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Prothesensprinter Pistorius darf zur Leichtathletik-WM

400m-Läufer Prothesensprinter Pistorius darf zur Leichtathletik-WM

Südafrikas "Blade Runner" Oscar Pistorius hat Sportgeschichte geschrieben. Als erster Paralympic-Athlet der Welt hat er sich für eine Leichtathletik-WM qualifiziert. Der 400-Meter-Läufer steigerte seinen persönlichen Rekord auf 45,07 Sekunden und unterbot damit die Norm für die Weltmeisterschaften Ende August in Daegu.

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Der beinamputierte Oscar Pistorius aus Südafrika will bei der WM in Daegu starten.

Die Leichtathletik ist Schwarz-Weiß-Malerei. Athleten sind männlich oder weiblich und behindert oder nichtbehindert. Sie treten bei Männer- oder Frauenwettbewerben, bei Olympischen Spielen oder Paralympics an – Überschneidungen sind nicht vorgesehen.

Die androgyne 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya drohte das Schema zu sprengen. Sie ist aber nach einer demütigenden Geschlechtsbestimmung wieder bei den Frauen startberechtigt.

Nachhaltiger wird der 400-Meter-Läufer Oscar Pistorius die olympische Kernsportart erschüttern. Der Südafrikaner kam wegen eines Gendefekts ohne Wadenbeine auf die Welt, erstritt sich 2008 vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS jedoch das Recht, auf seinen Prothesen bei den Nichtbehinderten mitzulaufen. Für die Olympischen Spiele 2008 in Peking und auch die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin konnte sich der mehrfache Paralympics-Gewinner nicht qualifizieren. Bei der WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) wird er nun aber aller Voraussicht nach am Start sein. Pistorius ist die Stadionrunde im italienischen Lignano in der persönlichen Bestzeit von 45,07 Sekunden gelaufen und hat damit die Norm für das internationale Stelldichein im vorolympischen Jahr unterboten.

„Ich bin kaum zum Schlafen gekommen, weil ich rund 300 Glückwunsch-Mitteilungen bekommen habe“, kommentierte der 24-Jährige seinen Erfolg. Es wäre spannend zu erfahren, wie viele seiner Kollegen sich bei ihm gemeldet haben, denn langsam wird der „Blade Runner“ zum ernst zu nehmenden Konkurrenten. Da in dieser Saison erst zwölf Läufer unter 45 Sekunden blieben, hat Pistorius in Daegu eine Finalchance.

Seinen südafrikanischen Landsmann L.J. van Zyl freut das. „Gut gemacht, Oscar“, gratulierte der 26-Jährige über den Kurznachrichtendienst Twitter. Van Zyl, dessen Bestzeit bei 44,86 Sekunden steht, könnte indes auch von Pistorius profitieren, etwa wenn Südafrika eine Staffel über 4x400 Meter aufbietet. Gut möglich, dass Pistorius ein Teammitglied aus der Staffel und andere Läufer aus den Finals verdrängt.

Das wirft die Frage auf, wie fair seine Startberechtigung ist. Immerhin dient seine Karbonprothese als Ersatz für Unterschenkel, Wadenbeine und Füße, die ermüden können.

Daher gab der Weltverband IAAF Ende 2007 ein Gutachten in Auftrag. Die Sporthochschule Köln kam zu dem Ergebnis, dass die „Cheetah“-Prothesen Pistorius einen Vorteil einbringen. Der CAS fand allerdings einen Dreh, um Pistorius politisch korrekt doch noch die Teilnahmeberechtigung zu erteilen: Der Läufer habe auch Nachteile – etwa beim Kurvenlaufen. Diese Logik verfängt nur, wenn die Nachteile mindestens so schwer wiegen wie die Vorteile. Das ist schwer zu glauben, wenn man bedenkt, dass die Prothesen immer besser werden. „Man muss die Entwicklung in diesem Bereich auf jeden Fall mit Sorgfalt beobachten. Das ist eine Frage der Chancengleichheit“, sagt auch IAAF-Council-Mitglied Helmut Digel.

Sören Hendrik Maak (mit: dpa)

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