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Rempeln nach Regeln

Rollerderby in Hannover Rempeln nach Regeln

Bei der Vollkontaktsportart Rollerderby, die vornehmlich von Frauen gespielt wird, geht es etwas härter zu als beim Handball oder Hockey. Es ist eine Art Verfolgungsjagd auf Rollschuhen, bei der Rempeln und Blocken erwünscht sind. Ein Besuch bei den Demolition Derby Dolls Hannover.

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Die Demolition Derby Dolls aus Hannover wollen in dieser Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die Nase ist noch ein wenig blau. Und auch die Arme und Beine von Janine Bendlin weisen den ein oder anderen grün-bläulichen Fleck auf. Die Hannoveranerin hat sich aber nicht geprügelt. Sie ist Rollschuh gefahren - wenn auch in einer recht unorthodoxen Form. Die 31-Jährige ist ein Demolition Derby Doll, eine Spielerin des Hannoverschen Rollerderby-Teams.

Bei der Vollkontaktsportart, die vornehmlich von Frauen gespielt wird, geht es etwas härter zu als beim Handball oder Hockey. Rollerderby ist eine Art Verfolgungsjagd auf Rollschuhen, bei der Rempeln und Blocken erwünscht sind. Deshalb tragen die Spielerinnen, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen, Helme und Ellbogen-, Knie und Handgelenkschoner. Auch ein Mundschutz gehört zu der Ausrüstung. Im Training hat Bendlin kürzlich von einer Mitspielerin einen Ellbogen abbekommen. Die Nase hat geblutet. „Das ist aber halb so wild“, sagt sie und grinst. Eine Teamkollegin hat es da schlimmer erwischt: Sie hat sich beim Rollerderby das Fußgelenk gebrochen. Bei dem ersten Heimspiel der Saison heute gegen die Zombie Rollergirlz Münster wird sie nur zuschauen können.

"Gute Möglichkeit, Aggressionen abzubauen"

„Rollerderby ist aber mehr als Mädchen, die sich gegenseitig umhauen. Es ist ein durchaus taktischer Sport“, sagt Bendlin. Immerhin umfasst das Rollerderby-Regelwek rund 70 Seiten. Dennoch sei die Sportart eine gute Möglichkeit, um Aggressionen abzubauen. Zweimal in der Woche trainieren die etwa 20 Demolition Dolls in der Sporthalle der IGS Mühlenberg. Die Frauen fiebern schon auf die Spiele hin. In den Halbzeitpausen spielen Bands, nach den Partien wird gefeiert.

Das monotone Geräusch der Rollschuhe wird dort nur ab und zu von einem dumpfen Knall unterbrochen. Wenn wider jemand gestürzt ist. Diesmal ist es aber gut gegangen. Die Spielerin kann nach einem leisen Stöhnen wieder aufstehen, Knieschützer und Helm richten und weitermachen. Beim Training üben die Dolls außer bremsen, Gegner blocken und Fahrmanöver auch ungefährliches Stürzen. „Und bevor die Rookies bei Spielen mitfahren dürfen, müssen sie zuerst einen Minimal-Skills-Test machen“, sagt Teamcaptain Bendlin. Dabei wird die Fahrsicherheit überprüft, um das Verletzungsrisiko gering zu halten. Doch ganz ohne Blessuren kommen die wenigsten davon. Außer blauen Flecken seien Bein- und Fußverletzungen am häufigsten.

Aufstieg angepeilt

Das Risiko gehen die Dolls, die es seit fünf Jahren gibt, aber ein. Schließlich haben sie ein Ziel für die kommende Saison: Sie wollen den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. Im vergangenen Jahr sind sie in der Relegation gegen Barockcity Rollerderby Ludwigsburg gescheitert. Ein Sieg am Sonnabend wäre also schön. Am besten ohne schwere Verletzungen.

Neugierig? Die Demolition Derby Dolls Hannover spielen am Sonnabend um 16 Uhr in der IGS Mühlenberg gegen die Zombie Rollergirlz aus Münster.

Rollerderby:So wird gespielt

Beim Rollerderby treten zwei Teams mit jeweils maximal 14 Spielerinnen gegeneinander an. Gespielt wird auf Rollschuhen und einer ovalen Kreisbahn (Track). Rollerderby ist ein Vollkontakt-Sport, denn das wichtigste Hilfsmittel auf dem Track ist der eigene Körper. Ein Spiel (Bout) dauert zweimal 30 Minuten und ist in Jams von maximal zwei Minuten unterteilt. In jedem Jam schickt jedes Team fünf Spielerinnen an den Start: je einen Jammer und vier Blocker. Der Jammer muss schnell sein, denn er ist der Punktemacher. Die Blocker versuchen, durch Ausbremsen, Abdrängen oder Anrempeln das gegnerische Team aufzuhalten und am Punkten zu hindern. Einer der vier Blocker hält dabei die eigene Abwehr zusammen und sagt Spielzüge an. Er wird Pivot genannt. Illegal sind vor allem Aktionen, die die Sicherheit der Skater gefährden oder unfair sind. Sie sind im 70-seitigen Regelwerk beschrieben und werden im Spiel von den sieben Schiedsrichtern geahndet. Das Blocken in den Rücken, unterhalb der Knie, an Kopf oder Hals ist genauso verboten wie der Einsatz von Armen und Ellbogen. Verstöße werden mit Strafminuten geahndet. iro

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