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Waspo fängt einen großen Fisch

Neuer Center-Spieler Waspo fängt einen großen Fisch

Der Wasserball-Bundesligist Waspo 98 holt mit Predrag Jokic einen der weltbesten Center-Spieler nach Hannover. Der 31-Jährige führt derzeit mit dem Auswahlteam von Montenegro die EM-Vorrundengruppe A an und gehört bei diesem Kontinentalturnier zu den besonders auffälligen Spielern.

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„Wir sind eine angesagte Adresse“: Waspo 98 Hannover hat offenbar auch bei Predrag Jokic (Mitte), dem neuen Center des Wasserball-Bundesligisten, einen guten Ruf.

Quelle: Aniko Kovacs

Hannover. Sie haben etwas mitgebracht aus Budapest. Etwas Beachtliches, nicht nur wegen der 1,90 Meter Körpergröße. Als sich Karsten Seehafer und Bernd Seidensticker gestern auf den Rückweg nach Hannover machten, konnten sie über ihren Coup frohlocken, der dem Duo aus Hannover bei der Wasserball-Europameisterschaft auch ungewohntes Medieninteresse bescherte. Trainer und Präsident des Bundesligisten Waspo 98 zogen an der Donau einen dicken Fisch an Land: Sie verpflichteten mit Predrag Jokic einen der weltbesten Centerspieler.

Der 31-Jährige führt derzeit mit dem Auswahlteam von Montenegro die EM-Vorrundengruppe A an und gehört bei diesem Kontinentalturnier zu den besonders auffälligen Spielern. „Er wird eine Bereicherung für uns sein“, sagt Seehafer, der den Transfer des olympischen Silbermedaillengewinners von 2004 und Vizeweltmeisters von 2013 zusammen mit Seidensticker an Ort und Stelle perfekt gemacht hatte. In der Bundesliga ist anderen Teams Vergleichbares seit Jahren nicht gelungen.

Wasserballspieler von internationaler Klasse entdecken Hannover: Die Verpflichtung von Jokic ist die bemerkenswerte Krönung einer auffälligen Entwicklung. Zuvor hatte Waspo 98 mit dem Nationalspieler Andreas Schlotterbeck (kam vom deutschen Rekordmeister Spandau 04) bereits einen anderen namhaften Neuzugang präsentiert. Bance Toth, ein Ungar und Leistungsträger der Vorsaison, hat seinen Vertrag gerade um ein Jahr verlängert, was auch keine Selbstverständlichkeit bedeutet. Derzeit steht der Klub, Meisterschaftsdritter und in der Qualifikation zur Champions League dabei, in „hoffnungsvollen Verhandlungen“ (Seehafer) mit einem jungen deutschen Nationalspieler. Und nun Jokic, der in den vergangenen elf Jahren bei fast allen großen Turnieren weltweit mitmischte.

„Er kommt nicht der Ehre wegen“, sagt der Waspo-Trainer. Jokic wird auch nicht dem Beispiel des deutschen Nationaltorwarts Roger Kong folgen, der in der Hanomag Lohnhärterei, wo Seehafer als Geschäftsführer agiert, eine verantwortliche berufliche Aufgabe ausübt und für das EM-Turnier Sonderurlaub bekommen hat. „Er hat zuletzt in Debrecen bei einem Topklub gespielt“, sagt Seidensticker. „Wasserball wird in Ungarn professionell aufgezogen.“ Was im Umkehrschluss bedeutet: So ein Spieler konzentriert sich auf den Sport, nebenbei läuft nichts. „Wenn Jokic sagt, er kommt nach Hannover, dann kann er vom Wasserball schon leben.“

Nun ist ein Verein wie Waspo 98 finanziell bei einem Jahresetat von etwas mehr als 250.000 Euro für Schwimmer und Wasserballer nicht auf Rosen gebettet. Und die Hanomag Lohnhärterei, wo Daniele Polverino und Alexander Hermann eine Ausbildung absolvieren, sich für EM-Teilnehmer Erik Bukowski die Möglichkeit eines dualen Studiums eröffnet und Toth festangestellt ist, kann auch nicht für alles aufkommen, was für ein deutsches Spitzenteam nötig ist. Seidensticker verweist auf einen speziellen Aspekt, aus dem eine Trotzreaktion deutlich werde. Waspo werde von den Verantwortlichen für den Leistungssport in Hannover „nicht unterstützt, sondern behindert und blockiert. Das hat in unserem Umfeld dazu geführt, dass es heißt: Dann unterstützen wir euch eben.“ So hätten Sponsoren auch bei der Verpflichtung von Jokic in die Tasche gegriffen. „Wir spüren viel Solidarität im Hintergrund“, sagt Seehafer.

Die wird auch weiterhin nötig sein. „Das Telefon steht nicht still“, sagt Seidensticker. „Wir sind bei Spielern, die sich sportlich und beruflich weiterentwickeln wollen, eine angesagte Adresse.“ Das hat auch mit Mundpropaganda zu tun; Jokic etwa hat sich bei Landsmann Bojan Paunovic, der seit einem Jahr für Waspo spielt, einiges über Hannover erzählen lassen. Er hat ihm anscheinend ziemlich viel Gutes berichtet.

Wohin das alles führt, darauf gibt es am 11. Oktober eine erste Antwort: Dann wird in Berlin der deutsche Supercup ausgespielt - gegen Spandau 04, die über Jahre schier Unbezwingbaren.

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