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Vico Merklein ist Behindertensportler des Jahres

Paralympics-Siegers Vico Merklein ist Behindertensportler des Jahres

Der Handbiker Vico Merklein ist Niedersachsens Behindertensportler des Jahres. Die Auszeichnung des Paralympics-Siegers verkündete am Donnerstagabend bei der Gala im GOP-Varieté der Trainer des FC St. Pauli, Ewald Lienen.

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Gruppenbild mit Geehrten: (hinten von links) Karl Finke, Stefan Lösler, Christiane Reppe, Alexander Bley, Thomas Schäfer, Boris Pistorius sowie Elke Seeliger und Vico Merklein (vorn von links).

Quelle: Maike Lobback

Hannover. Endlich am Ziel. Vico Merklein freute sich Donnerstagabend im hannoverschen GOP-Varieté ebenso riesig wie im September in Rio de Janeiro, als er seinen Namen aus dem Mund von Ewald Lienen hörte. Der Fußballtrainer des Zweitligisten FC St. Pauli verkündete auf der Gala des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN), wer Behindertensportler des Jahres 2017 in Niedersachsen ist: „Der Gewinner ist …“, sagte Lienen und setzte nach einer kleinen Pause fort: „Vico Merklein.“

Warmen Applaus der geladenen Gäste gab es für diesen Gewinner der BSN-Wahl, die wieder mustergültig organisiert war - auch dank der Mithilfe des früheren Faustball-Bundestrainers Udo Schulz und seiner Sportagentur. Und Handbiker Merklein, der im August 40 Jahre alt wird, dachte in dem Augenblick, als er sich auf die Bühne begab, auch an seine Familie. Nach einem Motorradunfall vor knapp 20 Jahren, der zur Querschnittslähmung bei dem Sportler führte, gab seine Großmutter eine wesentliche Hilfestellung zur leistungssportlichen Karriere. Sie kaufte Merklein das erste Rennbike. Und auch an seine Mutter, der er die mittlerweile drei paralympischen Medaillen widmete.

„Mein Sport ist mein Leben und gleichzeitig die größte Herausforderung“, sagte Merklein. Gold im Straßen- und Bronze im Zeitfahren hatte er in Brasilien erkämpft, schon 2012 in London war er Paralympics-Zweiter auf der Straße. Damit hatte der Handbiker die besten sportlichen Referenzen aller Kandidaten. Der gebürtige Berliner, der für den GC Nendorf (Kreis Nienburg) startet, erlebte wieder das Rio-Gefühl, das ihn nach der Goldmedaille zu dem Satz veranlasste: „Es gibt keinen besseren Tag.“

Vor viel Prominenz: Bei einer großen Gala im GOP-Varieté werden Behindertensportler Niedersachsens geehrt.

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Lienen gratulierte aber nicht nur Merklein, sondern auch dessen fünf Mitbewerbern. Christiane Reppe, ebenfalls mit Paralympics-Gold dekorierte Handbikerin, Alexander Bley, gehörloser Mittelstreckler und Europameisterschafts-Zweiter, und die Rio-Starter Stefan Lösler (Paratriathlet), Thomas Schäfer (Radsport) und Elke Seeliger (Schießen) hätten ebenfalls Herausragendes geleistet und seien Vorbilder, sagte Lienen. Und alle Sportler folgten der Empfehlung von BSN-Präsident Karl Finke, der sie auf die Gala mit den Worten einstimmte: „Ihr dürft heute unbeschwert genießen, im Mittelpunkt des Abends zu stehen.“

Ehrengast Lienen fühlte sich wohl in Hannover, wo er seit seiner Trainertätigkeit bei Hannover 96 (März 2004 bis November 2005) viel Respekt genießt. Deshalb freute sich der Fußballlehrer auch, dass er im GOP Daniel Stendel traf, 96-Profi zu Lienens Zeit und heutiger Trainer der „Roten“. Von Rivalität gab es keine Spur, obwohl St. Pauli morgen im Punktspiel auf 96 trifft. „Wenn wir uns sehen, dann ist das immer ein angenehmer Austausch“, sagte Stendel. „Er ist ein angenehmer Mensch.“

Und Lienen weiß, wovon er spricht. Schon zu seinen Zeiten als Fußballprofi hatte er sich im Urlaub um behinderte Kinder gekümmert. Für ihn eine Normalität: „Ich interessiere mich für die Menschen, sie für mich. Da braucht mir niemand einen Zettel mit der Aufschrift „sozial engagiert“ auf den Rücken zu kleben“, sagte er.

Scharfe Akrobatik und alte Bekannte am Netz

Die Gala im GOP-Varieté hat ihren festen Platz im hannoverschen Sportkalender. Und der Behindertensport in Niedersachsen genießt Anerkennung – deshalb kommen Politiker, Wirtschaftsführer und Sportfunktionäre gern zu dieser Veranstaltung. Allen voran Boris Pistorius, der Landes-Innen- und Sportminister. Aber auch Gabriele Lösekrug-Möller, Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, sowie diverse Bundes- und Landtagsabgeordnete hatten Spaß am Programm ebenso wie Axel Holthaus (Lotto Niedersachsen) und Jürgen Wache (Volksbank Hannover), deren Unternehmen zu den treuen Partnern des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN) gehören.

Für das besondere Flair bei der BSN-Gala sorgt auch Gastgeber Dennis Bohnecke. Die Reden und Kandidaten-Vorstellungen wurden umrahmt von Darbietungen der Künstler aus dem aktuellen Programm „Die große Coperlin-Show“. Dustin Nicoletti unterhielt die Gäste mit eigenwilliger Jonglage, das Duo Liazeed aus Kuba beeindruckte mit kopflastiger Kraftakrobatik, und Craig Christian und Liz Best verzauberten das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes.

Einen weiteren Höhepunkt in dem Programm, durch das Moderator Andreas Kuhnt mit Wortwitz führte, bot ein früherer Behindertensportler des Jahres. Torben Schiewe, Wahlsieger 2013, warb gemeinsam mit dem Kollegen Stefan Hähnlein aus der deutschen Sitzvolleyball-Nationalmannschaft für seine Sportart. Sie nutzten ihren Auftritt für perfekte Inklusion, weil an ihrer Seite zwei „Fußgänger“ mitwirkten – „Recken“-Handballer Lars Lehnhoff und Hauke Wagner, Volleyballer beim Zweitligisten TSV Giesen. Es ist auch ein Wiedersehen alter Bekannter – die sportliche Karriere von Lehnhoff, Schiewe und Wagner begann in Celle.

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