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Weltmeister für ein paar Stunden

Ironman-WM Weltmeister für ein paar Stunden

Triathlet Christian Haupt hatte sich in Zell am See (Österreich) bereits als Weltmeister fühlen können. Doch am Abend, als der Hannoveraner seinen Erfolg bei der Ironman-Halbdistanz-Weltmeisterschaft in der Altersklasse der 35- bis 39-Jährigen feierte, kam die Hiobsbotschaft: Disqualifikation! Er soll im Windschatten von Konkurrenten gefahren sein.

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Christian Haupt musste seine Medaille später zurück geben.

Quelle: Fettback

Hannover. Das Lächeln in seinem Gesicht hielt nur wenige Stunden. Dann wich es bitterer Enttäuschung. Der Triathlet Christian Haupt hatte sich in Zell am See (Österreich) bereits als neuer Weltmeister fühlen können. Doch am späten Abend, als der Hannoveraner seinen überraschenden Erfolg bei der Ironman-Halbdistanz-Weltmeisterschaft in der Altersklasse der 35- bis 39-Jährigen zusammen mit Freundin Sara und Freunden feierte, kam die Hiobsbotschaft: Disqualifikation! Er soll verbotenerweise im Windschatten von Konkurrenten gefahren sein, da kennen die Regelwächter keine Gnade. Haupt ist immer noch fassungslos. Ihm sei der vermeintliche Verstoß während des Rennens, das normalerweise eine Zeitstrafe noch während des Wettkampfs nach sich zieht, nicht angezeigt worden, wie es das Reglement vorsieht. "Darum ist das ja so unglaublich ärgerlich", sagte er.

Haupt versuchte  zu retten, was zu retten ist. Doch von den Offiziellen sei nichts anderes zu hören gewesen als die Aussage: "Selbst wenn vom Kampfrichter so eine Bestätigung kommen sollte, wird die Entscheidung nicht zurückgenommen." Dahin war auf einen Schlag das "überragende Gefühl", von dem Haupt kurz nach dem Wettkampf mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern auf dem Rad und dem abschließenden Halbmarathon gesprochen hatte. Dafür brauchte er genau 4:20 Stunden. Und das bei extremen Bedingungen wie Temperaturen um 35 Grad Celsius und einem Abstecher auf den 1290 Meter hohen Filzensattel, bei dem man das Rad am liebsten schieben möchte. Zum Vergleich: Beim Laufen war Haupt in 1:22:54 Stunden fast zwei Minuten schneller als der Profi Andreas Dreitz, der als Erster die abschließenden zwei Runden durch Zell und entlang des Sees in Angriff genommen hatte.

Dabei hatte Haupt, der für Hannover 96 startet und vom Frankfurter Marius Schmidt-Wendling trainiert wird, gedacht, es könne ja nicht wieder so schlecht laufen wie im Jahr zuvor bei der WM in Kanada. Da war er bei den 30- bis 34-Jährigen infolge von Wadenbeschwerden auf Platz 22 gelandet. "Eine Enttäuschung, die ich in Zell  vergessen machen wollte", wie er sagte. Vor allem im Schwimmen, lange Zeit seine schwache Disziplin, hatte sich Haupt dank viel Trainingsfleiß deutlich verbessert. "Dieses Jahr konnte ich mein Pensum endlich erstmals verletzungsfrei abspulen", sagte der 35-Jährige, der bei der Region Hannover arbeitet und für den der Triathlon eine reine Freizeitangelegenheit ist.

Und nun dieses Malheur, nach dem man Neoprenanzug, Rennrad und Laufschuhe am liebsten einmotten würde. Da tröstet auch das unerwartete Gemeinschaftserlebnis nicht, das Haupt bei der Dopingprobe hatte. Dort musste er lange Zeit zusammen mit seinen prominenten deutschen Landsleuten Jan Frodeno (3:51:19 Stunden) und Sebastian Kienle (3:52:48) ausharren, die bei den Profis Erster und Zweiter wurden und sich ihres Erfolges freuen konnten. Haupt hingegen durfte sich nur für kurze Zeit als Weltmeister fühlen. 

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