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Vuillermoz lässt Frankreich jubeln

Tour de France Vuillermoz lässt Frankreich jubeln

Endlich können die Gastgeber bei der Tour de France jubeln. Alexis Vuillermoz sorgt für den ersten französischen Sieg. Vorjahressieger Vincenzo Nibali verliert dagegen weitere Zeit. Für André Greipel ist die Zeit im Grünen Trikot erstmal vorbei.

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Alexis Vuillermoz hat als erster Franzose bei der diesjährigen Tour de France eine Etappe gewonnen.

Quelle: dpa

Mur-de-Bretagne. Die "Grande Nation" hat mit Alexis Vuillermoz den ersten strahlenden Sieger, der große Verlierer heißt Vincenzo Nibali. Der Vorjahressieger aus Italien verlor am Samstag bei der Kletterpartie der 102. Tour de France an der Mur-de-Bretagne zehn Sekunden auf seine drei Rivalen, von denen der Gesamterste Christopher Froome als Achter erneut den stärksten Eindruck hinterließ.

Dem unwiderstehlichen Antritt von Vuillermoz hatten aber auch die "Großen Vier" nichts entgegenzusetzen. 600 Meter vor dem Ziel riss der frühere Mountainbiker aus und holte sich im Alleingang den Sieg auf der achten Etappe. "Glückwunsch an Vuillermoz. Er war auf diesem sehr schwierigen Anstieg bei Gegenwind der Stärkste. Ich habe mich nur auf die Verteidigung meiner Spitzenposition konzentriert", sagte Froome.

Vuillermoz bescherte sich selbst ein persönliches Happy End, nachdem er vor eineinhalb Jahren noch vor dem Ende seiner Karriere stand. Dem französischen Rennstall Saur-Sojasun war das Geld ausgegangen, Vuillermoz stand ohne Arbeitgeber da. Nur weil Geschäftsmann Daniel Germond sein Gehalt bei AG2R übernahm, konnte der Kletterspezialist seine Karriere fortsetzen. Es sollte sich auszahlen. 2014 belegte der 27-Jährige den elften Gesamtplatz beim Giro d'Italia, nun der größte Erfolg seiner Karriere. Bereits an der "Mur von Huy" in Belgien hatte er Platz drei belegt.

Hinter Vuillermoz belegten nach 181,5 Kilometern der Ire Dan Martin und der Spanier Alejandro Valverde mit einigen Sekunden Rückstand die Plätze zwei und drei. In der Gesamtwertung liegt zwei Tage vor dem ersten Ruhetag und 24 Stunden vor dem Mannschafts-Zeitfahren Froome elf Sekunden vor dem Slowaken Peter Sagan, der Vierter wurde. Bester deutscher Radprofi auf dem zwei Kilometer langen Schlussanstieg, auf dem Froome den besten Eindruck der vier "Großen" machte, war Paul Martens aus Rostock als 26.

André Greipel (210 Punkte), der acht Kilometer vor dem Ziel abreißen ließ, verlor sein Grünes Trikot an Sagan (213). Im Zwischensprint in Gare de Montcontour hatte er als Bester der Verfolger hinter vier Ausreißern Platz fünf belegt. Aber das reichte am Schluss nicht mehr. Auf den letzten 60 Kilometern verdingte sich Greipel sogar als Wasserholer für seine Teamkollegen.

Die Etappe von Rennes auf die Mur-de-Bretagne, wo zuletzt 2011 der spätere Gesamtsieger Cadel Evans gesiegt hatte, war überschattet von der Doping-Affäre um den Katusha-Profi Luca Paolini. Der Italiener war vor der vierten Etappe positiv auf Kokain getestet worden. Dem 38-Jährigen, der von seinem Team bis zur B-Proben-Analyse suspendiert wurde, droht eine mehrjährige Strafe und in dem Fall wohl das Ende seiner Karriere.

66 Kilometer vor dem Ziel hatte auch John Degenkolb auf der Suche nach dem ersten Tour-Etappensieg seiner Karriere sein Glück im Angriff gesucht. Der Kapitän der deutschen Giant-Alpecin-Equipe, die in Abwesenheit des einstigen Sieg-Garanten Marcel Kittel bisher noch nicht überzeugte, kam mit seinen Begleitern aber nicht weit - das Feld holte die Ausreißer schnell zurück. Noch vor dem Finale fiel er zurück und erreichte das Ziel mit fast acht Minuten Rückstand.

Bartosz Huzarski aus dem mit einer Wildcard ins Rennen gekommenen Bora-Argon-Mannschaft war Mitglied einer dreiköpfigen Spitzengruppe. Das Trio wurde allerdings 8200 Meter vor dem Ziel gestellt, als die Favoriten Ernst machten. Als kampfstärkster Fahrer wurde er aber trotzdem geehrt.

Die 102. Frankreich-Rundfahrt wird am Sonntag mit dem Mannschaftzeitfahren über 28 Kilometer von Vannes nach Plumelec fortgesetzt. Mit großen Zeitdifferenzen ist allerdings nicht zu rechnen. Anschließend steht für die Teams der Transfer nach Pau an, wo am Montag der erste Ruhetag wartet.

Von Andreas Zellmer und Stefan Tabeling/dpa

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