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Paralympics-Siegerin trainiert in Hannover

Behindertensport Paralympics-Siegerin trainiert in Hannover

Ein Doppel-Weltmeister und ein Vizeweltmeister trainieren gemeinsam in einer Gruppe - und die Kommandos gibt eine Paralympics-Siegerin. Diese kleine, aber erfolgreiche Sportgruppe trifft sich täglich im Olympiastützpunkt in Hannover.

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Eine kleine Gruppe mit großen Erfolgen: Landestrainerin Catherine Bader mit Rennrollstuhlfahrer Timm Seestädt und Werfer Lukas Schwechheimer (v. l.). 

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Rennrollstuhlfahrer Timm Seestädt und Lukas Schwechheimer, der wegen einer Spastik eine Bewegungseinschränkung hat, bereiten sich in der Leichtathletik-Halle, im Kraftraum und auf der benachbarten Mehrkampfanlage auf ihre nächsten Wettkämpfe vor. Angeleitet werden sie von Catherine Bader. Die 50-jährige ist seit dem Sommer Landestrainerin Leichtathletik im Behindertensportverband Niedersachsen (BSN). „Ich bin als Athletin gut betreut worden, jetzt möchte ich etwas an andere Sportler zurückgeben“, sagte die gebürtige Leipzigerin.

Bader ist eine Idealbesetzung: Sie kommt selbst aus dem Behinderten-Leistungssport, 2000 gewann die hochgewachsene und gertenschlanke Sportlerin die Goldmedaille bei den Paralympics in Sydney. Bader fehlt von Geburt an der rechte Unterarm, dennoch kam sie damals im Weitsprung auf 5,55 Meter. Trainiert wurde sie von Erich Drechsler, die Zusammenarbeit kam zustande, als Bader den Thüringer im Rahmen einer Sportlerehrung ansprach.

Drechsler schaffte vor 15 Jahren einen bis heute einmaligen Erfolg, er war sowohl an einer paralympischen als auch an einer olympischen Goldmedaille beteiligt - als Trainer seiner ehemaligen Schwiegertochter Heike, die ebenfalls 2000 in Sydney triumphierte. „Wir wollten eigentlich den Balken ausbuddeln und als Andenken mit nach Hause nehmen. Aber die Australier haben uns nicht gelassen“, erzählte Bader.

Drechslers weitgehend ehrenamtliches Engagement gab für Bader den Anstoß zur eigenen Trainertätigkeit nach der aktiven Karriere, die sie 2005 beendete. Beim BSN ist sie 20 Stunden in der Woche beschäftigt. „Das reicht aber nicht zur Betreuung der beiden, der Rest ist dann auch Ehrenamt“, sagte die Sächsin. Außerdem arbeitet die Kommunikations-Fachwirtin an der Fachhochschule des Mittelstandes Hannover. Ihr Mann ist beim Norddeutschen Rundfunk in Hannover tätig, deshalb verlegte Bader ihren Wohnsitz aus Sachsen nach Niedersachsen.

Die beiden Sportler, die sie betreut, sind eigentlich grundverschieden: Seestädt, Zweiter der U23-WM über 1500 Meter, absolviert Mittel- und Langstreckenrennen auf der Bahn. Der 15-jährige Schwechheimer wird noch vielseitig ausgebildet, hat aber eine Vorliebe für das Kugelstoßen und das Diskuswerfen, in beiden Disziplinen ist er U16-Weltmeister. „Es geht aber mit dem gemeinsamen Training“, sagte Bader. „Wenn Timm seine Runden dreht, mache ich mit Lukas Techniktraining.“ Im Kraftraum brauchen beide Übungen zur Kräftigung der Arme und des Rumpfes, Schwechheimer stemmt seiner Jugend wegen allerdings kaum Hanteln, sondern arbeitet mit dem eigenen Körpergewicht. „Er ist noch im Wachstum“, sagte Bader.

Beide Athleten sind wegen des Sports nach Hannover gezogen und wohnen im benachbarten Sportinternat. Seestädt stammt von der Insel Fehmarn, Schwechheimer aus Wolfsburg. Beide besuchen die KGS Hemmingen, Seestädt macht 2016 Abitur, Schwechheimer will den erweiterten Realschulabschluss erwerben. Von der Trainerin sind beide überzeugt. „Sie findet die richtige Mischung zwischen Druck und Ruhe“, sagte Seestädt.

Möglicherweise vergrößert sich die Gruppe in nächster Zeit. „Eine Rennrollstuhlfahrerin wird wohl dazukommen“, sagte Bader. Und sie macht sich auf die Suche nach weiteren Talenten: Am Sonnabend in einer Woche findet im Sportleistungszentrum Hannover eine Sichtung statt, einen Tag zuvor gibt es in Wilhelmshaven einen Talentetag für behinderte Nachwuchssportler.

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