Von diesem Dienstag an gibt es wieder ermäßigte Karten – allerdings nur für den Oberrang.
Man muss schon ein Höchstmaß an Geduld aufbringen, wenn man Fan des Eishockey-Erstligisten Hannover Scorpions ist. Das Play-off-Viertelfinale gegen den EHC Wolfsburg ist im vollen Gange – und damit zugleich ein Ticket-Hick-Hack, das viele Rätsel aufgibt. Zunächst gab es ermäßigte Tickets ohne Beschränkung, dann wurde im Laufe des Vorverkaufs die Anzahl dieser Karten für die ersten beiden Heimpartien begrenzt.
Am Montag nun der 3. Akt: Von diesem Dienstag an gibt es wieder ermäßigte Karten – allerdings nur für den Oberrang. Und weil es technisch nicht anders machbar ist, können Kurzentschlossene sogar noch ermäßigte Oberrangkarten für die heutige Partie erwerben.
„Das ist keine Rückruderaktion“, sagt Marco Stichnoth, „sondern die Folge einer Auswertung, die wir vorgenommen haben.“ Der Scorpions-Geschäftsführer hatte das Käuferverhalten in den Heimpartien gegen Nürnberg und Wolfsburg ausgewertet und daraus den Schluss gezogen, dass es am meisten Sinn macht, für die Partie am Sonntag die 2700 Plätze im Oberrang für Ermäßigungen anzubieten. So soll gewährleistet werden, dass auch Familien mit Kindern ein ausreichendes Kontingent an günstigen Tickets zur Verfügung steht. Gleiches gilt für Gäste-Fans.
So kompliziert der Kartenkauf sich dieser Tage für Scorpions-Zuschauer gestaltet, so einfach ist die Intention der Verantwortlichen: Es muss mehr Geld durch Ticketverkäufe eingenommen werden, um nicht ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie die Duisburger Füchse. Dort hat Alleingesellschafter Ralf Pape nun endgültig genug vom Draufzahlen. „Das Schlaraffenland Duisburg ist geschlossen“, sagte Pape, dessen Klub am Sonntag seinen endgültigen DEL-Rückzug verlautbarte.
Es sind Szenarien wie dieses, die auch Stichnoth umtreiben und sein Handeln bestimmen. Denn die Scorpions hängen ähnlich wie die Füchse und zahlreiche andere DEL-Klubs am Tropf eines Mäzens. Günter Papenburg heißt der Mann, der jedes Jahr eine erhebliche Summe zuschustert, damit die Scorpions wettbewerbsfähig bleiben, um wie derzeit in den Play-offs zu spielen. Nun versucht Stichnoth, seine Scorpions möglichst unabhängig von den Zuschüssen Papenburgs zu machen – gerade vor dem Hintergrund, dass der Großunternehmer im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um die TUI Arena mit dem Verkauf der DEL-Lizenz gedroht hatte. Die von Stichnoth selbst im Nachhinein als unglücklich bezeichnete kurzfristige Streichung der Ermäßigungen gehört zu seinen ersten Maßnahmen zur Einnahmeerhöhung – was zu Unmut speziell bei Familien geführt hatte.
Tatsächlich tariert Stichnoth derzeit die Schmerzgrenze aus, was die Zuschauer zu zahlen bereit sind, und nimmt dabei in Kauf, dass zwar wie Dienstagabend die Einnahme stimmt, zahlreiche Plätze in der Arena jedoch frei bleiben werden. „Wir haben in der Vergangenheit viel zu wenig an Ticketeinnahmen erzielt. Ärger“, sagt Stichnoth, „den bekomme ich so oder so.“
Dabei könnte man die Rechnung auch andersherum aufmachen: Die Scorpions geben zu viel Geld aus. Grund dafür ist vor allem die riesengroße Spielstätte, deren Unterhaltung sehr teuer ist und für deren Benutzung die Scorpions immens viel Geld ausgeben müssen. Mehr als eine halbe Million Euro an Hallenmiete werden pro Saison fällig. Deshalb appelliert Stichnoth immer wieder an Stadt, Region und Land, sich am Betrieb der Arena zu beteiligen. „In Düsseldorf etwa zählt die Stadt zu den Betreibern des ISS-Dome“, zieht Stichnoth einen Vergleich. „Dort hilft die Kommune, die Verluste der im Dome spielenden DEG aufzufangen.“
Allerdings haben die Scorpions auch ein hausgemachtes Problem. Über Jahre versuchte die Klubführung, über subventionierte Eintrittspreise Zuschauer in die Arena zu locken – was nun wie ein Bumerang wirkt: Nur wenige dieser Leute sind bereit, viel mehr Geld für Play-off-Eishockey auszugeben.
