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Harleys Stute verpasst knapp den Sieg

Landwirtschaftsrenntag Neue Bult Harleys Stute verpasst knapp den Sieg

Ein Langenhagener Galopptrainer holt den 3. Platz im Listenrennen. Rund 9800 Besucher verfolgten die spannenden Duelle. Abseits der Rennbahn gab der einstige Hindernisjockey der Spitzenklasse, Stefan Wegner, das Ende seiner Trainertätigkeit bekannt.

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Der Start vom Großen Preis der Metallbau Burckhardt GmbH.

Quelle: Florian Petrow

Langenhagen. Paul Martin Harley konnte es nicht fassen. Der Galopptrainer aus Langenhagen blickte nach dem 7. Rennen auf die Großleinwand, die auf der Neuen Bult in Langenhagen auf Zielhöhe im Innenraum aufgebaut ist. Der Ire verfolgte die Wiederholung des Endspurts in dem mit 25.000 Euro dotierten Großen Preis der Metallbau Burckhardt GmbH, in dem die von ihm vorbereitete Stute Emily of Tinsdal eine Hauptrolle spielte.

Doch je fester Harley die Arme in die Hüften stemmte, umso deutlicher wurde auf dem Bildschirm: Der furiose Endspurt der Stute und ihres Reiters Wladimir Panov hatte nicht ganz gereicht. Das Paar kam als Dritter ins Ziel, einen Kopf hinter der Zweiten New World. Und auch die Siegerin des Listenrennens über 1900 Meter, die französische Stute Abraxa mit Julien Auge im Sattel, hatte weniger als eine Länge Vorsprung auf den Galopper von der Neuen Bult.

Der Landwirtschaftsrenntag auf der Pferderennbahn Auf der Bult in Langenhagen.

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„Es war ein begeisterndes Rennen mit viel Spannung im Finale“, sagte Gregor Baum, der Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV). Dass der Sieg nach Frankreich ging, war keine Überraschung. Allerdings war im Vorfeld Sarinda aus dem Besitz von Scheich Mohammed al Makhtoum noch höher eingeschätzt worden. Doch die Stute hatte im Finale zu wenig zuzusetzen und kam nur als Siebte ins Ziel. Keine Rolle spielte Vorjahressiegerin Si Luna aus dem Gestüt Hof Iserneichen, sie wurde Vorletzte.

Nicht alle Prognosen trafen auch im zweiten Hauptereignis des Tages zu, dem Preis des Audi Zentrums Hannover über 1750 Meter. Diesen hoch dotierten Ausgleich I (Preisgeld 22 500 Euro) gewann der Mitfavorit Dorado, der von Markus Klug betreut wird, dem erfolgreichsten deutschen Galopptrainer 2014. Doch auf den Plätzen 2 und 3 landeten die Außenseiter King Rubi und Empire Hurricane. Die „Fußballer-Pferde“ El Tren (Fünfter, Besitzer ist unter anderem Thomas Müller vom FC Bayern München) und Messi aus dem Gestüt Brümmerhof (Siebter) spielten ebenso keine Rolle wie Hans-Jürgen Gröschels Starter Redesert (Vierter) und Koffi Angel (Sechster).

Gröschel hielt sich im 4. Rennen schadlos, einem Ausgleich III über 2000 Meter (Schramm&Schoen-Immobilien-AG-Cup). Allerdings ging auch dieser Erfolg nicht an die Favoritin Rotkaeppchen Rubin, sondern an Gröschels zweite Starterin Antonia Bella. Zweite wurde Kiss me Kate aus Harleys Quartier vor Rotkaeppchen Rubin. Ein solcher Dreifacherfolg von Neue-Bult-Pferden kommt nicht alle Tage vor. Gastgeber Baum freute sich im 2. Rennen über Darasitas Lebensdebüt. Die Stute aus dem Gestüt Brümmerhof, das das Ehepaar Baum betreibt, gewann das Stutenrennen über 1400 Meter sicher, trainiert wird sie von Peter Schiergen in Köln.

