Sie wussten nach der Schlusssirene genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten. In einer großen Traube versammelten sich die Spieler der Hannover Scorpions um ihren Torhüter Dimitri Pätzold. 38 Schüsse hatte der deutsche Nationalkeeper auf sein Gehäuse bekommen. 37 davon wehrte er ab und hatte damit entscheidenden Anteil am 4:1 (0:0, 2:1, 2:0)-Sieg des Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Augsburger Panthern, durch den das Team von Trainer Hans Zach seinen Vorsprung auf die gestern spielfreien Eisbären Berlin vor dem Spitzenspiel am Sonnabend in der TUI Arena auf fünf Punkte ausbaute.
Zwei Tage nachdem er bei der 5:8-Niederlage gegen die Kölner Haie schon nach 20 Minuten und fünf Gegentreffern ausgewechselt wurde, zeigte sich Pätzold bei eisigen Temperaturen im Curt-Frenzel-Stadion von der 1. Minute an auf Betriebstemperatur. Und das musste er auch sein, denn seine Vorderleute starteten beim Tabellenachten ähnlich unkonzentriert wie gegen die Rheinländer. Kapitän Dan Lambert und sein Verteidigerkollege Patrick Köppchen luden die Augsburger mit bisweilen haarsträubenden Fehlern schon in der Anfangsphase zu klaren Torchancen ein – nur dass diese daraus im Unterschied zu den Kölnern kein Kapital schlugen. Vor allem Pätzold war es dabei zu verdanken, dass die Scorpions mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Kabine gingen.
Dort schien Zach allerdings genau die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn zwar brachte Scott Barney die Gastgeber nach einem verunglückten Schuss seines Mitspielers Chris Collins, der zum Pass wurde, in Führung. Doch danach zeigten die Hannoveraner zumindest die Cleverness und Kaltschnäuzigkeit eines Spitzenreiters: Als Matt Ryan nach einem Stockfoul mit Verletzungsfolge gegen Matt Dzieduszycki – das eigentlich sein Mitspieler Thomas Jörg begangen hatte – fünf Strafminuten plus eine Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt, drehten die Gäste die Partie innerhalb von knapp zwei Minuten: Während bei Dzieduszycki in der Kabine eine Platzwunde unter dem linken Auge genähnt wurde, trafen Sascha Goc und Eric Schneider in Überzahl für seine Mannschaft.
Diese 2:1-Führung nahmen die Scorpions, die nun vor allem in der Defensive deutlich besser standen, mit ins Schlussdrittel. Dort hielt zunächst Pätzold mit zahlreichen Paraden die Führung fest, und dann schlugen seine Vorderleute noch zweimal eiskalt zu: Als die Augsburger im Anschluss an eine Strafe für Goc, der einen Fehler des schwachen Chris Herperger ausbügeln musste, ihren Torhüter Dennis Endras zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis holten, trafen Rainer Köttstorfer und Patrick Köppchen ins leere Tor. „Im 1. Drittel hat uns Pätzold im Spiel gehalten“, sagte Zach. „Und danach haben wir besser in der Abwehr gespielt.“
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