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Eishockey-Verband hofft auf den Seidenberg-Effekt

Stanley-Cup-Sieger Eishockey-Verband hofft auf den Seidenberg-Effekt

Kann die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) von Dennis Seidenbergs Stanley-Cup-Sieg und den anhaltenden Erfolgen des Nationalteams profitieren? Den meisten Clubs laufen trotz des Aufschwungs der Sportart die Zuschauer weg. Und der Clinch mit dem DEB geht weiter.

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Der Deutsche Eishockey Bund hofft auf einen Schub für die Sportart durch den deutschen NHL-Profi Dennis Seidenberg. Seidenberg (Nummer 44) hatte mit den Boston Bruins am Sonntag den Stanley Cup gewonnen.

Quelle: dpa

Hannover. Das deutsche Eishockey sehnt sich nach dem Stanley-Cup-Sieg von Dennis Seidenbergs Boston Bruins endlich auch nach Euphorie und Aufschwung in den heimischen Stadien. „Ich würde es mir von ganzem Herzen wünschen. Es ist wieder eine Chance, daraus etwas zu machen. Vielleicht wird die jetzt auch mal genutzt“, sagte Eishockey-Legende Erich Kühnhackl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa und appellierte an die Verantwortlichen, Seidenbergs Triumph als Antrieb für neue Begeisterung zu nutzen.

Viel Hoffnung gibt es nicht. „Dass man da unmittelbar Honig raussaugen kann, glaube ich nicht“, meinte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Uwe Harnos. Während das Nationalteam zuletzt zweimal in Folge WM-Euphorie im ganzen Land entfachte und immer mehr deutsche Profis in der weltbesten Liga NHL für Furore sorgen, ist die heimische DEL das Sorgenkind des deutschen Eishockeys. Im vergangenen Jahr konterkarierten die Pleiten der Kassel Huskies und der Frankfurt Lions den erhofften Boom nach dem sensationellen vierten Platz bei der Heim-WM.

Der Zuschauerschwund hielt zuletzt an. Mit den DEG Metro Stars geht ein DEL-Schwergewicht in seine möglicherweise vorerst letzte Saison. Die Fans des achtmaligen deutschen Meisters wurden im Mai von der Ankündigung des Handelskonzerns Metro geschockt, die wegen der rückläufigen Fan-Einnahmen immer üppiger gewordenen finanziellen Zuwendungen 2012 einzustellen. DEG-Geschäftsführer Lance Nethery muss in den kommenden Monaten einen ähnlich solventen Sponsor wie die Metro finden. Gibt es keinen unerwarteten Fan-Ansturm, droht gar das Aus. „Einen weiteren Zuschauerrückgang könnten wir nicht verkraften“, sagte der Manager angesichts eines Zuschauerschnitts, der von 7727 Fans 2006/2007 auf 5180 in der abgelaufenen Spielzeit purzelte.

Die DEL ohne DEG? Für Fans und Liga ein Horrorszenario. „Ich kann mir eine DEL ohne jeden Club vorstellen, aber schön wäre das nicht. Ich glaube aber nicht, dass sich das Thema stellen wird“, sagte Ligachef Gernot Tripcke. Ex-Bundestrainer Uwe Krupp, 1996 erster deutscher Stanley-Cup-Sieger, soll derweil als neuer starker Mann die Kölner Haie zurück zu altem Glanz führen.

Durch die stockenden Verhandlungen über einen neuen Kooperationsvertrag zwischen DEL und DEB stehen Tripcke und Harnos vor einem weiteren Dilemma. Deutschland droht das gerade erst zurückerlangte internationale Ansehen zu verspielen. „Unabhängig vom Stanley-Cup-Sieg ist es enorm wichtig, dass wir uns schnell einigen. Da ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren“, forderte Harnos.

Doch selbst die Sternstunde von Seidenberg - für das deutsche Eishockey eigentlich von unschätzbarem Wert - offenbarte die tiefen Differenzen zwischen Liga und Verband. Dass die Ende April ausgelaufene Vereinbarung immer noch nicht verlängert wurde, „liegt in erster Linie an Herrn Harnos“, schimpfte Tripcke.

„Ich hätte den Vertrag am liebsten vor einem Dreivierteljahr geschlossen. Aber wenn eine Seite unerfüllbare Forderungen stellt und davon nicht abrückt, wird es schwer“, legte Tripcke nach. Kommt es zu keiner Einigung, müssten die Clubs keine Nationalspieler mehr abstellen. Der sportliche Absturz des DEB-Teams wäre unausweichlich.

Der DEL-Boss macht in Zweckoptimismus und will von Problemen angesichts des NHL-Coups von Seidenberg nichts wissen. „Das wird auch der Liga gut tun. Das hilft genau wie die Erfolge der Nationalmannschaft. Wir hatten auch letztes Jahr Rückenwind. Die Probleme in Kassel, so nervig das für uns wahr, sind von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen worden“, urteilte Tripcke.

dpa

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