9800 Besucher verfolgten die spannenden Rennen auf der Rennbahn in Langenhagen, dabei half die Wetterbesserung am Nachmittag mit, als zeitweise sogar Sonnenstrahlen die Wolken verscheuchten. Nicht gekommen war allerdings wie in den Vorjahren der Landwirtschaftsminister: Christian Meyer hatte kurzfristig abgesagt. Dafür hatten sich zwei seiner Vorgänger in Langenhagen eingefunden. Gert Lindemann und Hans-Heinrich Ehlen genossen den Renntag auch ohne Amt und Würden.

Beim Landwirtschaftsrenntag auf der Neuen Bult in Langenhagen gab es ein buntes Programm rund um den Renntag.

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Die Neue Bult gibt sich zünftig – und Wegner sagt Tschüss

Rundum zufrieden war Stefan Wegner. „Zwei Sieger auf der Neuen Bult an einem Renntag sind für mich eine Premiere“, sagte der 53-Jährige. Die Erfolge von Tardieu im 1. Rennen und Tenero im 6. Rennen änderten aber nichts an einer Grundsatzentscheidung, die der Galopptrainer in den vergangenen Wochen gefällt und gestern verkündet hat. „Ich werde zum Jahresende aufhören und als Verwalter auf einen Hof nach Ramlingen gehen“, sagte Wegner.

Mehr als 25 Jahre hatte der einstige Hindernisjockey der Spitzenklasse im Trainergeschäft gearbeitet, zunächst in Bremen, seit 2006 in Langenhagen. Doch zuletzt ließen immer weniger Besitzer ihre Galopper von Wegner vorbereiten. „Jetzt sind es nur noch sechs Rennpferde, davon kann man nicht leben“, sagte der Trainer. „Ich musste mich einfach umorientieren.“

Wegner scheidet „ohne jeden Groll“ aus dem bisherigen Beruf. „Ich habe hier viele neue Freunde gewonnen“, sagte er und freute sich über die gestrigen Ergebnisse auch, weil seine beiden Pferde in den Rennen des Internationalen Nachwuchs Cups nach vorn liefen. „Ich hatte Glück bei der Auslosung“, sagte er bescheiden und lobte damit zugleich Jordan Vaughan und Gearoid Brouder. „Beide haben meine Vorgaben perfekt umgesetzt, das hat richtig Spaß gemacht“, sagte der Trainer. „Sie haben sehr großes Talent.“

Mancher Kollege von Vaughan und Brouder indes musste in den Rennen auf der Neuen Bult die Erfahrung machen, dass auch ein Rennreiter eine gewisse Lehrzeit und viel Erfahrung braucht. Rennleiter Arnold Aufderheide musste nach dem 1. Rennen ein ernstes Wort mit einigen der jungen Jockeyanwärter sprechen. „Sie haben die Gerte bis zu zwölfmal eingesetzt, obwohl wir sie nachdrücklich darauf hingewiesen haben, dass nur fünf Streiche erlaubt sind“, sagte Aufderheide sichtbar verärgert. Da war der sportliche Ehrgeiz größer als die Akzeptanz des Regelwerks.

Pferde standen auch im Blickpunkt des reichhaltigen Rahmenprogramms am „Renntag der Landwirtschaft“, allerdings als Arbeitstiere und bei klassischen Reitvorführungen wie Quadrillen. Doch es gab auch andere Tiere zu sehen wie einen massigen, aber friedfertigen Zuchtbullen sowie jede Menge Technik und noch mehr Tradition. Jagdhornbläser untermalten die Eröffnung und Siegerehrungen, Falkner und Imker stellten sich auf dem Bauernmarkt ebenso vor wie die Anbauer der klassischen Feldfrüchte. „Die Aussteller waren rundum zufrieden mit der Publikumsresonanz“, sagte Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins und Gastgeber auf der Neuen Bult.

Doch auch Folklore außerhalb der niedersächsischen Regionen fand ihren Platz im Rahmenprogramm. Als Reminiszenz an das Jubiläumsjahr der welfisch-britischen Personalunion gab es Darbietungen aus dem Programm der schottischen Highland-Games. Und Tracht steht nicht nur den Bayerinnen gut, sondern auch den Frauen nördlich des Weißwurstäquators. Nach dem Hauptrennen kürte die Neue Bult ihre Dirndlkönigin – natürlich eine Hannoveranerin, Sina Rudzinksi.

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