Dass mit der neuerlichen Umstellung jetzt Ruhe einkehrt, ist eher unwahrscheinlich. Für die treuen Fans im Stehplatzbereich, die für die Stimmung zuständig sind, fällt das Anrecht auf Ermäßigungen weg. Zwar kommen Dauerkartenbesitzer nach wie vor in den Genuss von 30 Prozent Rabatt auf Play-off-Tickets. Jugendliche bis 17 Jahre jedoch, die keine Saisonkarte besitzen, müssten zumindest am Sonntag 17,50 statt elf Euro für ihren angestammmten Platz berappen.
Kommentare
Ermäßigung für Familien Frank Familien Vater – 21.03.09
Ein offener Brief von einer Familie,an den Vorstand der Hannover Scorpions, und den Geschäftsführer Herrn Stichnoth
Wir können verstehen, dass Sie als Unternehmen Gewinne erzielen müssen und auch sollen, um den Erhalt der Hannover Scorpions zu garantieren und auch langfristig zu sichern. Doch kennen wir keinen Verein oder eine Sportart, wo das auf Kosten der Kinder geschieht, geschweige denn auch umgesetzt wird. Nach einem Proteststurm haben Sie nun ein wenig eingelenkt und ihre Entscheidung, Familien aus der Arena zu verbannen, überdacht. Nun dachten wir im ersten Moment, dass wir doch noch eine große Familie werden können und unsere Kinder ihren Idolen zum Anfassen nahe sind. Doch weit gefehlt, Sie wollen die kleinen Quälgeister mit ihren Eltern gar nicht haben und wenn überhaupt dann nur unter dem Hallendach, wo Sie ihrer Meinung nach vielleicht hingehören. Dort oben bieten Sie nun ermäßigte Karten für unsere Kinder an, was sich im ersten Moment auch gut anhört, doch wieder weit gefehlt, denn am Sonntagsspiel zahlte ich für meine zwei Kinder in der Fankurve (wo wir immer sind) U5 je 9 Euro und für meine Frau und mich je 17,50 Euro das machte zusammen 53 Euro für meine Familie was noch OK. Nun verbannen Sie uns auf die schlechtesten Plätze unters Dach und ich soll nun 68 Euro für meine Familie zahlen, was schon wider eine Erhöhung von 15€ bedeutet. Meine Frau und ich begleiten die Scorpions nun schon seit 17 Jahren und sind immer mit ganzem Herzen dabei gewesen und vor allen Dingen haben wir unsere Jungs immer mit aller Kraft unterstützt und angefeuert. Die Kinder konnten wir genauso für den Sport begeistern wie wir es schon lange sind. Unsere beiden Kinder begleiten uns nun seit mehr als 5 Jahren und ich glaube ich brauche ihnen nicht zu sagen wie viel Geld wir für den Sport mit Fanartikeln und Speisen und Getränken schon ausgegeben haben. Das nur mal zu ihrer Aussage, dass die Fans bereit sein müssten jetzt mal mehr für den Sport zu investieren und nicht immer nur zu vergünstigten Preisen kommen. Die waren Fans können Sie da wirklich nicht mit meinen, denn wir haben immer den regulären Eintrittspreis bezahlt. Uns Eltern blutet das Herz und unsere Kinder macht es traurig wie Sie jetzt nach so langer Zeit mit uns umgehen, denn wir fühlen uns nicht mehr willkommen in der Arena. Haben Sie den Mut und gestehen ihren Fehler ein und machen ihre Entscheidung wieder rückgängig und lassen die wahren Fans und auch die mit Kindern die immer mit ganzem Herzen ihre Mannschaft angefeuert haben wieder zurück in die Fankurve, wo sie ja auch schließlich hingehören. Wir können und wollen nicht für ihre Fehler die Sie in der Vergangenheit gemacht haben bezahlen. Wenn Sie ermäßigte Karten nicht durch ihr Personal kontrollieren lassen und dann feststellen, dass 68% ermäßigte Karten im letzten Jahr verkauft wurden, dann darf es Sie auch nicht wundern, dass Sie zu wenig Einnahme erzielt haben. Sie gehen eindeutig den falschen Weg und werden so nur dafür sorgen, dass die Menschen, die dem Sport wirklich treu sind, von ihm fernbleiben. Familien mit Kindern sind die Zukunft und das gilt auch für die zukünftige Generation der Hannover Scorpions Fans. Ich appelliere an ihren gesunden Menschenverstand und hoffe, dass Sie ihre Entscheidung bis Sonntag rückgängig machen, damit wir alle gemeinsam unsere Scorpions anfeuern können. Wenn nicht werden und müssen wir leider wieder dem Spiel fernbleiben, da wir diese Preise als Familie einfach nicht zahlen können. Ich appelliere an alle Familien und diejenigen die es betrifft wieder der Arena fernzubleiben, so leid es uns auch tut für unsere Mannschaft und unseren Trainer Hans Zach, der ein Vorbild für alle sein sollte und besonders für die Verantwortlichen.
