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Eine Generation auf dem Weg zur Spitze

Junge Radsportler in Hannover Eine Generation auf dem Weg zur Spitze

Der Radsport in der Region Hannover hat gleich mehrere junge Topfahrer hervorgebracht – mit viel Training und einer Portion Glück.

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„Bei einigen Rennen geht es zu wie beim Roulette“: Auf dem rad sind außer schnellen beinen auch eine gehörige Portion Mut und Glück gefordert.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Gibt es ein Radsport-Gen in der Region Hannover? Dieser Schluss liegt nahe, wenn man die nationalen und auch internationalen Ehrentafeln dieses Jahres studiert. Der hannoversche Nachwuchs ist zahlreich vertreten und bot den hiesigen Vereinen zuletzt reichlich Gründe zum Feiern.

Am Dienstag ehrte der Hannoversche Radsport-Club (HRC) den 18-jährigen Jonas Bokeloh, der Schüler aus Langenhagen wurde im spanischen Ponferrada 
 U19-Weltmeister auf der Straße. Und Blau-Gelb Langenhagen ist stolz auf seine WM-Teilnehmer Inga und Wiebke Rodieck (Straßenfahren) – die 17-jährigen Zwillinge aus Seelze haben zudem in der Nachwuchs-Bundesliga die Plätze 1 und 2 belegt – sowie auf den Hannoveraner Leo Appelt (17), der bei der Bahnrad-WM der Junioren startete. Ebenfalls Mitglied bei den Langenhagenern ist die Hildesheimerin Emma Hinze, die 17-Jährige wurde 2014 Junioren-Europa- und -Weltmeisterin im Teamsprint auf der Bahn.

Der Radsport in Hannover hat gleich mehrere junge Topfahrer hervorgebracht. Wir stellen die größten Talente vor. 

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Diese fünf Ausnahmetalente aus der Region haben allesamt aber auch eine besondere Förderung und Betreuung genossen. Walter Euhus, 2. Vorsitzender des 
RC Blau-Gelb Langenhagen, hebt als Erfolgsgaranten insbesondere Klubtrainer Gernot Backhaus hervor. „Er ist buchstäblich ein Rund-um-die-Uhr-Trainer und in jeder freien Minute für die Jugendlichen da.“ Das bestätigt auch Inga Rodieck, die bei der U19-WM bis zum Schluss in der 18-köpfigen Spitzengruppe mitfuhr und letztlich 14. wurde. „Gernot Backhaus ist nicht nur ein überaus kompetenter und ausgewiesener Experte seines Faches, sondern unterstützt uns alle, wo er nur kann.“

Die Trainerfrage spielt auch beim HRC eine zentrale Rolle. Darauf weist Reinhard Kramer hin. Der mittlerweile 76-jährige Ehrenpräsident des Klubs ist im Radsport seit mehr als einem halben Jahrhundert aktiv – zunächst als Sportler, dann als Funktionär. „Wir beschäftigen seit langer Zeit sehr qualifizierte Nachwuchstrainer wie Marcin Latussek“, sagt er. Zudem lassen der HRC und Blau-Gelb die Radrennfahrer mit dem bestmöglichen Sportgerät ausstatten. „Das kostet natürlich Geld“, sagt Kramer – in der Regel muss man für ein Rennrad einen vierstelligen Betrag aufwenden.

Solche finanziellen Kraftakte sind nur mit Unterstützung möglich. Der Langenhagener Euhus erwähnt in diesem Zusammenhang ein besonderes Förderprogramm, das Anfang 2006 ins Leben gerufen wurde. Daran beteiligt sind zahlreiche Unternehmen aus der Region, diese Unterstützung ermöglicht es dem Verein, die gute Betreuung der Jugendlichen zu gewährleisten. Hilfreich ist für die Radsportklubs aus der Region auch, dass sich das Image ihrer Sportart wieder langsam verbessert. Die „neue Generation“ der Topfahrer hierzulande wie John Degenkolb oder Marcel Kittel – die Nachfolger von Jan Ullrich und Erik Zabel – bezeichnet sich selbst als dopingfrei.

Eine Gewähr für große Titel bietet allerdings auch die beste Förderung nicht. „Wir wollen unsere jungen Fahrer natürlich auf den Weg zur Spitze bringen“, sagt Kramer, ergänzt aber auch, dass mit einem WM-Titel „wirklich nicht zu rechnen“ war. Dazu braucht man außer dem harten Training – bis zu 15 000 Kilometer im Jahr – auch eine Portion Glück, sagt Weltmeister Bokeloh. „Bei einigen Rennen geht es zu wie beim Roulette“, sagt der 18-Jährige.

Zumindest bei Bokeloh bleibt noch zu ergänzen: Es sind auch die Gene. Sein Vater Axel fuhr ebenfalls Radrennen. Und gewann 1982 WM-Silber mit dem bundesdeutschen Bahnvierer.     

Nils Leifeld

Radsport in der Region

Für Kinder und Jugendliche , die sich für den Radsport interessieren, gibt es in der Region Hannover ein breit gefächertes Angebot. Die renommiertesten Klubs sind der Hannoversche Radsport-Club (HRC), der RC Blau-Gelb Langenhagen, die Radsportgemeinschaft Hannover aus Ricklingen der Radsportverein Concordia, der in Kirchrode beheimatet ist. Im Umland sind zudem unter anderem der RSC Wunstorf, der Stahlradverein Laatzen und der RSV Pattensen aktiv. Das Mindesteintrittsalter für Kinder liegt bei den meisten Vereinen bei sechs Jahren, Rennen werden aber erst mit etwa zehn bis zwölf Jahren gefahren. Hier ein kleiner Überblick über Radsportvereine in der Region – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • HRC Hannover: Weddigenufer 23, 
Telefon: (05 11) 1 31 70 45, www.hrc-hannover.de (Die Geschäftsstelle ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet)
  • RC Blau-Gelb Langenhagen: Emil-Berliner-Straße 32, Telefon: (05 11) 73 87 45, www.blau-gelb-langenhagen.de
  • RSG Hannover: Göttingerchaussee 153, Telefon: (05 11) 41 35 99, 
 www.radsportgemeinschaft-hannover.de
  • Radsport-Verein Concordia Hannover: Peiner Straße 123, Telefon: (05 11) 8 44 14 88, www.rv-concordia-hannover.de
  • RSC Wunstorf von 1983 e. V.: Große 
Bleiche 26, Telefon: (0 50 33) 39 00 59 9, www.rscwunstorf.de
  • Stahlrad Laatzen von 1879 e. V.: 
Alte Rathausstraße 12, Telefon: 
(05 11) 82 85 24, 
www.stahlradlaatzen.de
  • Radsportverein Pattensen von 
1990 e. V.: Göttinger Straße 52, 
Telefon: (0 51 05) 9 99  00
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