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Spanier geben am Maschsee den Ton an

Maschseetriathlon Spanier geben am Maschsee den Ton an

Steffen Justus und die frischgebackene U23-Weltmeisterin Sophia Saller haben bei den deutschen Meisterschaften im Triathlon die Titel über die Sprint-Distanz gewonnen.

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Zahlreiche Schaulustige kamen zum Triathlon am Sonnabend.

Quelle: Petrow

Hannover. Der Blick galt nicht allein der Konkurrenz. Schon lange bevor sich am späten Sonnabendnachmittag die 
154 Männer und Frauen im Kampf um die deutsche Triathlonmeisterschaft und um Bundesligapunkte in den Maschsee stürzten, richteten sich die Augen der Aktiven und der Veranstalter immer wieder gen Himmel. Bleibt Hannover vom Gewitter verschont? Auf die bange Frage gab es schließlich Entwarnung: Kein Blitz und Donner, was den Start des Rennens verhindert hätte. Einzige Konsequenz: Der Start des Frauenrennens wurde vorgezogen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Am Wochenende fand der 8. Maschsee-Triathlon statt. Sportbegeisterte konnten dem Volkstriathlon, der Olympische Distanz & Staffeln sowie der 1. Triathlon Bundesliga zuschauen – und teils mitmachen. 

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Den sicheren Weg wählte am Sonnabend auch Steffen Justus. Der 32-Jährige holte sich nach einer verletzungsbedingt durchwachsenen Saison den Titel. Dazu reichte ihm der 5. Platz in der Tageswertung, in der die Spanier den Ton angaben. In der Sprint-Disziplin, die am Nordufer des Maschsee erst in einem packenden Zielsprint entschieden wurde, triumphierte David Castro vor Mario Mola, Rang 4 ging an Anton Ruanova Fernandez. Dazwischen reihte sich noch Richard Murray (Südafrika) als Dritter ein. Justus, der vorausgegangenes Wochenende in Edmonton beim WM-Finale Platz 24 belegt hatte, stand die Freude über den Titel ins Gesicht geschrieben. „Die letzte Zeit war hart“, sagte er auch mit Blick auf Edmonton, „aber das ging ja auch den anderen so.“

Mario Mola etwa: Justus‘ Teamgefährte vom TV Buschhütten war ebenfalls in Edmonton gestartet und als Vizeweltmeister zurückgekehrt. In Hannover lag der Spanier nach dem Schwimmen als 30. anscheinend bereits aussichtslos zurück, schaffte mit einem fantastischen Lauf aber noch den Sprung auf Platz 2 – nur um zwei Sekunden geschlagen vom U23-Weltmeister Castro. Lokalmatador Jonas Schomburg kam beim „nationalen Highlight zum Saisonabschluss“, wie Bundestrainer Ralf Ebli den Maschsee-Triathlon 2014 bezeichnete, nicht über einen enttäuschenden 23. Platz in der Tageswertung hinaus.

Bei den Frauen machte es eine Nachwuchsathletin besser als der Langenhagener: Sophie Saller schnappte sich als Tageszweite hinter der Neuseeländerin Andrea Hewitt den nationalen Titel. Die Erlangerin, die in Oxford Mathematik studiert, landete damit nach dem 
WM-Titel in der U23 von Edmonton und der Vize-Europameisterschaft in Kitzbühel den nächsten bemerkenswerten Erfolg. „Ein unfassbare Saison“, sagte die 20-Jährige, nachdem sie glücklich lächelnd die Ziellinie passiert hatte, als käme sie von einem Spaziergang. Rebecca Robisch, ihre härteste Widersacherin, hatte beim Laufen nach zwei Kilometern den Anschluss verloren, sie tröstete sich mit der Vizemeisterschaft und dem Mannschaftstitel für Buschhütten.

Bevor am Sonnabend die Erwachsenen und Profis an den Start gehen, haben am Freitag Kinder und Jugendliche am Maschsee Bekanntschaft mit dem Triathlon gemacht.