WE ARE FAMILY ?
Wir wollen eine Familie sein! Wollen das die Verantwortlichen den auch?
Wenn ja dann zeigen Sie Charakter und machen ihre Entscheidung wieder rückgängig Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Zuschauerzahl bei den Scorpions Klaus Meinhard – 18.03.09
Die sportliche Talfahrt in den Play Offs sowie die geringe Zahl der anwesenden Zuschauer bei den Heimspielen der Hannover Scorpions ist die Antwort auf die Machenschaften des Managers Marco Stichnoth. Der Sprung vom Türenverkäufer zum Manager eines Profi - Sportvereins sowie einer Multfunktionsarena scheint wohl etwas zu groß gewesen zu sein. Missmanagment ist die tatsächliche Ursache für das Desinteresse der Zuschauer aus dem Umland, da hilft auch kein Jammern über fehlende Zuschüsse von Stadt, Land und Sponsoren ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenZuschauerzahlen bei den Scorpions Klaus Meinhard – 18.03.09
Die sportliche Talfahrt in den Play Offs sowie die geringe Zahl der anwesenden Zuschauer bei den Heimspielen der Hannover Scorpions ist die Antwort auf die Machenschaften des Managers Marco Stichnoth. Der Sprung vom Türenverkäufer zum Manager eines Profi - Sportvereins sowie einer Multfunktionsarena scheint wohl etwas zu groß gewesen zu sein. Missmanagment ist die tatsächliche Ursache für das Desinteresse der Zuschauer aus dem Umland, da hilft auch kein Jammern über fehlende Zuschüsse von Stadt, Land und Sponsoren ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenZuschauerzahlen bei den Scorpions Klaus Meinhard – 18.03.09
Die sportliche Talfahrt in den Play Offs sowie die geringe Zahl der anwesenden Zuschauer bei den Heimspielen der Hannover Scorpions ist die Antwort auf die Machenschaften des Managers Marco Stichnoth. Der Sprung vom Türenverkäufer zum Manager eines Profi - Sportvereins sowie einer Multfunktionsarena scheint wohl etwas zu groß gewesen zu sein. Missmanagment ist die tatsächliche Ursache für das Desinteresse der Zuschauer aus dem Umland, da hilft auch kein Jammern über fehlende Zuschüsse von Stadt, Land und Sponsoren ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenHannover Scorpions Lars F. – 17.03.09
Sich die Krönung der Saision, nämlich die PlayOffs, so kaputt zu machen, das ist schon ziemlich unklug. Die Spieler und Fans werden um Ihren Lohn gebracht. Ich soll für meinen Sohn 30 Euro im Mittelrang bezahlen....das geht nicht! Ich war das ganze Jahr da, die PlayOffs finden ohne mich statt.Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Preise - wenige Ermäßigungen - bis gar keine Angie – 17.03.09
Erst mal danke für den tollen Beitrag. Die Rechnung die Marco Stichnoth aufstellt, ist alles andere als wirtschaftlich logisch. Der gute Mann, der sicherlich stets bemüht ist, vergisst dabei, dass sich diese Art der Preispolitik auf die nächste Saison auswirkt. Die so mühevoll aufgebauten Fans (Kunden) fühlen sich nun sehr veräppelt und der ein oder andere wird Konsequenzen daraus ziehen. Hat dieser Mann kein Wirtschaftsstudium oder einen Berater? Alle senken ihre Preise, locken mit tollen Angeboten oder belassen ihre Preise in der Wirtschaftskrise, nur Marco Stichnoth fährt auf einem Boot ins Niemandsland, wo noch alles perfekt ist, es keine Wirtschaftskrise gibt, keine Arbeitslosen und keine Familien gibt. Dabei sind es nicht die Preiserhöhungen die die Kunden verärgern, sondern der Wegfall der Ermäßigungen für die Kinder und der Sozialschwachen. Der gute Mann will auf einigen Beinen stehen - Entschuldigung ich muss nun echt lachen. Ein guter Witz. Es nützt nun auch nichts mehr zu sagen, dass mit dem Wegfall der Ermäßigungen für Kinder und Sozialschwache, ein etwas unglücklicher Weg eingeschlagen wurde. Er wurde gemacht und das wieder gerade zu biegen, bedarf einige Zeit. Zeit die wohl Marco Stichnoth nicht ewig hat. Ein Unternehmen aufzubauen dauert Jahre, es zu zerstören nur einen Wimpernschlag. Schade für die Eishockeyspieler, gerade sie hätten es verdient gehabt, vor ein großen Kulisse zu spielen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben