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Volkswagen zieht sich aus Rallye-WM zurück

Aus für "Hannover-Polo" Volkswagen zieht sich aus Rallye-WM zurück

Weltmeister Volkswagen zieht sich am Saisonende nach vier erfolgreichen Jahren aus der Rallye-WM zurück. Der Automobil-Hersteller begründet den Schritt mit der Neuausrichtung seines Motorsport-Programms. Das Unternehmen will sich von 2017 an auf neue Technologien und den Kundensport konzentrieren.

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VW war 2013 mit einem Werksteam in die WM eingestiegen. 

Quelle: dpa

Hannover. Eine große Erfolgsgeschichte hat ein abruptes Ende gefunden. Volkswagen Motorsport zieht sich zum Ende dieser Saison aus der WRC-Rallye-Weltmeisterschaft zurück, das bestätigte der Automobilkonzern aus Wolfsburg gestern offiziell. Damit hat der „Hannover-Polo“, der in Hannover-Vahrenheide entwickelt, konstruiert und gewartet worden war, seinen letzten Auftritt bei der Rallye Australien in zwei Wochen.

Die 200 Beschäftigten in der Ikarusallee konnten allerdings aufatmen.

VW-Entwicklungsvorstand Frank Welsch teilte ihnen gestern in Hannover mit: „Für die Volkswagen-Motorsport-Mitarbeiter besteht eine Beschäftigungsgarantie.“ André Dietzel, Leiter Kommunikation und Marketing, bekräftigte, dass VW Motorsport am Standort Hannover bleibt, und verwies auf Aktivitäten im sogenannten Rallycross, in Tourenwagenrennserien und in der Formel 3.

Die Motorsportzentrale von Volkswagen bastelt in Vahrenheide an einem Rennwagen, der die Rallye-Welt erobern soll.

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Der Ausstieg kommt überraschend, weil VW seit 2013 viermal in Folge die Rallye-WM gewann – sowohl in der Hersteller-Wertung als auch mit Sébastien Ogier (Frankreich) bei den Fahrern. Der „Hannover-Polo“ war in den bisherigen 51 Rennen 42-mal als Sieger klassiert, hinzu kamen 43 weitere Podiumsplatzierungen. Ein Ende der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit war aber keinesfalls in Sicht. Zudem war bereits ein modifizierter Polo nach dem neuen WM-Reglement für 2017 mit weniger Gewicht und mehr PS ziemlich weit in der Entwicklung gediehen gewesen. „Natürlich bedauern wir den Abschied aus der WRC sehr“, sagte Motorsport-Direktor Sven Smeets. „Gleichzeitig ist unser Blick nach vorne gerichtet, denn wir sind uns der großen Herausforderungen des gesamten Unternehmens bewusst.“

Dazu gehört die „Neuorientierung im Motorsport“, wie es der Wolfsburger Konzern nannte. „In der WRC haben wir unsere sportlichen Ziele weit übertroffen. Mit dem anstehenden Ausbau der Elektrifizierung unserer Fahrzeugpalette müssen wir all unsere Anstrengungen auf wichtige Zukunftstechnologien konzentrieren“, sagte der VW-Entwicklungsvorstand. Zudem wolle Volkswagen neben dem Golf GTI TCR auf der Rundstrecke und dem Beetle GRC im Rallycross weitere „Spitzenprodukte für Kunden“ anbieten. Welsch kündigte ferner an: „Wir werden einen neuen Polo nach R5-Reglement entwickeln.“ Diese Kategorie unterhalb der WRC-WM-Serie zeichnet sich durch eine Kostenbegrenzung bei der Fahrzeugkonzeption und Seriennähe aus.

Der Rückzug aus der Rallye-WM geht einher mit Einschnitten bei VW nach dem sogenannten Diesel-Skandal in diversen Bereichen. Bereits Anfang Oktober war über ein Einsparpotenzial im VW-Motorsport in Höhe eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrages spekuliert worden – rigide Kürzungen vorausgesetzt. VW selbst wollte keine Angaben zur Höhe des bisherigen Etats und etwaiger Einsparungen machen. In der vergangenen Woche hatte sich Audi aus der Langstrecken-WM, deren Höhepunkt die 24 Stunden von Le Mans waren, zurückgezogen. Die VW-Tochter steigt stattdessen in die Formel-E-Serie für Elektrofahrzeuge ein. Den Ausstieg aus den Rennserien erleichtert hat möglicherweise auch ein PR-Aspekt: Weder die Langstrecken- noch die Rallye-WM hatten hierzulande die Popularität wie die Formel 1 oder auch die DTM.

Neue Arbeitgeber müssen sich die VW-Rennfahrer suchen. Weltmeister Ogier wird mit Citroën und Toyota in Verbindung gebracht. Der Franzose ließ seinen Fans gestern mitteilen: „Keine Angst, wir sehen uns wieder.“

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