Der achtmalige Nationalspieler war gegen 18.25 Uhr am Bahnhof in Neustadt-Eilvese von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden. Enke hinterlässt seine Frau und eine adoptierte Tochter. Er soll einen Abschiedsbrief hinterlassen haben.
Nach ersten Informationen habe Enke sein Auto am Dienstagabend etwa zehn Meter von den Gleisen entfernt abgestellt, wie der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Stefan Wittke, berichtete. Der 32-jährige Enke habe sein Portemonnaie auf dem Beifahrersitz des nicht verschlossenen Wagens liegen lassen. Anschließend muss Enke mehrere HUndert Meter an den Gleisen entlanggegangen sein, bevor er von dem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug RE 4427 erfasst wurde.
In einer ersten Befragung gab der Zugführer zu Protokoll, dass er eine Person auf den Gleisen habe stehen sehen. Er und ein weiterer im Führerhaus anwesender Lokführer hätten sofort eine Notbremsung eingeleitet, berichtete Wittke über das Unglück. An der Unglücksstelle fahre der Zug ungebremst mit hohem Tempo. Weitere Augenzeugen gebe es für das Unglück nicht. Ein Selbstmord wurde von Wittke nicht offiziell bestätigt, allerdings deuteten alle Anzeichen daraufhin. Es sei kein Ort, an dem man normalerweise die Gleise überquere.
Hannover reagierte in der Nacht geschockt und erschüttert auf die Nachricht, die sich schnell in der Stadt verbreitete: Vor dem Stadion und an der Geschäftsstelle von Hannover 96 versammelten sich mehrere Hundert Fans und stellten Kerzen auf. Mehrere Spieler des Bundesligisten trafen sich in der Geschäftsstelle. Auch an der Unglücksstelle in Neustadt trauerten Fans in kleinen Gruppen.
„Das ist ganz furchtbar“, sagte Martin Kind, der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Kind war von der Sitzung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) aus Frankfurt zurückgekehrt, am Flughafen bekam er den schockierenden Anruf. „Man rechnet mit Vielem, aber nicht mit so etwas“, sagte Kind. „Ich weiß nicht, warum es und wie es passiert ist.“ Der 96-Chef ist sich allerdings sicher, „dass es nichts mit Fußball zu tun hat“.
Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich tief betroffen: „Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie.“ Der 96-Kapitän und seine Frau hatten im Mai ein damals zwei Monate altes Mädchen adoptiert. Ihre gemeinsame Tochter Lara war im September 2006 im Alter von zwei Jahren gestorben. Sie litt an einem angeborenen Herzfehler. Das Schicksal der Enke-Tochter löste damals große Betroffenheit bei den Fußballfans in Deutschland aus. „Er war labil“, berichtete Kind. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. „Er hat das überlagert“, erklärte der 96-Clubchef am Dienstag.
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sagte am Abend, er sei völlig fassungslos: „Das ist ein schwerer Schlag für alle Hannoveraner.“ Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff betonte: „Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war.“ Die hannoversche Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann sagte: „Er war ein solcher Sympathieträger. Uns alle hat gerührt, wie er mit seiner kleinen kranken Tochter und ihrem Tod umgegangen ist.“
Nach Enkes Tod brachen am Dienstagabend wegen des großen Ansturms der Usernachfragen zahlreichen Nachrichten-Homepages in Deutschland zusammen – unter anderem die Seite der OP, aber auch Bild.de und der Web-Auftritt von Enkes Bundesligaverein Hannover 96.
von Tobias Morchner und Heiko Rehberg (mit: lni)
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Kommentare
Robert Jamal – 15.11.09
Die Geschichte von Enke hat mich sehr traurig gemacht.Ich bin kein Fan und lebe nicht in Deutschland.Mein herzliches BeileidZugführer PePe – 14.11.09
Einer nimmt sich sein Leben und der andere hat sein Leben lang darunter zu leiden. Warum wird der oder werden Zugführer nicht mehr berücksichtigt.Der Tot von R. Enke war kein Unfall als solcher, also sollte man, so leid es mir selber auch tut nicht die Zugführer vergessen.
Zugführer Henrik – 11.11.09
Also...ich stimme mit dem KOmmentar von Richard zu 100% überein. Es gibt viele Menschen die keine Lößung sehen und sich umbrigen, allerdings besitzen auch stark depressive und irrational denkende Menschen die Fähigkeit die Folgen ihres Handelns zu berechnen. Robert Enke hat die Traumatisierung eines Zugführers scheinbar in Kauf genommen, welches ich persönlich als höchst verachtenswert ansehe.Enke Alfred Tetzlaff – 11.11.09
@Uwe B.Du befürwortest also Selbstmord!