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Mit Anja Dittmer, vierfache Olympiateilnehmerin von 2000 bis 2012, startete eine frühere Weltklasseathletin im Potsdamer Bundesligateam. Die 38-Jährige, die die Trainerlaufbahn eingeschlagen hat, wurde in 1:05:32 Meisterschafts-17.

In den Rahmenwettbewerben des Maschsee-Triathlons mit insgesamt rund 1500 Startern waren Hannoveraner vorne dabei. In den Sprintdistanzen gab es durch Lena Brunkhorst und Timo Kuhlmann gleich zwei Erfolge; Brunkhorst, vor vier Jahren noch Siebte an gleicher Stelle im Bundesligarennen, meldete sich damit in einem Wettbewerb für Freizeitsportler zurück. Auf der olympischen Distanz rückte Frank Leßmeister als Zweiter ein weiteres Mal in den Blickpunkt.

Schomburg muss tapfer sein

Das Stadtwerke Team tritt zum Triathlon in schwarzen Anzügen an. Am Sonnabend passte das zur Stimmung von Jonas Schomburg. Nach dem Sprintrennen schaute der 20-Jährige mit ernster Miene drein, auch die aufmunternden Versuche der komplett versammelten Großfamilie konnten seinen Blick nicht aufhellen. Schomburg, der für Witten in der Bundesliga antritt, war auf dem  23. Platz gelandet, wenn auch nur mit 1:24 Minuten Rückstand auf Sieger David Castro. Doch in einem gut besetzten Sprintwettbewerb sind das Welten. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der junge Mann kurz nach dem Zieleinlauf. „Mehr war nicht drin. Ist halt so.“

Der Langenhagener war mit ehrgeizigen Zielen in sein Heimrennen gegangen, das er in den Vorjahren als Zwölfter (2013) und Neunter (2012) beendet hatte. Er liebäugelte mit einem Platz auf dem Podium und dem Sieg in der U23-Wertung. Davon war er weiter entfernt als je zuvor. „Schwimmen und Radfahren waren noch okay“, sagte Schomburg. „Und das Laufen am Anfang auch.“ Dann aber habe sich die Müdigkeit bemerkbar gemacht, Ergebnis einer kräftezehrenden Saison. Mit der Folge, dass er auf dem letzten Laufkilometer noch viele Konkurrenten passieren lassen musste.

Insofern war auch der Ärger zu verschmerzen, der sich später beim Blick auf die Ergebnisliste einstellte: Schomburgs Name taucht nur in der Bundesliga auf, nicht aber in der Meisterschaftswertung. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) begründe das mit einem Passus ihrer Sportordnung, sagte Arnd Schomburg, da sein Sohn für den internationalen Verband ITU gestartet sei. Es habe deshalb einen Disput mit der DTU gegeben. Offenbar ohne Ergebnis. „Wir haben keine Lust mehr zu streiten“, sagte Arnd Schomburg gestern. Die aktuellen Unstimmigkeiten dürften durch den bevorstehenden Verbandswechsel beeinflusst worden sein.

Jonas Schomburg wird, wie berichtet, ab Oktober für die Türkei starten, er verspricht sich so eine bessere Chance, bei den Olympischen Spiele 2016 dabei zu sein. Das wird in Triathlonkreisen kontrovers diskutiert. „In Jonas‘ Alter muss man sich der Konkurrenz im eigenen Land stellen. Daran wächst man“, sagte Langdistanz-Spezialist Jan Raphael. Bundestrainer Ralf Ebli bedauert die Entscheidung. „Leider hat Jonas keine andere Option gesehen“, sagte er. „Er geht jetzt den sicheren Weg.“ Die Tür bleibe aber offen. Und Steffen Justus, selbst Kandidat für Rio, meint: „So ist in Rio vielleicht noch ein weiterer Deutscher am Start. Wenn Jonas tapfer bleibt, schafft er das.“

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