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Ferrari-Chef setzt Vettel unter Druck

Formel 1 Ferrari-Chef setzt Vettel unter Druck

Nach dem Chaos-Formel-1-Rennen von China wächst der Druck auf Sebastian Vettel. Die Ferrari-Bosse erwarten endlich Siege.

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Unzufrieden: Ferrari-Boss Sergio Marchionne (rechts) mit Teamchef Maurizio Arrivabene am vergangenen Wochenende in Shanghai.

Quelle: Imago

Shanghai. Ferrari-Präsident Sergio Marchionne sah ziemlich verärgert aus, als er am Sonntag sein Flugzeug zurück nach Europa bestieg. Schuld war ausgerechnet Sebastian Vettel. Der Heppenheimer hat seinen Auftrag bei Ferrari noch immer nicht ausgeführt: den Traditionsrennstall zurück an die Spitze der Formel 1 zu führen. Der Druck auf den Deutschen wächst. „Marchionne ist unzufrieden“, sagte Teamchef Maurizio Arrivabene nach dem Chaosrennen von China und wirkte dabei wie ein Fünftklässler, der beim Spicken erwischt wurde.

Marchionne, der mächtige Konzernchef, gilt nicht gerade als geduldiger Mann. Der „Scuderia“ ermöglicht er in diesem Jahr einen Etat von über 300 Millionen Euro, dafür erwartet der Manager nichts anderes als Erfolge. „Ferrari muss immer ganz vorn stehen. Alles andere ist nicht Ferrari“, hatte Marchionne vor dem Rennen in Shanghai gesagt. Doch dann sah er erst, wie seine zwei wichtigsten Autos nach dem Start kollidierten - und anschließend musste er auch noch die nächste Champagner-Dusche von Seriensieger Nico Rosberg ertragen. Der Mercedes-Pilot hat im Kampf um die WM nun schon 42 Punkte Vorsprung auf Vettel.

Vettel spürt die Last der riesigen Erwartungen, versucht aber, sie nicht an sich heranzulassen. „Bei Läufern spricht man ja von der zweiten Lunge. Ich glaube daran, dass wir uns erholen können und noch viel in uns steckt“, sagte der 28-Jährige, der nach seinem zweiten Platz weiter an seinen ersten WM-Titel mit der italienischen Edelmarke glaubt. „Wir kommen so langsam in Schwung.“

Vettels großes Idol Michael Schumacher brauchte einst fünf lange Jahre der Aufbauarbeit, bis ihm der erste von insgesamt fünf WM-Titeln mit Ferrari gelang. Nun muss alles viel schneller gehen. Deshalb geht man bei der Jagd auf Mercedes auch volles Risiko, die Motoren in den roten Rennern sind am absoluten Limit gebaut - das haben die Schäden bei Vettel in Bahrain und zuvor bei Kimi Räikkönen in Australien gezeigt. Die Schmach, neun Jahre keinen Weltmeister mehr gestellt zu haben, soll endlich beendet werden. „Unser Auto ist gut, das haben wir gezeigt“, sagte Arrivabene. „Aber wir sind noch nicht, wo wir sein möchten.“ Nämlich ganz oben auf dem Treppchen. „Wir müssen uns einfach durchbeißen, noch härter arbeiten“, sagte der 59-Jährige.

Vettel gab in China auch gleich wieder den Motivator. „Ich weiß, dass dieses Team sehr stark ist und sich verbessern kann“, sagte er und kündigte für das nächste Rennen in Russland einige Updates für sein Auto an. Damit hofft Vettel in Sotschi auf ein „geschmeidigeres Wochenende“ als in Shanghai. Der Druck, Marchionnes Auftrag zu erfüllen, steigt.

sid

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