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„Basketball hat hier keine Tradition“

Nachwuchs ohne Perspektive „Basketball hat hier keine Tradition“

Hannover und Basketball, das will nicht so recht funktionieren. Zumindest im Männerbereich. Wenn talentierte Nachwuchsspieler etwas erreichen wollen, müssen sie Hannover verlassen und woanders spielen.

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Keine Perspektive in Hannover: Jannik Lodders (links) spielt in Gotha, sein Bruder Robin steht beim Erstligisten Bonn unter Vertrag.

Quelle: Ralf Jannke/Bonn

Hannover. Bei den Frauen sieht das etwas anders aus, da spielt der TKH in der 2. Bundesliga. Aber bei den Männern? Da sind die Korbjäger - und die sind bei allen Ambitionen eben nur Regionalligist und damit viertklassig. Eine Alternative für ambitionierte Talente bilden sie damit nicht. Selbst dann nicht, wenn der talentierte Nachwuchs in Hannover aufgewachsen ist und an der Stadt hängt. Er muss woanders spielen und Hannover verlassen, wenn er in seiner Sportart etwas erreichen will.

Jannik und Robin Lodders sind da wahrlich keine Ausnahme. Die Söhne des dreimaligen deutschen Meisters (mit dem ASC Göttingen) und 44-fachen Nationalspielers Eckhard Lodders wollen Basketball auf hohem Niveau spielen. „Hannover bot uns keine Perspektive“, sagte der 20-jährige Robin. Sein Bruder Jannik wollte neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz-Universität auch höherklassig spielen. Am Standort Hannover unmöglich. „Der professionelle Basketball ist hier ja eingestellt worden“, sagte der 23-Jährige und verwies auf den UBC Tigers, der im Juli 2014 den Spielbetrieb aus finanziellen Gründen aufgab und sich auflöste.

Jannik Lodders, der beim UBC aktiv gewesen war, stand vor einer schwierigen Entscheidung - Basketball nur noch als Hobby? Als sein früherer Trainer Michael May anrief, überlegte er nicht lange und schloss sich den Kirchheim Knights an, die in der sogenannten Pro A spielten, also in der 2. Bundesliga. „Es hat auf Anhieb geklappt, ich habe überrascht - auch mich“, sagt er. Der Student war ins kalte Wasser geworfen worden, wie er selbst sagt, weil der Kader eng gewesen sei. Er bekam Spielzeiten von mehr als 30 Minuten und überzeugte. „Ich habe bewiesen, dass es geht“, sagt er.

Im Sommer kehrte er nach Hannover zurück, um sein Studium fortzusetzen, gleichzeitig wollte er weiter höher spielen. Als dann der ambitionierte Zweitligist Gotha Rockets lockte, da sagte er spontan zu. Er pendelt jetzt zwischen Thüringen, wo er eine Wohnung hat, und seinem Heimat- und Studienort Hannover. „So ein Angebot bekomme ich später vielleicht nie wieder“, sagt er. Der Club hat gute Chancen auf die Play-offs und will mittelfristig sogar in die 1. Bundesliga. „Da möchte ich auch gern hin“, sagt Jannik Lodders, fügt jedoch gleich an: „Aber nicht als Bankspieler. Ich will dann auch fester Bestandteil der Mannschaft sein.“

Sein Bruder Robin hat schon einen Vertrag bei einem Bundesligisten. Nach dem Abitur 2014 - bis dahin spielte er bei den Korbjägern - erhielt er einen Kontrakt bei den Telekom Baskets Bonn. Zwar war er für die 2. Mannschaft vorgesehen, trainierte aber mit der Ersten und entwickelte sich entsprechend weiter. In dieser Saison läuft er für den Bonner Kooperationspartner Rhöndorf Dragons in der 2. Liga auf, trainiert aber weiter mit den Erstligastars. Und er hat eine kleine Hoffnung, dass er schon bald mal ein paar Bundesligaminuten schnuppern kann. Denn die 1. Liga, das ist auch sein großes Ziel. Anfangs gern auch als Bankspieler. „Aber das ist ein weiter und anstrengender Weg“, sagt er. „Die Kader sind sehr klein.“

Große Hoffnung, eines Tages gemeinsam in einer hannoverschen Mannschaft hochklassig zu spielen, haben die Brüder eher nicht. „Irgendwann geht es vielleicht wieder aufwärts, aber nicht in den nächsten Jahren. Ich habe einige Bekannte bei den Korbjägern und sehe, wie sie mit Herzblut arbeiten“, sagte Jannik Lodders. „Sie wollen neue Sachen versuchen.“ Dem Basketball fehle die Tradition in der Stadt. „Ich habe bei den Tigers immer nur die gleichen Leute in der Halle gesehen. Außerdem ist Hannover insgesamt sportlich äußerst attraktiv“, sagt der 23-Jährige. Das sieht auch sein jüngerer Bruder so. „Die Konkurrenz ist durch 96, die TSV-Handballer und die Eishockey-Clubs sehr groß“, sagt Robin Lodders. „und die Versuche von den Flyers und dem UBC Tigers sind auch schon gescheitert.“

Für männliche Basketballtalente bleibt also vorerst nur die Karriere in der Fremde.

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