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Federer und Djokovic im Finale von Wimbledon

„Das wichtigste Match für jeden Spieler“ Federer und Djokovic im Finale von Wimbledon

Roger Federer verlangt in Wimbledon mit Nachdruck seinen Thron zurück, doch noch ist Novak Djokovic der amtierende Rasenkönig. In der Neuauflage des Vorjahresfinals dürften die Sympathien der Fans klar verteilt sein.

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Wimbledon: Sieben Titel hat Federer bislang beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt gewonnen.

Quelle: dpa

London. Um seine neuesten Memoiren zu verkaufen, verriet Boris Becker vor dem Saisonhöhepunkt in Wimbledon ein in der Tennisszene angeblich „offenes Geheimnis“. Sein Schützling Novak Djokovic und Roger Federer seien gar nicht befreundet, sie mögen sich nicht einmal besonders. Alles Quatsch, antwortete Federer knapp: „Boris hat wirklich keine Ahnung.“

Seine Kontroversen trägt der Gentleman aus der Schweiz nie öffentlich aus, er wählt Schläger und Ball, um sich mit seinen Rivalen zu messen. Am Sonntag (15.00 Uhr MESZ/Sky) trifft er sich mit Djokovic im Finale von Wimbledon zum ultimativen Duell der Tennis-Gegenwart.

Als wollten sie Becker widerlegen, tauschten Federer und Djokovic vor ihrem 40. Duell - Federer führt mit 20:19 - Nettigkeiten aus. „Er ist ein großartiger Spieler mit großartigem Erfolg, unglaublichem Erfolg sogar“, lobte Federer den Branchenführer. Der Serbe gab zurück: „Roger hat mich zu einem besseren Spieler gemacht, wir alle wissen, wie gut er ist. Er ist der Größte der Geschichte.“

Sieben Titel hat Federer bislang beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt gewonnen, mit dem achten würde er Pete Sampras (USA) und William Renshaw (Großbritannien) hinter sich lassen und sich selbst zum alleinigen Rekordhalter im Rasenmekka aufschwingen. Mit beinahe 34 Jahren wäre Federer auch der älteste Spieler seit Beginn der Open Era (1968), der in Wimbledon triumphiert.

Auch Djokovic hat ein Rendezvous mit der Geschichte: 30 Jahre nachdem sein Trainer Becker als jüngster Spieler erstmals in Wimbledon triumphierte, hat der 28-Jährige die Chance auf seinen dritten Titel auf den heiligen Rasenplätzen an der Church Road. Damit würde er mit Becker gleichziehen, der hier 1985, 1986 und 1989 den Goldpokal gewann.
„Das ist das wichtigste Match für jeden Tennisspieler“, sagte Djokovic: „Ich werde mich auf alles vorbereiten, was mich da draußen erwarten kann. Es ist ja nicht das erste Mal für mich.“ Im vergangenen Jahr hatte er Federer in einem dramatischen Endspiel über fünf Sätze geschlagen und zum zweiten Mal nach 2011 in Wimbledon gewonnen, doch diesmal trifft er auf den Maestro in Bestform.

Im Halbfinale gegen Andy Murray zelebrierte Federer Tennis wie lange nicht mehr, er selbst sprach später von einem der besten Matches seiner Karriere. „Aber es war eben nur ein Halbfinale, ich muss das Level noch einmal auf den Platz bringen, damit ich von den perfekten Wochen sprechen kann“, sagte Federer, der unangefochtene Publikumsliebling der Tenniswelt.
Die Londoner Zuschauer gönnten ihm selbst den Sieg über Lokalmatador Murray und bewiesen, dass Becker auch mit seiner zweiten Einschätzung im werbewirksamen Interview vor Turnierbeginn falsch lag. Es sei unmöglich, von allen gemocht zu werden, meinte Becker. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn du vom Platz gehst und selbst die Leute in der Royal Box applaudieren, bis du in der Umkleide verschwunden bist“, erzählte Federer.

In seinem zehnten Wimbledonfinale ist Federer erneut die Unterstützung der Fans gewiss, diesmal sogar die ungeteilte. Daran ändert selbst die Präsenz des ewig 17-jährigen Leimeners in Djokovics Box nichts.

sid

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