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Nibali triumphiert wie Pantani

Tour de France Nibali triumphiert wie Pantani

Was für eine Show von Nibali! Der Italiener demütigt bei der letzten Bergankunft der 101. Tour de France die Konkurrenz und feiert seinen vierten Etappensieg. Der Gesamterfolg ist ihm damit wohl sicher.

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Der Sizilianer Vincenzo Nibali erteilte den wenigen verbliebenen Konkurrenten eine regelrechte Lehrstunde.

Quelle: dpa

Hautacam . Vincenzo Nibali zeigte immer wieder mit dem Finger auf seine Brust, dann stieß er eine Faust in den wolkenverhangenen Himmel von Hautacam. Wenige Meter weiter setzte sein umstrittener Astana-Teamchef Alexander Winokurow das breiteste Grinsen auf und zeigte mit dem Daumen nach oben. Spätestens nach der eindrucksvollen Klettershow des 29 Jahre alten Sizilianers zum Abschied aus den Pyrenäen ist die Frage nach dem Tour-de-France-Sieger 2014 geklärt.

16 Jahre nach dem Sieg von Marco Pantani, den Nibali bei seiner Triumphfahrt auf den bis zu zehn Prozent steilen Rampen am Donnerstag auf der 18. Etappe fast schon kopierte, wird wieder ein Italiener im Gelben Trikot nach Paris fahren.

„Ich habe mich in diesem Jahr wie nie zuvor auf die Tour fokussiert und das ganze Training daraufhin ausgerichtet. Das ist der Lohn meiner harten Arbeit“, sagte Nibali, nachdem er als Solist nach 145,5 Kilometern zur 1520 Meter hohen Skistation mit einem Vorsprung von 1:10 Minuten zum zweitplatzierten Thibaut Pinot hinaufgestürmt war. Und der vierte Etappensieg bei der 101. Frankreich-Rundfahrt war der beeindruckendste. Der Sizilianer erteilte den wenigen verbliebenen Konkurrenten eine regelrechte Lehrstunde.

Nur ein Sturz auf den letzten 400 Kilometern könnte die Nibali-Krönung noch verhindern. Doch daran glaubt keiner mehr, auch nicht Winokurow. „Wir können Paris schon sehen“, sagte der Kasache. Das Gelbe Trikot liegt für den 29 Jahre alten Italiener, der die Tour de France mit soviel Kalkül und Cleverness dominiert wie kaum ein Vorgänger, am Sonntag zur Abholung bereit. Damit tritt Nibali in die Fußstapfen des 2004 gestorbenen Pantani, der 1998 für den letzten italienischen Gesamtsieg gesorgt hatte. Zugleich steht er nach dem Gewinn der Vuelta (2010) und des Giro (2013) vor seinem Hattrick.

Am Donnerstag hatte der Astana-Kapitän noch eine Zugabe in petto. Der bisherige Gesamtzweite Alejandro Valverde (Spanien) verlor fast zwei Minuten. In der Gesamtwertung liegt Nibali jetzt 7:10 Minuten vor Pinot. Dritter ist Jean-Christophe Peraud (Frankreich/7:23), gefolgt von Valverde (7:25). „Ich habe eine Erkältung“, klagte Valverde.

Einen derart großen Vorsprung hatte zuletzt nur Lance Armstrong herausgefahren. 2002 lag der inzwischen lebenslang gesperrte Texaner 7:17 Minuten vor dem Spanier Joseba Beloki. In dieser Verfassung hätten wohl auch die mit Stürzen ausgeschiedenen Top-Favoriten Chris Froome und Alberto Contador große Schwierigkeiten gegen Nibali gehabt.

„Trotz aller Polemik der Presse hat Vincenzo bewiesen, ein würdiger Patron dieser Tour zu sein. Er ist nach seinem Vuelta- und Giro-Sieg mental gewachsen“, sagte Winokurow, der in den vergangenen Wochen wie Nibali viele Dopingfragen beantworten musste. Die dunkle Vergangenheit des früheren Telekom-Profis ist hinlänglich bekannt. Bei Nibali waren alte Verdächtigungen über eine mögliche Zusammenarbeit mit Dopingarzt Michele Ferrari diskutiert worden.

Nachdem der Tour-Klassiker Tourmalet (2115 Meter) bewältigt war, attackierte 10,5 Kilometer vor dem Ziel Vuelta-Sieger Horner aus der Favoritengruppe heraus, dem Tritt des 42 Jahre alten Amerikaners folgte nur noch Nibali. Und gut 700 Meter später setzte der Astana-Kapitän noch einen drauf und ließ Horner am Berg regelrecht stehen. „Für einen Scherz wäre eine solch lange Attacke 10 Kilometer vor dem Ziel zu lang gewesen. Ich wusste, dass meine Form super ist“, sagte Nibali. Nicht einmal eine kurze Behinderung durch eine Zuschauerin konnte ihn aufhalten.

Den Kampf gegen die Uhr am Samstag über 54 Kilometer in Périgueux muss Nibali auch nicht fürchten. Vielmehr dürfte er beim programmierten Sieg von Tony Martin auf Pinot, Peraud und Valverde weiteren Boden gutmachen, gilt er doch als besserer Zeitfahrer. Die Tour-Entdeckung Leopold König vom deutschen NetApp-Team konnte ihren neunten Platz halten.

dpa

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