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„Nacht von Hannover“ lockt wieder starke Radprofis an

Abendliche Duelle „Nacht von Hannover“ lockt wieder starke Radprofis an

Bei Deutschlands schnellstem Sprinter standen die Räder plötzlich still. Nichts ging mehr bei Andre Greipel im Stau auf der Autobahn in Richtung Hannover – was ein komisches Gefühl sein muss für jemanden, der es sonst gewohnt ist, anderen davonzufahren. Zwar verlief Greipels Anreise zur „Nacht von Hannover“ am Freitag ein wenig stockender als geplant, dafür ist der 29-Jährige auf dem Fahrrad umso besser unterwegs.

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John Degenkolb siegt im Ausscheidungsrennen.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Beim Ausscheidungsfahren später am Abend wird er Fünfter; einen Tagessieg wie noch bei der Tour de France kann er in dieser Disziplin zwar nicht feiern, aber Ergebnisse sind bei der „Nacht“ zweitrangig. Auch dass Lokalmatador Grischa Niermann im Vierer-Mannschaftsfahren als Dritter den Sieg verpasst, kann die Zuschauer nicht wirklich enttäuschen.

Es ist kaum zu übersehen, dass sich auch eine Sportinstitution wie die „Nacht von Hannover“ dem allgemeinen Radsporttrend in Deutschland nicht entziehen kann. Jahrelang hatte das Rennen nach der Neuauflage im Jahr 1997 einen Zuschauerrekord nach dem nächsten aufgestellt, doch ein Blick rund um die Oper an diesem Freitagabend zeigt deutlich, dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist. 30.000 Zuschauer sind es offiziellen Angaben zufolge entlang des 740 Meter langen Rundkurses, die Lücken am Straßenrand sind nicht zu übersehen. „Wir sind stolz, dass sie wieder stattfindet“, hatte Organisatorin Stefanie Eichel vor dem Start vielsagend festgestellt. Wahrscheinlich ist das in der Tat der größte Erfolg der Organisatoren: dass die „Nacht“ nicht wie viele andere Veranstaltungen eingestellt wurde.

Die "Nacht von Hannover" hat wieder starke Radprofis angelockt. Aber wenig Zuschauer: 30.000 Zuschauer nach offiziellen Angaben. Die Lücken am Straßenrand waren nicht zu übersehen.
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Es gibt sie ja noch, die Fans des Rennens, die sich schon früh die besten Plätze sichern. Andreas Jantke zum Beispiel hat sich bereits um Viertel vor fünf Uhr sein Fleckchen an der Strecke ausgeguckt. Vor zwei Jahren war er zum ersten Mal aus Walsrode zur „Nacht“ gekommen. Jetzt kommt er jedes Jahr, inzwischen hat Jantke mit Wolfgang Raasch und Rita Pauly zwei Freunde im Schlepptau. Als das Trio seinen Platz unmittelbar in Höhe der Ziellinie inspiziert, verlegen die Helfer noch Kabel und rücken die Absperrgitter zurecht. „Ich habe das Rennen schon länger aus der Ferne verfolgt“, sagt Jantke, „und vor zwei Jahren bin ich dann endlich mal hingefahren. Die Stimmung ist toll, das Drumherum ist schön, und dichter als hier komme ich nirgendwo an die Fahrer ran. Etwas Ähnliches gibt es sonst eigentlich nicht.“

Ohnehin: Wer zur „Nacht“ kommt, interessiert sich nicht für Zahlen. Das Zusammenspiel zwischen Publikum und Profis funktioniert noch immer; und die einzigartige Mischung aus Spitzensport und Party, die außergewöhnliche Atmosphäre unter Flutlicht und die Nähe zu den Zuschauern ist es ja auch, was die Fahrer immer wieder aufs Neue beeindruckt. „Die ,Nacht von Hannover’ ist das größte Kriterium nach der Tour de France – das sagt doch schon alles“, sagt Greipel. „Man muss nur mal einen Blick in die Siegerliste werfen: Alle Großen waren mal hier.“

Und das, daran lassen die Veranstalter keinen Zweifel, soll sich so bald auch nicht ändern.

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Tour-de-France-Etappensieger gegen Lokalmatador: Radprofi Andre Greipel hat die 27. "Nacht von Hannover" gewonnen. Kurz nach Mitternacht bezwang er im Spurt Grischa Niermann aus Hannover.

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