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Springreiter verpassen Gold

Reit-WM Springreiter verpassen Gold

Die deutschen Springreiter sind bei den Weltmeisterschaften in Caen knapp an der erhofften Medaille vorbei geritten. Die Equipe musste sich am Donnerstag vier Jahre nach dem Titel-Triumph in Lexington im Team-Wettbewerb mit Platz vier begnügen.

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Marcus Ehning springt bei den Weltmeisterschaften in Caen.

Quelle: dpa

Caen. Mit gesenkten Köpfen stapften die deutschen Springreiter bereits in den Stall, als die siegreichen Niederländer sich auf dem Abreiteplatz um den Hals fielen. Die verpasste WM-Medaille schmerzte, das war nicht zu übersehen. «Unter dem Strich muss man sagen, dass wir einfach nicht gut genug waren», sagte der zerknirschte Ludger Beerbaum. Er hatte am Donnerstag in Caen als letzter deutscher Reiter mit einem Abwurf von Chiara das greifbar nahe Gold aus der Hand gegeben. So blieb statt des ersten nur der vierte Platz. "Das ist bitter, das war ein Fehler zuviel", kommentierte  Bundestrainer Otto Becker.

"Das ist absolut enttäuschend", klagte auch Beerbaums Teamkollege Daniel Deußer, der mit Christian Ahlmann schnell das Weite suchte, während die Niederländer Gold feierten. "Man muss einfach mehr Nullrunden reiten", sagte Deußer. "Die Fehler heute waren sehr teuer für uns." Allein Ahlmann schaffte mit seinem Hengst Codex one eine fehlerfreie Runde. "Das ist so eng, unglaublich", sagte Verbandspräsident Breido Graf zu Rantzau: "Ich habe so mitgefiebert." Wäre Beerbaum eine Nullrunde gelungen, dann hätte es wie vor vier Jahren in Lexington WM-Gold zu feiern gegeben. So wurde die Niederlande vor 21 000 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Stadion des französischen Erstligisten SM Caen neuer Weltmeister. Mit 12,83 Strafpunkten lagen die Sieger am Ende vor Frankreich (14,08), den USA (16,72) und Deutschland (16,82).

Mit Platz vier konnten die Springreiter die bisher starke Gesamtbilanz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in den drei olympischen Disziplinen nicht veredeln: In der ersten WM-Woche hatten die Dressur- und die Vielseitigkeits-Mannschaften Rang eins belegt. "Deshalb dürfen wir uns jetzt nicht beschweren", sagte Verbandspräsident Graf zu Rantzau. "Wir waren in den Tagen vorher im Glück, jetzt hat es mal nicht geklappt." Immerhin schafften die Springreiter die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016. "Das war unser Minimalziel", meinte Becker. Als kleinen Trost bezeichnete Sportchef Dennis Peiler das Ticket für Rio. "Es ist trotzdem ganz, ganz bitter, wenn  man so knapp scheitert. Es war ein absolutes Wechselbad der Gefühle", sagte Peiler angesichts der zwischenzeitlichen Führung nach dem zweiten Reiter. "Am Ende ist es dann erstmal enttäuschend!"

Dabei hatte der Final-Durchgang optimal für die deutsche Equipe begonnen. Ahlmann schaffte mit dem sprunggewaltigen Codex one eine Nullrunde in dem schweren Parcours. "Es war ganz wichtig, einen guten Start hinzulegen. Codex one hat sich super präsentiert", sagte der 39-Jährige. "Ich bin sehr glücklich." Knapp anderthalb Stunden später war das Gefühl komplett umgeschlagen. Mit dem zweiten Ritt begann das Problem. Marcus Ehning patzte mit Cornado am vorletzten Sprung, dazu kam noch ein Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung. "Vor der letzten Kombination fingen die Leute an zu pfeifen wegen der Zeit. Das hat ihn abgelenkt", sagte der 40 Jahre alte Routinier, der beim Titelgewinn in Lexington 2010 dabei war.

Deußer folgte mit Cornet d'Amour ebenfalls mit einem Abwurf, durch den die Deutschen ihre zwischenzeitliche Führung wieder verloren. «Das ist ärgerlich. Ich hatte einen um», sagte der deutsche Meister in der typischen Reitersprache. So blieb es an Beerbaum, seiner Equipe die Medaille zu bescheren. Doch dem 51-Jährigen gelang das Kunststück nicht. «Es fehlte die Akkuratesse, das war schon die ganzen Tage so», klagte er. Auch im Einzel fiel der Routinier aussichtslos zurück. Bester Deutscher vor den beiden Runden am Samstag ist Daniel Deußer mit 4,70 Strafpunkten als Achter. Es führt die US-Amerikanerin Bezzie Madden mit Cortes (0,16) vor dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson mit Casall (0,34) und dem Dänen Sören Pedersen mit Esperanza (3,49).

dpa

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