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„Ich schwimme in erster Linie für mich selbst“

Behindertensportler des Jahres 2016 „Ich schwimme in erster Linie für mich selbst“

Linus Natho vom Verein Wasserfreunde Northeim ist einer der herausragendsten Schwimmer Niedersachsens. Er ist einer von sechs Kandidaten zur Wahl des Behindertensportlers des Jahres 2016. Machen Sie mit!

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Linus Natho

Quelle: NDR

„Sport ist generell wichtig, um gesund und fit zu bleiben“, sagt Linus Natho. Und wären da nicht all die sportlichen Erfolge, die der Schwimmer vom Verein Wasserfreunde Northeim mit seinen erst 17 Jahren bereits feiern durfte, käme kaum jemand auf die Idee, dass dieser junge Mann ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent ist. So zurückhaltend und bescheiden wie Linus Natho im Gespräch und im Umgang mit anderen Menschen ist, so kraftvoll und entschieden gleitet er durch das Wasser. Über seine Erfolge spricht er nicht viel – aber wer fragt, bekommt auch eine Antwort. Und dann muss man sich im Geist sputen, um die vielen Informationen abzuspeichern. Denn Linus Natho ist im Wasser äußerst vielseitig und wurde im vergangenen Jahr dreifacher Deutscher Jugendmeister über 50 und 100 m Brust und 50 m Rücken sowie Vizemeister über 200 m Lagen. Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) gewann er zudem in der Jugendwertung den Titel über 50 m Brust. Zuletzt schwamm er bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Remscheid über 50 und 100 m Brust zum Titel und fuhr jeweils einen zweiten Platz über 50 m Delphin und 100 m Lagen ein.


Natho 3,26 MB

Alle Porträts der Kandidaten finden Sie zum Nachhören und als Video bei NDR1 Niedersachsen.

Mit Paddles zum perfekten Schwimmstil

Linus Natho schwimmt seit seinem sechsten Lebensjahr. „Meine Eltern haben mich zum Schwimmen geschickt, damit ich keine Schulterprobleme bekomme“, erinnert er sich. Linus Natho kam mit einer Spalthand links zur Welt und belastet deshalb überwiegend die rechte Körperhälfte. Greifen und Tragen geht mit rechts eben besser. Im Wasser hingegen werden beide Arme in gleicher Weise beansprucht. Mit Hilfe von sogenannten Paddles hat er gelernt, den Druck auf beide Seiten gleichmäßig zu verteilen, schon um die durch das Handicap einseitig reduzierte Wasserverdrängung zu kompensieren und am Ende nicht im Kreis zu schwimmen. Schnell zeigte sich, welches Talent in ihm steckt. „Ich bin immer mit Nichtbehinderten geschwommen und trainiere auch heute noch hauptsächlich mit Nichtbehinderten“, erzählt er. Als er aber neun Jahre alt war, startete er das erste Mal auch bei den Landesmeisterschaften für Menschen mit Behinderung. „Damals war ich der einzige in meinem Jahrgang und ganz erstaunt, wie anders die Wettkämpfe für Sportler mit Handicap ablaufen – das kannte ich so gar nicht.“ Weniger Druck habe in der Schwimmhalle geherrscht, eine fast familiäre Atmosphäre und ein viel offenerer Umgang der Athleten miteinander. Die Behinderungen vieler anderer Schwimmer haben den damals noch so jungen Linus ebenfalls zum Staunen gebracht. Rollstuhlfahrer, Jugendliche mit Amputationen – all das waren gänzlich neue Eindrücke.

Ziele fest im Blick

Inzwischen hat er sich bei beiderlei Wettbewerben etabliert. Drei Schwimmeinheiten und dreimal Krafttraining im Fitnessstudio stehen auf dem wöchentlichen Trainingsplan. Die Wochenenden sind gefüllt mit Wettkämpfen und Lehrgängen. Für seine zweite Leidenschaft, die Kampfsportart Nin Jutsu, hat er deshalb nur wenig Zeit. Für die nächsten Monate wird er zudem auch das Schwimmtraining reduzieren müssen. Das Abitur steht an. Dennoch wird Linus Natho seine Ziele für 2016 nicht aus den Augen verlieren: So stehen wieder die IDM in Berlin an, bei denen er in der Offenen Klasse ins Finale schwimmen will. Mittelfristig möchte er gern bei Weltmeisterschaften starten.

Wahl bestärkt Identifikation mit dem Sportgerät

Die Frage, was ihn auf dem Weg zu seinen Erfolgen am meisten motiviert, beantwortet Linus Natho erwartungsgemäß mit seiner für ihn so typischen Bescheidenheit. „Mich verbessern zu wollen und zu sehen, dass das Training etwas bringt.“ Stolz sei er nur ein wenig, aber auf jeden Fall sehr zufrieden, wenn er am Ende des Wettkampfes auf dem Podest steht. Kommt man aber auf sein bisher schönstes Erlebnis zu sprechen, dann strahlen die Augen des jungen Mannes. „Als ich das erste Mal bei den IDM gestartet bin, war das für mich sehr aufregend. Die riesige Halle, die vielen Sportler aus anderen Ländern – das war echt spannend.“

Spannend findet er inzwischen auch seine Nominierung zur Wahl „Behindertensportler des Jahres“, die ihm durch die Schwimmer Sabrina Elbe und Stephan Engelhardt bereits bekannt war. „Die beiden sind Vorbilder für mich, besonders Stephan, nachdem er die Wahl 2010 gewonnen hat.“ Die Kandidatur lässt ihn sich noch mehr mit seinem Sport identifizieren. „Mir wird dadurch noch bewusster, was ich kann, aber auch, dass ich in erster Linie für mich selbst schwimme.“

Heike Werner

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