Die Serie bleibt hart umkämpft und spannend - doch der Vorteil liegt nun beim EHC Wolfsburg. Im 3. Viertelfinal-Play-off-Spiel der Hannover Scorpions gegen den Rivalen aus Niedersachsen sind die Wolfsburger am Dienstag durch einen 3:2 (1:0, 0:0, 2:2)-Sieg mit 2:1 in Führung gegangen. Sie benötigen nur noch zwei Siege zum Einzug ins Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Das Scorpions-Team von Trainer Hans Zach muss nun mindestens einmal auswärts gewinnen, um in die Vorschlussrunde zu gelangen.
Am Dienstag mussten die Fans der Scorpions unter den lediglich 3718 Zuschauern in der TUI Arena zunächst einmal einen schweren Schock verdauen. Torwart Dimitri Pätzold, in den bisherigen Play-off-Spielen ein Leistungsträger, musste vor Spielbeginn verletzt passen. So kam in Alexander Jung ein Goalie zum Zuge, der das letzte Mal am 22. Februar spielte. Eine 1:5-Niederlage stand seinerzeit bei den Kassel Huskies zu Buche. Die Frage, ob Pätzold das 0:1 hätte verhindern können, ist müßig. Der Schuss von Jan Zurek aus spitzem Winkel war gut, schien aber auch nicht unhaltbar.
In den Play-offs können es kleine Dinge sein, die eine Serie entscheiden. Das 0:1 war ein solcher Punkt, ein anderer die mangelnde Chancenverwertung der Gastgeber im weiteren Verlauf der Partie. Thomas Dolak etwa hatte zweimal den Ausgleich auf dem Schläger: In der 16. Minute traf er aus schwierigem Winkel das leere Tor nicht, drei Minuten später schoss der 29-jährige Stürmer knapp über das Gehäuse von EHC-Schlussmann Oliver Jonas, der sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen konnte.
Dass der Wolfsburger im weiteren Verlauf des Spiels immer weiter in den Blickpunkt der Zuschauer rückte, war die Folge einer fortan defensiven Ausrichtung der Gäste - und immer stärker werdenden Scorpions. Die Folge war eine Flut an Torschüssen - insgesamt 49 - des Zach-Teams, das allerdings lange Zeit keinen Weg fand, den Puck ins Tor zu bringen. Mal fehlte der rechte Zug zum Tor, dann das Schussglück.
Doch die Hartnäckigkeit der Gastgeber wurde zunächst dennoch belohnt: Chris Herperger fälschte zu Beginn des Schlussdrittels einen Schuss von Eric Schneider ab - und zum Ausgleich ins Tor. Der dritte Treffer des Stürmers in der Serie bedeutete gleichzeitig den Auftakt einer furiosen Schlussphase. Die erneute EHC-Führung durch Sebastian Furchner glich der starke Rainer Köttstorfer 21 Sekunden später per schönem Schlagschuss zum 2:2 aus.
Wiederum nur 61 Sekunden später fiel dann die Entscheidung, als Matt Kinch in Überzahl zum 3:2 traf. Die Scorpions-Niederlage am Dienstag hatte eine Menge mit Pech zu tun - denn Matt Dzieduszycki vergab Sekunden vor Schluss noch den möglichen Ausgleich, als er dreimal in Folge an Jonas scheiterte.
Es sind keine schönen Tage für die Scorpions: eine Heimniederlage, dazu die Diskussion um ermäßigte Karten in der TUI Arena - für die Scorpions haben die Play-offs unglücklich begonnen. Und sie drohen nun auch noch viel schneller vorbei zu sein, als viele das erwartet haben.
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