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Ruder-Standort Hannover ist in Gefahr

Zentralisierung der Leistungsstandorte Ruder-Standort Hannover ist in Gefahr

Der Deutsche Ruder-Verband plant eine Zentralisierung der Leistungsstandorte – und damit den Abzug aus Niedersachsen. Damit wäre der Ruder-Standort Hannover in Gefahr.

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Was wird aus Ihnen? Hannovers Ruder-Standort ist in Gefahr.

Quelle: Archiv

Hannover. Eine Tradition droht zu verkümmern. Der Rudersport steht in Hannover vor einer ungewissen Zukunft, nicht nur wegen der Trainings- und Materialintensität (ein Ruderboot kostet nun einmal weitaus mehr als ein Paar Laufschuhe). Der Erwachsenen-Leistungssport in den beiden Traditionsvereinen DRC von 1884 und HRC von 1880 steht auf der Kippe. Geht es nach den Plänen des deutschen Verbandes, dann trainieren alle Olympiakandidaten künftig nur noch an drei Standorten – Dortmund (Riemen Männer), Potsdam/Berlin (Skull und Riemen Frauen) und Hamburg/Ratzeburg (Skull Männer und Leichtgewichte).

Die hannoverschen Vereine, die insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Olympiateilnehmer von Wolfgang Hottenrott über Frank Richter bis zur Rio-Starterin Marie Cathérine Arnold herausgebracht haben, müssten ihre Topleute knapp zwei Jahre vor Olympischen Sommerspielen in die drei Bundesstützpunkte ziehen lassen. „Von den Sportlern, die 2020 nach Tokio fahren wollen, wird erwartet, dass sie ab November 2018 täglich mit den anderen Athleten ihrer Disziplinengruppe trainieren“, sagt Christian Held, Sportvorsitzender des DRC. Der Wunsch des Verbandes nach Konzentration entspricht dem Wesen des neuen Leistungssportkonzeptes. Held sieht auch die Notwendigkeit, dass gerade in Großbooten eine langfristige Vorbereitung an einem Standort Vorteile bringt.

Der DRC-Vertreter verweist aber auf zwei Risiken, die diese Maßnahme birgt. „Es gibt keine Ruder-Profis hierzulande unter den Athleten, viele studieren“, sagt er. Da der Verband bisher aber nicht für eine ausreichende Kooperation der Bundesstützpunkte und Universitäten in unmittelbarer Nähe gesorgt hat, gerät eine vernünftige Ausbildung der Sportler in Gefahr. Die Olympia-Siebte Arnold beispielsweise absolviert derzeit ein Master-Studium im Bereich Meereswissenschaften in Kiel, sie müsste aber von Ende 2018 an in Berlin/Potsdam ihren Sport täglich betreiben, ohne dass sie dort ein entsprechendes akademisches Angebot vorfindet. Das heißt für viele Topathleten: Sie müssen für einen Olympiastart in einer Sportart, in der sie keine Chance aufs Geldverdienen haben, ihr Studium auf die lange Bank schieben und damit die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt schmälern.

Die Konzentration von Topathleten an einem Standort schade aber auch den Vereinen, ergänzt Held. „Den Heimtrainern wird die Möglichkeit genommen, mit guten Leuten langfristig zu arbeiten“, sagt er. Thorsten Zimmer etwa leiste seit Jahren hervorragende Arbeit in Hannover und führt regelmäßig Talente zu internationalen Großereignissen – auf Honorarbasis.

Held befürchtet, dass solche Fachleute an Motivation einbüßen,wenn sie ihre besten Sportler regelmäßig an Zentralen abführen müssen und schlimmstenfalls den Vereinen sogar verloren gehen. Noch ist der Ruder-Standort Hannover mit einem Dutzend Sportlern, die internationale Perspektiven haben, gut aufgestellt. Und zumindest Talente bis 22 Jahre werden in der Landeshauptstadt trainieren, die im neuen Konzept Nachwuchsstützpunkt im Rudern werden soll. Held gibt aber zu bedenken, dass es auch andere Wege zu Goldmedaillen gibt als Zentralismus. „Früher“, sagt der Sportvorstand, „haben sich die Boote aus den großen Vereinen schon bei deutschen Meisterschaften so harte Wettkämpfe geliefert, dass die Sieger bestens gerüstet waren für die internationale Herausforderung.“

Das sind die Hoffnungsträger aus Hannover

Marie Cathérine Arnold (HRC) : Die Olympia-Siebte im Doppelzweier forciert ihr Master-Studium, fährt aber bei den deutschen Kleinboot-Meisterschaften am Wochenende nach Ostern in Köln mit. Die 25-Jährige will sich für internationale Starts im Doppelzweier oder Einer empfehlen. Der Doppelvierer – in diesem Boot war Arnold zweimal Europameisterin und WM-Zweite – kommt für sie nicht infrage.

Julius Peschel (DRC) : Der 26-Jährige war in Rio de Janeiro als nicht offizieller Ersatzruderer für den Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann mit dabei. In diesem Jahr will er sich einen Stammplatz in dem Boot sichern und damit den WM-Start in Florida erreichen – ein erstes Ausrufezeichen setzte Peschel mit dem Mainzer Moritz Moos im Zweier, beide gewannen die Langstrecken-Regatta Anfang April in Leipzig. Mittelfristig muss sich Peschel wohl umorientieren, will er 2020 bei den Olympischen Spielen starten. Der „leichte“ Vierer wird aus dem Programm genommen, dann müsste Peschel Doppelzweier fahren.

Carlotte Nwajide (DRC) : Die 21-Jährige ist noch bei der U23-WM und -EM startberechtigt und sichere Kandidatin für einen Platz in den Skull-Booten. Sie hat aber auf der Langstrecke in Leipzig als Vierte im Einer bewiesen, dass sie mit den Erwachsenen mithalten kann. Vielleicht schafft sie ebenfalls die Nominierung für die WM in Florida.

Alexander Egler (26) und M atthias Hörnschemeyer (22, beide DRC) setzen in diesem Jahr auf ihr Studium. Beide trainieren in Dortmund und wollen sich dort von 2018 an für den Achter beziehungsweise Vierer empfehlen.

Internationale Einsätze im Nachwuchsbereich haben Frauke Hundeling (21), Lena Osterkamp (18), Paul Peter (19) und Malte Engelbracht (17) vom DRC sowie Janka Kirstein (19), Frauke Lange (20), Lena Schielke (21), Jannik Menke (20) und Johanna Grüne (18) vom HRC im Blick. Die U23-WM ist in Plovdiv, die U19-WM im litauischen Trakai. Die kontinentalen Championate finden in Kruszwica (Polen) und in Krefeld statt.

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