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„Wir brauchen die Unterstützung der Hannoveraner“

Davis-Cup in Hannover „Wir brauchen die Unterstützung der Hannoveraner“

Der Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann spricht im Interview über das Duell mit Tschechien in Hannover, eine volle Tui-Arena und den Kollegen Kiefer als TV-Experten. Dabei hofft er vor allem auf die Unterstützung des Publikums.

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„Die Niedersachsen sind Tennisfans“: Michael Kohlmann (links) setzt auf gute Stimmung in Hannover.

Quelle: Arne Dedert

Hannover. Herr Kohlmann, für das Davis-Cup-Spiel gegen Tschechien gibt es kaum noch Karten. Freuen Sie sich schon auf den Auftritt vor rund 7000 Zuschauern in der hannoverschen Tui-Arena?

Natürlich bin ich über das große Interesse glücklich. Es zeigt, dass die Leute an Tennis interessiert sind. Und im Davis Cup entscheidet nicht selten der Heimvorteil, und da kann eine volle Halle hilfreich sein.

Ist die Resonanz größer als in der jüngeren Vergangenheit?

Zu den letzten Heimspielen in die Frankfurter Arena sind rund 5000 Besucher gekommen. Das war schon ordentlich, jetzt gibt es aber noch einmal eine Steigerung. Dass die Niedersachsen Tennisfans sind, belegen die vielen Zuschauer beim ATP-Challenger-Turnier in Braunschweig. Und in Hannover sitzen mit dem DTV und dem HTV zwei große Vereine.

Sie kennen sich gut aus in Hannover?

Ich war als Jugendspieler zu Lehrgängen am damaligen Bundesstützpunkt, da mussten wir auch rund um den Maschsee laufen. Und ich habe in der Bundesliga mit Hagen beim HTV an der Bonner Straße gespielt.

Und die Tui-Arena?

Ich war noch nicht live dort, habe mich aber im Internet informiert.

Wird die Halle besonders hergerichtet?

Wir bringen unseren Heimspielboden mit, einen Rebound-Ace-Belag. Beim Auftragen der obersten Schicht kann man die Platzgeschwindigkeit variieren, wir haben uns gegen Tschechien für eine etwas langsamere Variante entschieden.

Kommen Ihrem Aufgebot nicht schnellere Plätze entgegen?

Dustin Brown ist ein Spezialist für schnelle Beläge. Philipp Kohlschreiber hat bewiesen, dass er auch auf Sand gute Ergebnisse erzielen kann. Zudem haben die Tschechen mit Tomas Berdych einen Spezialisten für schnelle Hartplätze. Da wir als Gastgeber laut Reglement die Bodenwahl haben, berücksichtigen wir das.

Die deutsche Bilanz gegen Tschechien kann sich mit zehn Siegen aus 14 Spielen sehen lassen. Ein Omen für das jetzige Duell?

Nein. Tomas Berdych ist aktuell die Nummer 8 in der Welt, mit Lukas Rosol und Jiri Vesely hat unser Gegner zwei weitere Profis, die um den 50. Rang liegen. Kohlschreiber (Nummer 28, d. Red.), Alexander Zverev (56.) und Brown (100.) sind dagegen in der Rangliste der Spielvereinigung nicht so weit vorn platziert. In der direkten Bilanz haben die tschechischen Profis wohl auch einen Vorteil, da brauchen wir schon auch die Anfeuerung der Zuschauer.

Sie selbst können auch eingreifen, der Kapitän sitzt in den Pausen zwischen den Ballwechseln direkt neben den Spielern und darf mit ihnen sprechen, während bei den anderen Turnieren der Coach weit weg auf der Tribüne verharren muss.

Dieser direkte Kontakt macht meine Aufgabe so spannend und reizvoll. Auch weil ich mich auf ganz unterschiedliche Spielertypen einstellen muss. Der eine braucht schon Aufmunterung und direkte Ansagen, während andere während der Pausen lieber etwas Ruhe haben möchten.

Wie stellen Sie sich auf die unterschiedlichen Charaktere ein?

Ich sehe die Spieler bei allen Grand-Slam-Turnieren und bei den deutschen Veranstaltungen, also zehn bis 15 Wochen im Jahr. Und ich bin im ständigen Kontakt mit den Heimtrainern.

Sie hatten schon erwähnt, dass es zurzeit nur zwei Top-60-Spieler aus Deutschland in der Weltrangliste gibt. Muss man sich Sorgen ums deutsche Männertennis machen?

Der aktuelle Zustand in der Spitze ist nicht zufriedenstellend. Es gibt aber eine gute Breite, Benjamin Becker, Michael Berrer, Jan-Lennart Struff und Daniel Brands sind immer potenzielle Kandidaten für das Davis-Cup-Team. Und Alexander Zverev hat phänomenale Ergebnisse im Jugendbereich und den Übergang zu den Erwachsenen sehr gut bewältigt.

Dann könnte der Davis Cup zur Familiensache werden. Alexanders Bruder Mischa ist ja auch recht gut in Form gekommen.

Das ist möglich.

Ist ein Einsatz von Thomas Haas in den nächsten Runden noch denkbar?

Zurzeit ist Thomas verletzt und musste auch Turniere in den USA absagen, bei denen er jetzt aufschlagen wollte. Wenn er wieder fit und gesund wird, dann ist er immer ein Thema.

Der Davis Cup wird auch live im Fernsehen übertragen, mit Ihrem früheren Profikollegen Nicolas Kiefer als Ko-Kommentator. Freuen Sie sich darauf?

Natürlich. Nicolas hat ja in Hannover ein Heimspiel. Er macht das gut als Experte mit viel Fachwissen und äußert Kritik auch dort, wo es nötig ist.

Interview: Carsten Schmidt

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