Spiels keine Reservierungen mehr möglich. „Auf jetzt!“ heißt die Mobilisierungskampagne, und eine Fanorganisation hat sogar noch dazu aufgerufen, zahlreich in Frankfurt-Trikots zu diesem Hochrisikospiel zu fahren. „Die Atmosphäre ist ein Plus für Werder“, sagt Eintracht-Trainer Niko Kovac, „aber unsere Fans sind auch lautstark.“

Die Trainer: Viktor Skripnik und Kovac sind die Protagonisten am Rande, die immense Verantwortung tragen. Für Aufstellung, Einstellung - vor allem aber die richtige Haltung in dieser Ausnahmesituation. „Wir machen die Vorbereitung ganz normal, wie immer“, sagt Skripnik. Selbst wenn sich eine ganze Stadt hinter dem Verein vereint, bleibt er mit beiden Beinen auf dem Boden. Wenn es einen Trainer in der Bundesliga gibt, aus dessen Gesichtsausdruck am schwierigsten der Spielstand abzulesen ist, dann ist es der 46-Jährige. Er ist der Gegenentwurf aller Einpeitscher.

Niko Kovac ist da anders. Als der Chefcoach in Frankfurt am Wochenanfang vom Trainingsplatz kam, hat ihm ein Eintracht-Fan den Arm um die Schulter gelegt. „Ihr schafft das.“ Später diktierte Kovac dem Journalistenpulk seine kämpferischen Sätze: „Wenn wir nur einen Millimeter nachlassen, geht es schief. Meine Jungs wissen, dass sie Geschichte schreiben können.“

Diese unbeugsame Natur des Frankfurter Trainers kann der Bremer Kollege nicht für sich reklamieren. In diesem Sport sei nichts zu planen, nichts zu programmieren. „So ist Fußball“, sagt Skripnik häufig. Und vor dem Spiel gegen Frankfurt sagt er nur: „Wir spielen elf gegen elf, dann ist Anpfiff, dann müssen wir an uns glauben.“ Und: „Wir sind ruhig.“ Zumindest er.

Die Hoffnungsträger: Als Alexander Meier am Dienstag auf den Frankfurter Trainingsplatz im Stadtwald schritt, brandete Applaus auf - und hinterher machten Autogrammjäger jede übereilte Flucht unmöglich. Wenn etwas den 400 Kiebitzen noch mehr Mut als die drei Siege in Serie gab, dann die Tatsache, dass ihr Liebling endlich wieder auf dem Trainingsplatz stand. Alex Meier. Tormaschine, Identifikationsfigur und Sympathieträger in Personalunion. Aber zehn Wochen Pause sind nicht mit fünf Einheiten Teamtraining aufzufangen - fast unmöglich.

Doch die Auferstehung der Eintracht ist auf der Zielgeraden auch ohne den zehnfachen Torschützen und in Frankfurt Fußballgott genannten Meier gelungen. „Trotzdem sollte es meinen Jungs einen Push geben, dass der Kapitän wieder an Bord ist“, beteuerte Trainer Kovac, der weiß, wie wichtig Meier auch von der Bank sein kann.

Einen Tag später in Bremen ein ähnliches Szenario. Claudio Pizarro trainierte wieder mit der Mannschaft - und 150 Fans atmeten am Spielfeldrand auf. „Alles ist gut. Ich bin Samstag dabei“, sagte der Stürmer, der mit seinen 14 Toren die Hoffnungen auf den Bremer Klassenerhalt am Leben gehalten hat. Es war die Botschaft, auf die alle gewartet haben. Ein Siegtor in der Nachspielzeit, und sie bauen den berühmten Roland vor dem Bremer Rathaus ab und ersetzen ihn durch Pizarro.

Von Frank Hellmann

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