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Medaillen gibt es nicht zum Nulltarif

Landessportbund Medaillen gibt es nicht zum Nulltarif

Der Landessportbund Niedersachsen unterstützt die Leistungssportreform, mit der deutsche Athleten bei internationalen Wettkämpfen erfolgreicher sein sollen. Der Vorsitzende mahnt dafür aber auch Geld für Personal und Bauten an.

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Vorzeigesportler: Turner Andreas Toba.

Quelle: sp / Sielski

Hannover. Reinhard Rawe spricht sich klar für die Reform im deutschen Leistungssport aus. „Wir brauchen mehr Zentralisierung und Effizienz, um bessere Ergebnisse zu erreichen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Niedersachsen (LSB) vor der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Sonnabend in Magdeburg. Dort wird über das Konzept entschieden, das - auf einen kurzen Nenner gebracht - künftig zu mehr Medaillen bei internationalen Wettkämpfen führen soll.

Kritikern des Reformpapiers, die von einem Diktat des für die Sportförderung in Deutschland zuständigen Bundesinnenministeriums oder des DOSB sprechen, hält Rawe entgegen: „An dem Konzept haben zwei Jahre lang rund 60 Personen aus der Politik, dem Sport und der Wissenschaft in diversen Projektgruppen mitgewirkt.“ Die Mitwirkenden hätten die jetzt präsentierten Ergebnisse auf insgesamt mehr als 80 Zusammenkünften erarbeitet.

Rawe verweist ferner darauf, dass die Sportarten nicht mehr ausschließlich aufgrund vergangener Erfolge finanziell unterstützt werden, sondern zukunftsgerichtet gefördert werden sollen. Konkret geht es um Talente, Trainer, Konzepte, Dokumentationen und auch die Vereinbarkeit von Sport und Ausbildung. Die Förderung soll zudem zielgerichteter ausgeschüttet werden. „Es wird künftig nicht mehr möglich sein, dass die Leichtathleten Geld für Werfermedaillen erhalten und davon Marathonläufer unterstützen“, sagte Rawe.

Zur Bündelung der Kräfte im Spitzensport gehören auch die Reduzierung der Olympiastützpunkte von 19 auf 13 sowie weniger Bundesstützpunkte (rund 160 statt wie bisher 204). Diese Änderung greift allerdings erst von 2018 an, sofern das Leistungssportkonzept auf der DOSB-Mitgliederversammlung verabschiedet wird. Für 2017 gelten noch die alten Strukturen.

Auswirkungen für Niedersachsen: Der Olympiastützpunkt (OSP) stand nie infrage, da auch künftig pro Bundesland mindestens eine dieser Betreuungseinheiten erhalten bleibt. Die Reform hat allerdings Auswirkungen auf die Besetzungen der OSP-Leitung, die Rawe derzeit kommissarisch wahrnimmt. Bis Mitte 2017 soll ein neuer Verantwortlicher gefunden werden, das Stellenprofil hängt wesentlich von der Verabschiedung des neuen Konzeptes ab. „Der DOSB muss signalisieren, ob er eher einen Manager oder einen Sportwissenschaftler in dieser Funktion sehen möchte“, sagte der LSB-Vorstandsvorsitzende.

Die Zahl der Bundesstützpunkte (BSP)in Niedersachsen könnte sogar wachsen. Im Gespräch ist als neue Schwerpunktsportart Rugby männlich. Die bisherigen Angebote im Boxen, Hockey, Judo, Leichtathletik, Rudern, Schießen, Tennis, Tischtennis, Trampolin, Turnen und Wasserball könnten erhalten bleiben, größere Fragezeichen stehen hinter Hockey und Wasserball. Trampolin könnte künftig unter dem Dach eines BSP Turnen organisiert werden. Rawe sagte, der LSB spreche zu diesem Thema mit den jeweiligen Spitzenverbänden.

In trockenen Tüchern ist die Finanzierung des Erweiterungsbaus für Judokas und Turner im Sportleistungszentrum (SLZ) in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Die Summe tragen etwa zu je einem Drittel das Land Niedersachsen, die Stadt Hannover und der LSB. Rawe betonte, das könne nur ein Anfang sein. „Einige Bauten am SLZ sind 40 Jahre alt.“ Die nötige Modernisierung könne der LSB allein nicht stemmen. „Wir brauchen mehr Sportförderung“, ergänzte der LSB-Vorstandsvorsitzende nicht nur mit Blick auf die Sportstättensanierung. Rawe resümierte: „Für mehr Medaillen braucht man mehr Personal im Leistungssport.“ Dazu zählen nicht nur Trainer, sondern auch Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Laufbahnberater.

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