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Russische Leichtathleten für Olympia gesperrt

IAAF verlängert Sperre Russische Leichtathleten für Olympia gesperrt

Keine Gnade für die russischen Läufer, Springer und Werfer: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat am Freitag die seit November 2015 wirksame Sperre gegen die russischen Sportler wegen systematischen Dopings auf unbestimmte Zeit verlängert.

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Der russische Leichtathletik-Verband bleibt gesperrt. Der Weltverband IAAF bestätigte am Freitag in Wien, dass die Suspendierung der RUSAF wegen systematischen Dopings bis auf Weiteres Bestand hat.

Quelle: dpa

Berlin. Ein Ausschluss des russischen Verbandes von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro scheint damit nur noch eine Formalie zu sein. Die schwierige Entscheidung von sporthistorischer Dimension muss nun das Internationale Olympische Komitee (IOC) um seinen deutschen Präsidenten Thomas Bach fällen. Für Sonnabend kündigte das IOC denn auch umgehend eine Telefonkonferenz seines Exekutivkomitees an.

Allerdings öffnete der Leichtathletik-Verband auch eine Hintertür für nachweislich saubere Athleten: Der Olympia-Start einzelner russischer Sportler unter neutraler Flagge sei möglich, sagte der Norweger Rune Andersen, der Chef der IAAF-Taskforce zur Beobachtung der russischen Reformfortschritte. „Das russische Anti-Doping-System ist frühestens in 18 bis 24 Monaten wieder regelkonform“, teilte die IAAF am Abend mit.IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach nach der einstimmigen Entscheidung der 24 Council-Mitglieder von einer „machtvollen Botschaft“.

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Putin bestreitet staatliche Beteiligung

Das russische Sportministerium reagierte unmittelbar auf die Entscheidung. Diese habe zu „einer beispiellosen Situation“ geführt, hieß es. „Die Träume vieler unserer Sportler sind wegen des falschen Verhaltens einzelner Athleten, Trainer und Experten zerstört worden.“ Zwei Stunden vor der Entscheidung hatte sich sogar Russlands Präsident Wladimir Putin noch einmal zu Wort gemeldet und eine Beteiligung des russischen Staates an Dopingvergehen bestritten. „Von staatlicher Seite haben wir gegen Doping im Sport gekämpft und werden das auch in Zukunft tun“, sagte Putin in St. Petersburg. „Es kann nicht sein, dass das gesamte Team die Schuld für Einzelne tragen muss“, zitierte ihn die Agentur Interfax. „Wir werden darauf reagieren“, kündigte Sportminister Witali Mutko an.

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), kritisierte die mögliche Zulassung einzelner russischer Sportler. „Ich begrüße die konsequente Entscheidung über den russischen Ausschluss. Gleichzeitig stehe ich dem Beschluss, vermeintlich sauberen Athleten eine Startberechtigung zu geben, mit größter Skepsis gegenüber. Wenn ein Anti-Doping-Programm in der Vergangenheit nachweislich nicht funktioniert hat, kann Chancengleichheit nicht gegeben sein“, sagte Prokop am Freitag kurz nach der IAAF-Entscheidung von Wien.
Noch nie in der olympischen Geschichte ist eine größere Zahl von Sportlern eines Landes ausgeschlossen worden. Bei den London-Spielen waren von den insgesamt 440 russischen Sportlern ein Viertel Leichtathleten. Russland war 2012 mit 18 Medaillen nach den USA die zweitstärkste Leichtathletik-Nation.

factbox

Schreckensbild der Doping-Praktiken

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte am 9. November 2015 einen 323-seitigen Bericht vorgelegt, der ein Schreckensbild der Doping-Praktiken in der russischen Leichtathletik zeichnet. Am 13. November suspendierte die IAAF den nationalen Verband WFLA.

Die gestrige Entscheidung fiel auf der Grundlage und Empfehlung einer von der IAAF eingesetzten Taskforce, die die Reformfortschritte in Russland seit Januar überwacht hat.

Der völlige Ausschluss eines Verbandes ist laut Regel 45 im Ethik-Code des Weltverbandes bei gravierenden Verstößen gegen Anti-Doping-Regularien zulässig. Als andere Maßnahmen sehen die Regularien etwa Geldstrafen vor.

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