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Meister der Konzentration

Skeetschütze Gorden Gosch Meister der Konzentration

Gorden Gosch aus Isernhagen sammelt Erfolge im Wurfscheibenschießen – und seine Leistungen spornen auch den Nachwuchs an.

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Sportschütze Gorden Gosch  ist deutscher Meister in der Disziplin Wurfscheibe Skeet.

Quelle: Surrey

Walsrode. Rötlicher Rauch steigt auf und schwebt über dem Schießstand in der Krelinger Heide. Die orangefarbene Scheibe fällt zu Boden. Sportschütze Gorden Gosch registriert kurz den Treffer, den der Rauch angezeigt hat, legt aber sofort wieder die Flinte an, weil das nächste Kunststoffobjekt im Anflug ist.

Der 25-jährige Gosch ist in der Disziplin Wurfscheibe Skeet aktiv - und ist dort der aktuelle deutsche Meister. „Schießen bietet eine unglaubliche Herausforderung, sowohl körperlich als auch mental“, sagt der Sportler vom Hannoverschen Jagdklub. „Man muss hochkonzentriert sein, um das Ziel zu treffen. Insbesondere dann, wenn es sich nicht um eine fest montierte Schießscheibe handelt, sondern um eine bewegliche Wurfscheibe.“

Der Produktmanager für Saatgetreide betont, dass die Flinte sein Sportgerät ist wie ein Speer für einen Leichtathleten oder ein Säbel für einen Fechter. „Mit denjenigen, die ,Ballerspiele‘ am Computer machen, haben wir nichts gemeinsam“, sagt Gosch kategorisch. Dennoch ist seine Flinte natürlich in einem speziell gesicherten Schrank weggeschlossen - auch wegen ihres Wertes. Eine Sportwaffe für Topathleten kostet etwa 7000 Euro. Das ist viel Geld für jemanden, der seinen Sport unter Profibedingungen betreiben muss, um ganz nach vorn zu kommen, aber Vergütungen erhält wie Amateure.

Ein Besuch bei Gorden Gosch - Deutscher Meister der Skeetschützen

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Gosch wagt einen solchen Spagat. Er selbst wohnt in Isernhagen und arbeitet dort auch bei der Saaten Union, das Training findet aber gut 50 Kilometer entfernt in der Krelinger Heide statt, an einem Schießstand im Wald zwischen den Autobahnen 7 und 27 gelegen. „Das sind 40 Minuten Anfahrt“, sagt Gosch. Heutzutage nimmt er das eigene Auto, früher haben ihn die Eltern oder Großeltern zum Schießstand gefahren. „Ohne ihre Hilfe wäre ich nie so weit nach vorn gekommen“, sagt der Schütze.

In der Krelinger Heide übt Gosch in einer ambitionierten Sportschützengruppe unter der Leitung von Thorsten Hapke. Der 40-Jährige aus der Wedemark trainiert auch Jugendliche wie Lucas Ehrlich (18 Jahre) vom Hannoverschen Jagdklub, deutscher Meister in der Juniorenklasse A, Nele Wißmer (SV Kaltenweide), Dritte in der Juniorenklasse B bei den nationalen Titelkämpfen, sowie Lucas Schultz, Jannis Schulze und Paul Jackisch (alle Hannoverscher Jagdklub), die in der Teamwertung Dritter wurden.

„Ein Schütze muss viel Zeit in seinen Sport investieren“, sagt Hapke, der in Bissendorf-Wietze wohnt. „Man braucht einen guten Rhythmus, um möglichst viele Wurfscheiben zu treffen.“ Ein solches „Automatisieren“ des Zielens und Schießens kann man nur mit Training auf dem Stand erlernen und muss zudem wetterfest sein. Wurfscheibenschießen findet generell im Freien statt. „Da darf man sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, wenn es regnet oder windig ist“, sagt Hapke.

Wie sehr Übung und Erfahrung den Meister macht, zeigt sich gerade am Beispiel des Holzkaufmanns, der sich selbst als „vom Leistungssport zurückgetretenen“ Schützen sieht. Hapke wurde bei den Titelkämpfen in Suhl Zweiter - hinter seinem Musterschüler Gosch - und erreichte dieses Ergebnis dank der langjährigen Erfahrung, die er bei internationalen Meisterschaften und Weltcups gesammelt hat. Zudem gewann er mit dem Team Altona aus Westfalen den Mannschaftstitel.

Zur eigenen Flinte greift Hapke jetzt seltener auf dem Schießplatz, er konzentriert sich auf die Arbeit mit Talenten wie Ehrlich. Der 18-jährige Schüler aus Bad Fallingbostel trainiert „fast täglich“und profitiert auch davon, dass sein Vater Wilfried den Schießstand in der Krelinger Heide betreibt. Der Jugendliche möchte wie Hapke und Gosch auch einmal auf internationaler Ebene starten oder sogar bei den Olympischen Spielen. Doch die sind, sagt Ehrlich, „wohl frühestens für 2020 ein Thema“.

Gosch dagegen wäre schon 2016 im besten Schützenalter für den Olympiastart. Doch der Isernhagener hat einen erheblichen Einschnitt hinter sich. „In diesem Jahr bin ich in meinen Beruf eingestiegen, da musste das Training hinten anstehen“, sagte er. Während des Studiums in Göttingen in den Vorjahren habe er noch drei-, viermal pro Woche üben können.

Dass es dennoch zum Titel gereicht hat, schreibt er günstigen Umständen zu. „Die WM-Starter haben ihren Fokus nicht auf den Wettkampf in Suhl gerichtet, und ich hatte auch etwas Glück.“ Gosch sicherte sich als Sechster der Qualifikation den letzten Halbfinalplatz. Im Semifinale holten er und Hapke aber die meisten Scheiben vom Himmel, sodass beide im Finale standen.

Im nächsten Jahr versucht Gosch, Sport und Beruf ins Gleichgewicht zu bringen. „Ich hoffe, dass ich bei Weltcups starten kann“, sagt er. Der Weg nach Rio de Janeiro ist aber steinig. Gosch muss gleich mit drei international erfahrenen Konkurrenten um die maximal zwei deutschen Startplätze kämpfen - mit Ralf Buchheim, Sven Korte und Tino Wenzel.

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