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Olympiasieger Schumann: Doping? Wieso nicht.

Neue Doping-Debatte Olympiasieger Schumann: Doping? Wieso nicht.

Der deutsche Olympiasieger Nils Schumann hat seine Forderung nach Dopingfreigabe erneuert – und gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zugegeben, dass er als aktiver Sportler ebenfalls gedopt hätte, wenn er die entsprechenden Möglichkeiten gehabt hätte. Forscher kritisieren seine Aussagen.

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Olympiasieger Nils Schumann nach dem Zieleinlauf des 800-Meter-Laufs der Männer 2000 in Sydney.
 

Quelle: dpa

Hannover.  „Wenn ich die Möglichkeiten gehabt hätte, weiß ich nicht, ob ich moralisch so sauber gewesen wäre, dass ich immer nein gesagt hätte. Wenn wir klare Verhältnisse wollen, dann bleibt uns nur die Freigabe aller leistungssteigernder Mittel“, sagte Schumann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich sehe keine andere Lösung. Der Hochleistungssport läuft in eine Sinnkrise, die er selbst nicht lösen kann. Jedes Ergebnis wird ad absurdum geführt. Gesellschaftlich wird Doping in jeder Ecke unseres Lebens toleriert, aber der Leistungssportler soll da moralisch anderen Regeln folgen? Das ist leider eine Illusion.“

Schumann, der bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney überraschend über 800 Meter Gold gewonnen hatte, forderte in diesem Zusammenhang auch die Aufgabe des Anti-Doping-Kampfes. „Ich würde das gesamte Anti-Doping-Kontrollsystem in die Mülltonne treten“, sagte er dem RND. „Das verursacht nur Kosten und hat noch nie seine Aufgabe erfüllen können.“ Schumann weiter: „Man muss sich eingestehen, dass die Doping-Kontrollsysteme scheinbar versagt haben.“

„Diese Äußerungen sind fatal“

Mit Blick auf die laufenden Doping-Ermittlungen gegen Russland sagte Schumann: „Ich wage zu behaupten, dass es in der Ukraine, Weißrussland, Äthiopien und Kenia, die in diesen Berichten genannt werden, genau so abläuft – für die Athleten, die versuchen sauber ihre Leistung zu bringen, ist das extrem unbefriedigend. Ich bin jedenfalls froh, dass meine aktive Zeit vorbei ist.“

Kritik an Schumanns Forderung nach Dopingfreigabe kam von Anti-Doping-Forscher Fritz Sörgel. „Diese Äußerungen sind fatal“, sagte Sörgel dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Damit würde eine neue Drogenszene geschaffen werden. Denn wer soll die Dopingdrogen an die Leistungssportler vergeben? Ärzte? Undenkbar! Befassen Sie sich da ruhig mal ein bisschen mit der Geschichte der Medizin, Herr Schumann.“ Sörgel weiter: „Herr Schumann, laufen Sie lieber wieder im Kreis herum, dass Ihnen der Atem zum Schwadronieren wegbleibt. Die vielen Menschen, die an den Folgen Ihrer Welt des Sports leiden würden, danken’s Ihnen.“

Von RND

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