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Ein Sieger über den inneren Schweinehund

Judoka André Breitbarth Ein Sieger über den inneren Schweinehund

Fünf Ringe für Hannover: Judoka André Breitbarth scheut keine Schmerzen auf dem Weg zur erträumten Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio..

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Alles im Griff: André Breitbarth (links) packt während der WM 2015 den Georgier Adam Okruashvili am Anzug.

Quelle: Maxim Shipenkov

Hannover. André Breitbarth kocht gern. „Ich muss ja nicht auf mein Gewicht achten wie die Kollegen“ scherzt der Judoka aus Hannover. Der 26-Jährige kämpft in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm, in der es nach oben kein Limit gibt - und hat sich in seiner Kategorie das Olympiaticket gesichert.

Breitbarth kocht aber keine kalorienhaltige Hausmannskost wie die Großmütter vor 60 Jahren. „Ich bevorzuge Wok-Gerichte“, sagt er. Diese Kost ist leicht, bekömmlich und nahrhaft. Er nähert sich mit der kulinarischen Vorliebe auch der Herkunftsregion seiner Sportart an. Der Wok gehört zu den typischen Küchenutensilien in China und Südostasien. Und Judo hat seine Ursprünge ebenfalls im Fernen Osten - in Japan.

Zum Judo gekommen ist der Sportler, der aus Leiferde bei Gifhorn stammt, in seiner Heimat in der Südheide. „Meine ältere Schwester hat Judo gemacht und mich mal in die Sporthalle mitgenommen“, sagte er. Zunächst hatte Breitbarth wie die meisten Jungen in seinem Alter Fußball gespielt und auch einige Zeit beide Sportarten parallel betrieben. Doch dann stellte er fest, dass ihm der Kampfsport besser gefällt -und blieb dabei.

"Er kann über die eigene Schmerzgrenze hinaus gehen"

Breitbarth ist angehender Polizeikommissar. „Die Ausbildung dort verbindet sich ideal mit dem Leistungssport“, sagt der Judoka, der im Vorjahr immerhin den 5. Platz bei den Weltmeisterschaften erkämpft hat. Und sein Lebensmittelpunkt ist seit nahezu einem Jahrzehnt in Hannover, selbst wenn er für einen Verein aus seiner Heimatregion startet - den SFV Europa Braunschweig. Breitbarth wurde 2009 als Eliteschüler des Sports am hiesigen Internat ausgezeichnet.

Die Entwicklung vom Talent in die Weltklasse hat Sven Loll begleitet, der Leitende Landestrainer in Hannover. Der Berliner, selbst Olympia-Zweiter 1988 als Mitglied der DDR-Mannschaft, hält eine Menge von Breitbarth. „Er hat einen unbedingten Willen zum Sieg“, sagt der 52-jährige Coach. „Und er kann über die eigene Schmerzgrenze hinaus gehen, den inneren Schweinehund überwinden.“ Breitbarth ist kräftig und beweglich. Seine Spezialität auf der Matte ist der große Außenschenkelwurf Harai Goshi.

Der eigene Wettkampf in Rio ist am 12. August, also zum Abschluss der ersten Woche. Daher bekommt Breitbarth möglicherweise die Gelegenheit, eine Woche vorher an der Eröffnungsfeier teilzunehmen, weil der Abstand zum eigenen Wettkampf groß genug ist. Doch mit dem Erlebnis der Zeremonie zu Beginn will es der 26-Jährige nicht bewenden lassen. „Ich will nicht mit leeren Händen nach Hause zurückkehren“, sagt der Judoka. Dass er mit den Stärksten der Welt mithalten kann, zeigte sein 3. Platz beim Grand Prix in Budapest, der Olympia-Generalprobe. Nur vor einem Konkurrenten hat er wirklich Respekt - Teddy Riner. Der 27-jährige Franzose ist seit 2011 bei großen Meisterschaften unbesiegt.

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