Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -6 ° Sprühregen

Navigation:
Huck gewinnt Titel mit gebrochener Hand

Box-WM Huck gewinnt Titel mit gebrochener Hand

Hannover bleibt für Titelverteidigungen im Profiboxen ein gutes Pflaster. Nach Arthur Abraham im vergangenen Jahr gelang Marco Huck in der Tui-Arena ein verdienter Sieg. Er bleibt Weltmeister im Cruisergewicht. Und den Kampf gewann er mit gebrochener Hand.

Voriger Artikel
Das müssen Sie zum Boxkampf wissen
Nächster Artikel
Spendenaktion hilft dem Verein Paulinchen

Marco Huck nach seinem Sieg in der Tui-Arena.

Quelle: Petrow

Hannover. Der Sonntag war bereits angebrochen, als um 1.30 Uhr der neue und alte Champion seinen Weltmeistergürtel in einem fensterlosen Raum der hannoverschen Tui-Arena auf den Tisch legte und danach den Reportern und Fotografen seine rechte Hand zeigte. Die Satzkombination, die Marco Huck folgen ließ, gibt es nur im Boxen.

„Ich bin einfach nur endlos glücklich“, sagte er, wechselte dann ansatzlos das Thema und erklärte lächelnd, dass er sich in der vierten Runde des Cruisergewichtskampfs gegen Dmytro Kucher die Hand gebrochen habe. „Schaut her, die ist sehr, sehr dick – ich kenne mich damit aus.“

Hannover bleibt für Titelverteidigungen im Profiboxen  ein gutes Pflaster. Nach Arthur Abraham im vergangenen Jahr gelang Marco Huck in der Tui-Arena ein verdienter Sieg.

Zur Bildergalerie

Die Selbstdiagnose erwies sich als treffend, eine Untersuchung im Krankenhaus bestätigte einen Mittelhandbruch bei Huck, der in Hannover gegen den zähen Europameister aus der Ukraine überraschend über zwölf Runden gehen musste. Am einstimmigen Punktsieg (119:109, 117:111, 117:111) von Huck gab es keine Zweifel, auch wenn der von ihm angekündigte Knockout ausblieb, weil der 32-Jährige in der spektakulären achten Runde den taumelnden Kucher umstieß, statt den Kampf mit einer Geraden zu beenden.

Huck ließ sich nichts anmerken

Kucher selbst betonte, dass er im Ring nichts von der Verletzung seines Gegners bemerkte hatte. Auch die 6000 Zuschauer in der Halle ahnten davon nichts. „Ich habe die Zähne zusammengebissen“, erzählte Huck und nannte sich mal einen „Krieger“ und mal einen „Indianer“. Was irgendwie passt, da Indianer bekanntlich keine Schmerzen kennen.

Es ist Huck abzunehmen, wenn er behauptet, bei seiner Entscheidung, sich von der Verletzung nichts anmerken zu lassen, „an mein tolles Publikum“ gedacht zu haben. Die Geschichte, die sich daraus stricken lässt, dürfte für weitere Profikämpfe allerdings förderlich sein: „Käpt’n Huck“, der Mann, der mit gebrochener Hand Weltmeister wurde. So etwas mögen die Leute, in der Nacht zu Sonntag schauten beim Privatsender RTL im Schnitt 3,73 Millionen Zuschauer (Marktanteil 18,7 Prozent) zu.

Nach dem WM-Kampf in die Disco

Der Ukrainer Kucher, dessen rechtes Auge nach dem Kampf geschwollen, dunkelblau und blutunterlaufen war, soll für Huck nur eine Zwischenstation gewesen sein, weil dem WM-Titel des unbedeutenden Verbandes IBO die Strahlkraft fehlt. „Ich fühle mich sehr gut und möchte gegen die Besten der Welt antreten. Ich hoffe, dass das sehr schnell der Fall sein wird“, sagte Huck. Sein Trainer Varol Vekiloglu sieht ihn ohnehin in der „Champions League“, und in der boxen außer Huck: WBO-Weltmeister Alexander Usyk aus der Ukraine, der britische WBC-Champion Tony Bellew sowie der Russe Denis Lebedew, Titelträger der Verbände WBA und IBF.

Dass Huck über eine bemerkenswerte Schlagkraft und Explosivität im Ring verfügt, zeigte er auch in Hannover. Taktisch hat er dazugelernt, zu erkennen daran, dass er ungewohnt häufig klammerte. Huck-Fans, die den Haudrauf-Stil ihres Lieblings schätzen, waren davon wenig begeistert, umgekehrt gelang es Huck dadurch, schwierige Situationen zu vermeiden. „Ich habe den Kampf unterbunden, wenn es gefährlich wurde“, sagte Huck. Zu übersehen war aber nicht, dass Huck konditionell Schwächen hat. „Da muss er noch mal nachlegen“, sagte der frühere Box-Weltmeister Henry Maske, der in der Tui-Arena dabei war.

Hucks Schlagfertigkeit dagegen ist unbestritten. In jeder Hinsicht. Als er früh am Sonntag gefragt wurde, was sein nächstes Ziel sei, antwortete Huck: „Die Disco.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wie hat mein Verein gespielt

Von Kreisliga bis Bundesliga: Hier finden Sie alle Fußball-Ergebnisse.

Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.