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Russland sagt Kooperation im Doping-Skandal zu

Olympia Russland sagt Kooperation im Doping-Skandal zu

Die US-Justiz sieht im russischen Dopingskandal Verschwörung und Betrug und ermittelt gegen Trainer und Athleten. Russland selbst will bei der Aufklärung helfen. Wehrt sich aber gegen einen Generalverdacht gegen alle russischen Sportler.

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Moskau/New York. Auch nach neuen Doping-Anschuldigungen stellt sich Russland schützend vor seine Sportler. Gut elf Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro weist die Regierung in Moskau einen Generalverdacht gegen die Athleten zurück. US-Justiz, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erhöhen angesichts des Verdachts staatlich organisierten Dopings den Druck auf Russland, den Doping-Sumpf trockenzulegen und Betrügern das Handwerk zu legen. Das Sportministerium in Moskau forderte Fairness gegenüber unschuldigen Athleten. "Sauberen Sportlern, die Jahre ihres Lebens dafür gegeben und gewissenhaft trainiert sowie alle Regeln eingehalten haben, sollte das Recht zur Teilnahme an Wettbewerben nicht verwehrt werden", so das Sportministerium in Moskau am Mittwoch.

Wird Russland von Olympia ausgeschlossen?

Im schlimmsten Fall droht Russland der Ausschluss von den Spielen in Rio. Das hält angesichts der schweren Vorwürfe gegen russische Sportler und Funktionäre bei den Winterspielen 2014 in Sotschi selbst IOC-Präsident Thomas Bach für möglich.

Bach schrieb in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch): "Sollte es Hinweise auf ein organisiertes und flächendeckendes Doping-System geben, das weitere Sportarten betrifft, müssten die Internationalen Verbände und das IOC die schwierige Entscheidung zwischen kollektiver Verantwortung und individueller Gerechtigkeit treffen."

Russlands Leichtathleten stehen schon unter verschärfter Beobachtung. Im November hatte der Leichtathletik-Weltverband IAAF die Sportler auf Grundlage eines WADA-Berichts über systematisches Doping suspendiert. Am 17. Juni will die IAAF entscheiden, ob der Olympia-Bann gegen Russland Leichtathleten aufgehoben wird.

Leiter des Anti-Doping-Labors gesteht Betrug

Nun behauptet der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Gregori Rodschenkow, dass auch russische Wintersportler im großen Stil betrogen haben. Er selbst habe systematische Manipulationen im Team während der Sotschi-Spiele mitorganisiert. Laut Rodschenkow, der jetzt in Los Angeles lebt, waren 15 der russischen Medaillengewinner gedopt gewesen. Dafür gibt es bisher keine unabhängigen Beweise. Russlands Nationales Olympisches Komitee (NOK) sicherte der WADA Unterstützung zu, so die Dopingproben von Sotschi erneut getestet werden. Allerdings habe es bisher keinen Zweifel an den Resultaten gegeben.

In die Vorgänge von Sotschi schaltete sich das US-Justizministerium ein und ermittelt laut "New York Times" wegen möglicher Verschwörung und Betrugs. Das Blatt berief sich auf zwei namentlich nicht genannte Quellen, die mit dem Fall vertraut seien.

Die US-Staatsanwaltschaft für den östlichen Bezirk von New York sei federführend. Die Behörde habe russische Offizielle, Athleten, Trainer sowie Anti-Doping-Verantwortliche im Visier, hieß es. Auf dpa-Anfrage sagte Nellin N. McIntosh: "Es ist Politik des Justizministeriums, etwaige Ermittlungen nicht zu kommentieren. Ich kann das also weder bestätigen noch dementieren."

Ermittlungen der USA wie diese sind schon bei geringsten vermuteten Verbindungen in die Vereinigten Staaten möglich, oder wenn eventuell Gelder über eine US-Bank geflossen sind. Auf Bitten des IOC stellte die WADA inzwischen ein Ermittlerteam zusammen, um die Sotschi-Vorwürfe zu untersuchen.

dpa/RND/mat

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