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Wird Hannover eine neue Rugby-Stadt?

HAZ-Interview Wird Hannover eine neue Rugby-Stadt?

Hannover erwartet am heutigen Sonnabend seit langem mal wieder ein großes Rugby-Spiel. Im Stadion in Bischofshol werden bis zu 5000 Fans erwartet. Horst Josch freut sich über die neue Aufmerksamkeit in der Stadt. Im HAZ-Interview versucht er den Boom für den kontaktreichen Sport zu erklären.

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Die deutschen Nationalspieler Arthur Zeiler (mit Rugby-Ei) und Rob May sind auch beim EM-Spiel gegen Portugal am heutigen Sonnabend in Hannover dabei.

Quelle: imago

Hannover. Herr Josch, am Sonnabend ist endlich mal wieder ein wichtiges Rugby-Länderspiel in Hannover. Wie groß ist die Vorfreude auf das Duell mit Portugal?

Natürlich sehr groß, hoffentlich verläuft der Tag auch siegreich. Nach der 7er-Rugby-Europameisterschaft (2009, d. Red.) war nicht mehr viel los in der Stadt (vor vier Jahren gab es ein Länderspiel gegen die Niederlande, d. Red.). Das Europameisterschafts-Spiel im 15er-Rugby ist ein guter Anfang und zeigt, dass wir hier ein Team haben, das so etwas organisieren kann.

Hat die hochklassige Weltmeisterschaft im Vorjahr in England mit den tollen Bildern im Fernsehen in Deutschland für mehr Rugby-Begeisterung gesorgt?

Auf jeden Fall. Es werden an die 5000 Zuschauer ins Rudolf-Kalweit-Stadion kommen, erstmals sind alle Sitzplätze bei einem Match ausverkauft. Mich hat die Jugendpflege der Stadt angerufen und gefragt, ob sie mit Kindern zum Spiel kommen kann. Vor einem Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass so etwas passieren könnte. Wir machen sehr viel an Schulen mit Rugby als Möglichkeit zur Gewaltprävention. Deshalb freut es mich, dass auch 40 Lehrer aus verschiedenen hannoverschen Schulen live dabei sein werden.

Wie sieht das mit dem Boom in anderen Ländern aus?

In Russland beispielsweise haben sie erkannt, was Rugby für ein Potenzial hat. Spanien versucht, mit ganz viel Geld das Rugby-Nationalteam hoffähig zu machen. Und in Japan boomt Rugby ohne Ende, die spielen die Fußballer bei der Gunst der Fans längst an die Wand.

Das ist in Deutschland unvorstellbar.

Rugby hat eine ganz andere Klientel. Aber wissen Sie was? Ich habe mich riesig über den EM-Erfolg der deutschen Handballer gefreut. Sie haben darauf aufmerksam gemacht, dass es bei uns noch andere Sportarten gibt. Und mal nebenbei: Wir brauchen bei Rugby-Spielen keine Polizei.

Nach einer 92-jährigen Unterbrechung ist 7er-Rugby bei den Sommerspielen im August in Rio wieder eine olympische Disziplin. Was bedeutet das für das klassische 15er-Rugby?

Für das 15er-Rugby ist das fatal, und es ist gelinde gesagt ein Aberwitz, dass es in der Sportförderung vom DOSB nur noch Geld für das 7er-Rugby gibt.

Das 15er-Rugby-Spiel findet im altehrwürdigen Arminia-Stadion in Bischofshol statt. Nächste Woche werden sich die Fußballer bestimmt beschweren, dass ihnen die deutschen Rugby-Männer den Platz kaputt gemacht haben.

(lacht). Ich bin zuversichtlich, dass das nicht passieren wird. Die haben bei Arminia eine gute Drainage. Außerdem habe ich schon einen Blick auf die Wettervorhersage geworfen. Es sind mehrere Stunden Sonne drin. Es gibt höhere Mächte, die uns Rugby-Freunden wieder wohlgesonnen sind.

Hannover war mal eine Rugby-Hochburg. Jetzt muss man von Hannover neidisch nach Heidelberg schauen. Schmerzt Sie das?

Die unten im Süden haben ganz andere Bedingungen mit professionellen bis semiprofessionellen Teams. Und was haben die in Heidelberg sonst? Rugby und Rudern. Das ist in Hannover anders. In Heidelberg gibt es den ersten Rugby-Kunstrasenplatz. Hans-Peter Wild (Capri-Sonne-Unternehmer, d. Red.) und die von ihm gegründete Wild Rugby Academy unterstützen den Sport, da ist viel Geld im Spiel.

Und in Hannover?

Wir müssen professionellere Strukturen hinkriegen. Germania List und Hannover 78 sind stark, im Nachwuchsbereich wird gut gearbeitet. Es muss uns gelingen, die Leistungsspitze zu konzentrieren. Die Eröffnung des Leistungszentrums in Hannover für das 7er-Rugby durch den DRV in Kooperation mit dem NRV (deutscher und niedersächsischer Rugby-Verband, d. Red.) war ebenfalls ein wichtiger Schritt.

Wann gibt es mal wieder einen deutschen Rugby-Meister aus Hannover?

Das ist schwer zu sagen. Ich formuliere es mal so: fünf Jahre plus x.

Interview: Heiko Rehberg

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