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Maurer überrascht sich mit WM-Bronze

Freudentränen bei Freiwasserschwimmerin Maurer überrascht sich mit WM-Bronze

Die Freiwasserschwimmer bleiben die Erfolgsgaranten des Deutschen Schwimm-Verbandes - auch ohne Thomas Lurz. Angela Maurer schraubte die WM-Medaillenausbeute auf vier hoch. Die 40-Jährige war beim Blick auf die Anzeigetafel und Rang drei aber selbst überrascht.

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Berührende Szene: WM-Bronze-Gewinnerin Angela Maurer liegt aufgelöst in den Armen ihres Mannes.

Quelle: dpa

Kasan. In den Armen von Ehemann und Trainer Nikolai Evseev vergoss Angela Maurer nach WM-Bronze Freudentränen. Die 40-Jährige war völlig perplex, dass es nach der Schinderei von 25 Kilometern und über fünf Stunden im Wolga-Nebenfluss Kasanka zur zwölften Weltmeisterschaftsmedaille gereicht hatte. "Ich habe gedacht, ich kämpfe um Platz vier und nicht um Platz drei", schilderte die Grande Dame des Freiwasserschwimmens, "deswegen war ich selber überrascht, als ich meinen Namen auf der Anzeigetafel gesehen habe." Erst eine Runde Zeichensprache mit einem Offiziellen brachte dann auch der Weltmeisterin von 2006 und 2009 die glänzende Gewissheit.

Was für eine Woche für die 40-Jährige, die am Tag nach dem Geburtstag noch das Ticket für ihre dritten Olympischen Spiele verpasst hatte. Trotzdem stellte sich die Kämpfernatur am Samstag dem extremen Rennen, nach dem die Schwimmer völlig ausgelaugt an Land klettern.

Nach der EM-Aufgabe vor einem Jahr bewältigte die erst 19-jährige Finnia Wunram, Bronzemedaillengewinnerin über fünf Kilometer, beim Sieg der Brasilianerin Ana Marcela Cunha in 5:13:47,3 Stunden ihr zweites Rennen über die lange Distanz als starke Fünfte. Alexander Studzinski als Neunter und Andreas Waschburger als Elfter kamen im Männer-Rennen beim Erfolg von Simone Ruffini (Italien) nach 4:53:10,7 Stunden jenseits der Top 5 ins Ziel.

"Mich freut es riesig für Angie, dass sie eine Medaille gewinnen konnte nach dem für sie etwas enttäuschenden Zehn-Kilometer-Rennen", lobte Bundestrainer Stefan Lurz und war nach einer "tollen Woche" und dem Start in eine neue Freiwasser-Zeitrechnung nach dem Rücktritt von Rekordchamp Thomas Lurz zufrieden. "Vier Medaillen sind natürlich überragend. Wir hätten uns gewünscht, den einen oder anderen mehr zu den Olympischen Spielen zu bringen, aber ich bin positiver Dinge, dass wir das noch packen. Nach der Ära Thomas bin ich top zufrieden."

Isabelle Härle, die als Gratulantin hüpfend auf Maurer zukam, sicherte das bislang einzige deutsche Olympia-Ticket im Freiwasser. Ein deutscher Mann hat im Sommer kommenden Jahres in Portugal noch eine Chance auf die Spiele. "Die Freiwasserleute haben uns wie immer einen schönen Schub gegeben, damit wir jetzt im Becken weitermachen können", erklärte Chef-Bundestrainer Henning Lambertz.

Lambertz hofft weiter auf Maurer im Team, die älteste deutsche WM-Teilnehmerin in Russland mochte so kurz nach dem Rennen keine Zukunftsziele abstecken. "Schauen wir mal, jetzt genieße ich meinen Erfolg", sagte die Olympia-Fünfte von London und Vierte von Peking.

Auch Lurz würde die Polizistin gern weiter am Start sehen. "So lange sie mithalten und für Deutschland Medaillen holen kann, warum soll Angie nicht weiter über 25 Kilometer an den Start gehen. Sie ist und bleibt ein Vorbild", erklärte der Bundestrainer.

dpa

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