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Spelmeyer ist nach zehn Jahren am Ziel

Unsere Stars für Olympia Spelmeyer ist nach zehn Jahren am Ziel

Fünf Ringe für Hannover: 400-Meter-Läuferin Ruth Sophia Spelmeyer sammelt Erfolge mit Köpfchen und lernt aus Rückschlägen. In diesem Sommer erfüllt sich ihr Traum: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

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Schnell und kämpferisch: 400-Meter-Läuferin Ruth Sophia Spelmeyer.

Quelle: dpa

Hannover. Olympische Spiele sind nicht nur ein Traum für alle Athleten, sie stellen auch besondere Anforderungen an die Teilnehmer. „Es wird vieles größer sein als bei den übrigen Wettkämpfen“, sagt Ruth Sophia Spelmeyer. Damit meint die aktuelle deutsche Meisterin im 400-Meter-Lauf nicht nur die Formalien vor dem Start, sondern auch die eigene Aufregung. „Ich habe das vor gut einem Jahr bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag gemerkt. Es war mein erster internationaler Einzelwettkampf, ich war unsicher, unerfahren und konnte meine Leistung nicht abrufen.“ Die 25-Jährige, die in Hannover lebt, ist im Nachhinein aber gar nicht so unglücklich über dieses Erlebnis. „Solch eine Feuertaufe ist wichtig, um später einmal stark zu sein“, sagt sie.

Spelmeyer fand den Erfolgsweg. Sie knackte in diesem Jahr die international respektable 52-Sekunden-Marke über die Bahnrunde. „Ich habe mich so gefreut über die 51 vor dem Komma, das war zwei Jahre lang mein Ziel gewesen“, sagt sie. Das Glücksgefühl wuchs noch, als sie über Lautsprecher die Worte vernahm: „Olympianorm erfüllt.“

Der Weg nach Brasilien führt für Spelmeyer und ihre Leichtathletikkollegen aber über die Niederlande. In Amsterdam finden vom 6. bis 10. Juli die Europameisterschaften statt, die Langsprinterin startet im Einzel und in der Staffel. Und mit den 51,92 Sekunden aus Regensburg belegt die Hannoveranerin derzeit den 10. Rang in der europäischen 400-Meter-Bestenliste. Diese Ausgangsposition rechtfertigt ihre Hoffnung auf einen Start im Finale der besten acht. „Das wird aber schwer“, sagt Spelmeyer. In Rio ist die Konkurrenz wesentlich schärfer. „Dort laufen die Besten der Welt aus den USA, der Karibik und Afrika. Europa ist da nur zweite Wahl“, sagt die Läuferin realistisch.

Spelmeyer kennt ihre Möglichkeiten. Und sie stellt sich mühsamen Wegen auch außerhalb des Sports. Die 25-Jährige studiert Psychologie in Hildesheim. „Natürlich strecke ich die Studienzeit, um Leistungssport treiben zu können“, sagt die Läuferin. Der Weg bis zur Festanstellung oder eigenen Praxis ist ohnehin weit. Nach dem Masterabschluss muss sie eine mindestens dreijährige Ausbildung zur Therapeutin absolvieren. „Wir sammeln ja keine praktische Erfahrung im Studium“, sagt sie.

Ihre sportlichen Ansprüche formulierte Spelmeyer, deren Talent eine engagierte Grundschullehrerin erkannte und sie in den Leichtathletik-Verein schickte, schon vor zehn Jahren auf sogenannten Kader-Erfassungsbögen. „Sie war eine von drei Sportlerinnen während meiner fast 15-jährigen Tätigkeit hier am Stützpunkt, die als Ziel die Olympischen Spiele angegeben hat“, sagt der leitende Leichtathletik-Landestrainer Edgar Eisenkolb. „Und sie hat es im Gegensatz zu den beiden anderen, die längst nicht mehr aktiv sind, geschafft.“

„Man muss stark im Kopf sein“

Der 58-Jährige hebt vor allem eine Eigenschaft der Athletin hervor: „Man muss stark im Kopf sein.“ Eisenkolb erzählt von einem Rennen Spelmeyers, in dem diese auf der Zielgerade vor Konkurrenten lag, die der Papierform nach stärker waren. „Ich zweifelte, ob sie die Führung halten kann“, sagte er. Die Sportlerin verteidigte aber diesen 1. Platz und sagte hinterher zum Coach, sie sei sich sicher gewesen, nicht zu verlieren. Der Lerneffekt von Prag zeigt Wirkung.

Spelmeyer trainiert in einer starken Viertelmeilergruppe in Hannover - mit EM-Starter Alexander Gladitz, schnellster Mann auf der Bahnrunde hierzulande, sowie Alexander Juretzko, Laura Gläsner, Anna Raukuc und Ann-Kathrin Kopf, die in Deutschland zu den Top Ten gehören. „Das gibt es nur in Hannover“, sagt Eisenkolb stolz. Die Bahnrunde fordert wie keine andere Laufdistanz von den Athleten, an ihre Grenzen zu gehen. „Man muss voll loslaufen und darf sich nicht zurückhalten am Beginn“, sagt Spelmeyer. „Was am Anfang verloren geht, kann man im Endspurt nicht mehr aufholen.“ Deshalb hatte sie auch lange gezögert, ob die 400 Meter die richtige Strecke sind. „Als Jugendliche bin ich 100 und 200 Meter gelaufen, mehr schien mir zu lang zu sein“, sagt sie. Als sie 2011 nach diversen Empfehlungen doch auf die längere Sprintstrecke umstieg, „merkte ich, dass es gar nicht so schlimm ist“.

Hannover bietet der Studentin optimale Bedingungen, und sie fühlt sich noch wohler, seit sie eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund hat. Sportliche Heimat bleibt aber der VfL Oldenburg. „Man kennt mich, man unterstützt mich dort, man berichtet über meine Erfolge“, sagt Spelmeyer. „Und ich wechsle auch nicht so einfach den Verein.“

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