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Ratlose Regentin

Tennis-Turnier in Wimbledon Ratlose Regentin

Serena Williams wird von der Französin Alizé Cornet vom Wimbledon-Thron gestoßen – und ist nach der Niederlage ratlos. Sabine Lisicki vertrieb sich die Wartezeit zwischen ihrem unterbrochenen Spiel mit Stars und Adel.

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„Irgendwie machen alles das Spiel ihres Lebens gegen mich“: Die US-Amerikanerin Serena Williams.

Quelle: dpa

Wimbledon. Wie hört es sich wohl an, wenn die Regentin des britischen Königreiches im stillen Kämmerlein des Buckingham Palastes über die Undankbarkeit ihrer Untertanen sinniert? Vielleicht so: „Oh dear, es ist nicht leicht, Elizabeth II. zu sein.“ Bei Serena Williams, der langjährigen Herrscherin des Frauen-Tennis, klang es jedenfalls genau so. „Es ist nicht leicht, Serena Williams zu sein“, klagte sie nach ihrer Niederlage in Runde 3 gegen eine bürgerliche französische Rebellin namens Alizé Cornet.

Williams hatte keine Ahnung, wie sie nach gutem Beginn vom Weg abgekommen war. Ob es am Hin und Her des regnerischen Tages mit der viereinhalb Stunden dauernden Unterbrechung ihrer Partie gelegen hatte oder eher am entschlossenen Spiel ihrer temperamentvollen Gegnerin. „Ich dachte, ich wäre ganz gut in Form“, meinte sie. „Ich muss mir die Aufzeichnung anschauen, dann sehe ich vielleicht, was ich besser machen kann und was schiefgelaufen ist.“

Sie wirkte ratlos nach der dritten frühen Niederlage bei einem Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr. Aber selbst in der allergrößten Ratlosigkeit sind unübersehbar Spuren ihres Selbstbewusstseins zu erkennen. „Irgendwie“, fand Williams, „machen alle das Spiel ihres Lebens gegen mich. Als wären sie auf der ATP-Tour. Und wenn sie danach gegen andere Mädchen spielen, ist davon nichts mehr zu sehen.“ Wäre interessant gewesen, ihre Reaktion auf den Kommentar von Cornet zu hören, die sagte, sie sei sehr zufrieden mit sich, aber überragend habe sie nicht gespielt.

Wimbledon selbst war nicht in bester Form

Aber auch Wimbledon selbst war nicht in bester Form. Sonst nahezu makellos bei der Planung und gelassen beim Umgang mit kleineren und größeren Katastrophen, ging manches daneben am ersten regnerischen Tag der Championships. Andrea Petkovic brauchte sicher keine Entschuldigung für die Niederlage gegen die starke Eugenie Bouchard (3:6, 4:6), doch wie alle anderen fand sie, das Management des Klubs hätte während einer langen Pause klarere Ansagen machen müssen; so habe sie sich immer wieder warm gemacht und sei nie zur Ruhe gekommen.

Angelique Kerber, deren Begegnung vor der Pause noch nicht begonnen hatte, beamte sich in der Wartezeit in die RTL-Serienwelt und gönnte sich ein paar Folgen, um nicht allzu viel nachdenken zu müssen. Als es dann überraschend schnell hieß, sie müsse raus zum Spiel gegen Kirsten Flipkens, hatte sie noch nicht alles, was zählt, im Kopf und verlor den 1. Satz. Aber je länger die Partie dauerte, desto hatte sie sich und das Geschehen im Griff (3:6, 6:3, 6:2). Kerber hatte Glück mit der Ansetzung und mit dem rechtzeitigen Ende des Spiels, das ihr einen erbaulichen, stressfreien Sonntag bescherte, verbunden mit der Aussicht auf die besondere Herausforderung einer Begegnung mit Maria Scharapowa im Achtelfinale.

Wegen des traditionell spielfreien Sonntags, der nur in größter Nässe und Not gestrichen wird, zuletzt 2004, ist der zweite Montag im All England Club mit den kompletten Achtelfinals bei Männern und Frauen immer ein Tag mit Hochbetrieb auf allen Plätzen. Auch diesmal wird jede Menge los sein, allerdings in etwas ungeordneterer Form. Weil diverse Partien am Sonnabend nicht beendet oder nicht begonnen werden konnten, werden die Nachzügler aus der unteren Hälfte des Tableaus bei den Männern am Montag die 3. Runde beenden, dann am Dienstag mit dem Achtelfinale und am Mittwoch wie geplant mit dem Viertelfinale weitermachen. Zu dieser unteren Hälfte gehören Rafael Nadal und Roger Federer.

Bei den Frauen sieht die Sache für jene vier, die am Wochenende nicht fertig wurden, noch interessanter aus, und das betrifft auch Sabine Lisicki. Die Partie der Berlinerin gegen Ana Ivanovic wurde beim Stand von 6:4, 1:1 abgebrochen, und sollte sie die Fortsetzung am heutigen Montag gewinnen und auch das Spiel danach, dann wäre Lisicki bis zum Halbfinale am Donnerstag täglich im Einsatz. Aber eines nach dem anderen. Die Wartezeit im Regen vertrieb sie sich so gut es ging, und dazu gehörte diesmal eine Begegnung mit dem Ex-Fußballstar David Beckham. Die Sammlung aus der ersten Woche kann sich sehen lassen: Lisicki wurde Camilla, der Herzogin von Cornwall, vogerstellt, lernte Schauspieler Hugh Jackman kennen und traf schließlich Mr. Beckham. Mehr kann man in so kurzer Zeit nur schaffen, wenn man Königin ist.

Doris Henkel

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