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Dieser Weltmeister galoppiert unwiderstehlich

Preis der Landwirtschaft auf der Bult Dieser Weltmeister galoppiert unwiderstehlich

Dreijähriger Areion-Sohn gewinnt das Hauptrennen auf der Neuen Bult beim Preis der Landwirtschaft. Außerdem wurden Züchterin Buhmann und Trainer Gröschel ausgezeichnet.

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Auf der Siegerstraße: Fabrice Veron und der Hengst Weltmeister (l.) überspurten im Kurd-von-Lenthe-Erinnerungsrennen die Konkurrenz.

Quelle: Florian Petrow

Langenhagen. Der Mann des Tages auf der Neuen Bult war aus Frankreich angereist. „Gut gemacht“, sagte Gisela Schiergen zu Fabrice Veron nach dem Kurd-von-Lenthe-Erinnerungsrennen. Der Jockey strahlte, er hatte in einem famosen Finale den dreijährigen Hengst Weltmeister, den Schiergens Mann Peter in Köln trainiert, aus dem hinteren Feld noch ganz nach vorn geführt.

Beim Preis der Landwirtschaft auf der Neuen Bult sind am Sonntag Reiter um ein Platz auf dem Siegertreppchen gegeneinander angetreten.

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Die Schiergens und auch Besitzer Eckhard Sauren waren verblüfft: Trotz des vielversprechenden Namens hatte sich das Pferd bis zum Sonntag eher wie ein Waldmeister auf den Rennbahnen präsentiert und bis dahin gerade 2100  Euro Preisgeld gewonnen – recht wenig für einen Galopper, der 40 000 Euro als Jährling gekostet hat. Doch im hannoverschen BBAG-Auktionsrennen über 2000 Meter kamen nun auf einen Schlag 25 000 Euro hinzu. Und Weltmeister zeigte doch, dass er das Talent seines Vaters Areion, eines der renommiertesten Deckhengste und selbst Gruppe-II-Sieger, in sich trägt.

Dank Weltmeister gab es in dem höchstdotierten Wettkampf beim Renntag der Landwirtschaft auch Grund zur Freude in Langenhagen – und zwar im Gestüt Evershorst, wo Vater Areion untergebracht ist. Wobei die Züchter aus der Region wegen eines anderen Toppferdes am Sonntag eine Hauptrolle auf der Rennbahn spielten. Seniorchefin Erika Buhmann wurde gemeinsam mit Hans-Jürgen Gröschel, dem erfolgreichsten Galopptrainer auf der Neuen Bult, ausgezeichnet. Der vierjährige Hengst Iquitos, von Buhmann gezüchtet und Gröschel vorbereitet, hatte vor zwei Wochen den Großen Preis von Baden in Iffezheim gewonnen, nach dem Deutschen Derby das Galopprennen mit dem größten Renommee. Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins, äußerte „Anerkennung und großen Respekt“ insbesondere für die 94-jährige Züchterin. Ihr Mann war schon Züchter und Mitbesitzer von Lustige (Derbysiegerin 1955). „Es schließt sich ein Kreis nach 61 Jahren. Die beiden einzigen hannoverschen Gruppe-I-Sieger stammen aus Evershorst“, sagte Baum.

Einen Weltmeister-Verband repräsentiert Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußballbundes. Er genoss in legerer Freizeitkleidung den Spätsommer auf der Neuen Bult und brauchte über andere Sommermärchen dieses Mal keine Worte zu verlieren.
Fußball war dennoch ein Thema auf der Neuen Bult. Baum, zugleich Züchter, Rennstallbesitzer und Gesellschafter beim Zweitligisten Hannover 96, erlebte um 14.15 Uhr zwei Glücksmomente: Seine zweijährige Stute Artistica gewann das zweite Rennen, und 96 leitete mit dem 1:2 in Bielefeld die Aufholjagd ein.

Jockey Veron machte auch einen Fußballer glücklich: Marcel Risse vom 1. FC Köln ist Mitbesitzer des Pferdes Weltmeister. Veron setzte selbst das zweite Ausrufezeichen: Mit der von Henri-Alex-Pantall trainierten Stute Pabouche gewann er den Großen Preis der Metallbau Burckhardt GmbH, ein mit 25 000 Euro dotiertes Listenrennen über 1600  Meter.     

Meute mit Disziplin

O’zapft is. Aber nur in München, nicht in Langenhagen. Deshalb waren die Renntagsbesucher auf der Neuen Bult im Dirndl und in Trachtenlederhosen etwas ihrer Zeit voraus – Oktoberfest auf der Rennbahn ist erst in zwei Wochen. Gestern dominierte die Farbe Grün, obwohl sich auch Dirndl und Lederhose einfügten. Am Renntag der Landwirtschaft präsentierten die zahlreichen Bauern aus der Region nicht nur ihre Früchte und auch ihre Tiere, manche kamen auch in traditioneller Tracht. Die meisten Bewunderer nahe der Stroharena hinter dem Geläuf fand wie in den Vorjahren ein imposanter Zuchtbulle, der aber ganz friedfertig die Besucherschar passieren ließ und sich auch bei einem kurzen Auftritt im Absattelring überhaupt nicht nervös machen ließ.

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Außer den Landwirten standen auch die Jäger im Blickpunkt, die mit den klassischen Horn-Fanfaren einige Siegerehrungen untermalten. Und während die Niedersachsenmeute zu Pferde und mit Hunden noch diszipliniert auf der Rennbahn paradierte, zeigten die Greifvögel ihren Jagdinstinkt in einem nicht vermuteten Moment. Als Maria Riesenkampff, stellvertretende Vorsitzende des Hannoverschen Rennvereins, den Ehrenpreis für den Sieger des 3.?Rennens auf das Podium reichte, schlug ein Steinadler so mächtig mit seinen Schwingen, dass Riesenkampff aus Respekt erst einmal ein paar Schritte beiseite machte. „Schaut mal, da hinten sind auch Pferde.“

Die mütterliche Ansprache an die fünfjährige Lisa stand beispielhaft dafür, wie viel der Renntagsbesucher zu sehen bekam. Während auf dem Geläuf die Vollblüter um die Wette liefen, gab es außerhalb viele Vorführungen mit Pferden – vom Voltigieren bis hin zu Märchen- und Theaterstücken. Und die etwas mutigeren Kinder konnten auch erleben, wie es sich anfühlt, selbst auf dem Pferd zu sitzen – auch wenn es „nur“ ein Pony war. Das umfangreiche Rahmenprogramm führte zeitweise dazu, dass die Besucher hinter den Tribünen etwas wenig Platz zum Flanieren hatten. Und insbesondere vor den Ständen mit Eis und kalten Getränken gab es Schlangen. Der strahlende Sonnenschein und milde Temperaturen ließen die Organisatoren strahlen, weil mit 10 900 Besuchern ein beachtlicher Zuspruch verzeichnet wurde.

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