Widerlich. Ein Wunder das der Kommentar noch nicht gelöscht wurde.
@Freund der Lokführer
Natürlich ist es Schräcklich für die Lokführer, aber die Zahlreichen Kommentare diesbezüglich sind absolut fehl am Platz! Besondes der Kommentar von Richard, Schäm dich!
Lokführer das wahre Opfer Richard – 11.11.09
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungenEs ist unfassbar...! Dani – 11.11.09
Ciao Robert und halt uns das Himmelstor sauber...Lokführer Melanie – 11.11.09
es ist sehr tragich, dass sich Robert Enke das Leben genommen hat. wer aber auch ein ganzes Leben daran zu knabbern hat, sind die beiden Lokführer. Ein selbstmörder der sich auf die Gleise legt, ist für jeden Lokführer ein Greuel!! aber dazu noch so ein bekannter Fußballer, trifft sie noch mehr und machen sich ihr Leben lang, Vorwürfe! Dabei haben sie überhaupt keine Schuld! Enke wollte es so!Er ruht jetzt in Frieden und man soll auch an die Lokführer denken, die bestimmt ein Leben lang ein Trauma haben und vielleicht ihren Beruf nicht mehr ausüben können...Beileid Thorsten – 11.11.09
"Was ist mit den Lokführern?Auch an die Beiden sollte gedacht werden."
Bei allem Respekt aber die Lokführer leben und sie brauchen sich nichts vorwerfen, sie haben nichts falsch gemacht und hatten keine Chance das Schicksaal zu beeinflussen.
Es war die freie Entscheidung von Robert.... mein Beileid auch an die Familie.
Tod von Robert Enke Uwe B. – 11.11.09
Nicht jeder Mensch kann sein Leben beenden wann er es für richtig hält. Viele werden einfach aus dem Leben gerissen ohne das sie es wollen. Ich bewundere den Mut von Robert, der hierzu in der Lage war. Warum und wieso ist allein seine Sache gewesen. Hierauf wird keiner eine Antwort finden, Spekulationen sind nur widerlich. Akzeptiert die Entscheidung von Robert und haltet ihn in guter Erinnerung. Denn Tod ist nur der dem nicht gedacht wird. Frau Enke spreche ich hiermit mein Beileid aus und wünsche ihr die Kraft auch dieses durchzustehen.Robert Enke N.A. – 11.11.09
Auch mein Beileid!Aber an den Triebfahrzeugführer wird wohl nicht gedacht?
Oder sind Fussballer bessere Menschen?
Dem Lokführer gehts bestimmt auch nicht super nach diesem Unfall, und man sollte auch an Ihn denken wie er sich jetzt fühlt.
Robert Enkes Tod Florian – 11.11.09
Ich hoffe, dass er jetzt glücklich mit seiner Tochter vereint ist...Unfassbar Hans H. Pinnecke, Göttingen – 11.11.09
WARUM? Es ist unfassbar, dass Robert Enke so aus dem Leben scheidet. Symphatisch, charismatisch, unvergleichlich, ein Vorbild in jeglicher Hinsicht für viele. Es ist, als wenn man einen guten Freund verliert, obwohl man sich nicht persönlich gekannt hat. In tiefer Trauer und in tiefem Mitgefühl für seine Familie und alle Betroffenen3 Opfer K. Kruse – 11.11.09
Trotz aller Trauer.Was ist mit den Lokführern?
Auch an die Beiden sollte gedacht werden.
Tod von Robert Enke Bankertrust – 10.11.09
Unfassbar ist der Tod eines großartigen Fussballers. Mein Mitgefühl ist bei seiner Familie.Trauer und Bestürzung rainer – 10.11.09
Was für ein Drama!!!Ein großer Verlust.
Enke Eintracht Braunschweig – 10.11.09
So eine Nachricht stellt jede Animosität in den Schatten.Die Braunschweiger Fans nehmen Abschied von einem großen und fairen Sportler, unser Beileid gilt der Frau sowie seiner Tochter.
Wir sind fassungslos.
RIP Robert Enke Enke Supporter81 – 10.11.09
Fassungslos, einfach nur tragisch.........Robert Dieter Bergmann – 10.11.09
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungenrobert enke henna – 10.11.09
- fassungslosRIP - Robert RedMan – 10.11.09
RIP Robert !! in tiefer Trauer, ein Fan