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Wie ein hannoverscher Amateurboxer Muhammad Ali traf

Verstorbene Boxlegende Wie ein hannoverscher Amateurboxer Muhammad Ali traf

Im Jahr 1982 traf der hannoversche Amateurboxer Manfred Makoru auf Muhammad Ali, den wohl größten Boxer aller Zeiten. Die Boxlegende führte Makoru nicht nur durch sein Haus in Beverly Hills, Ali schenkte dem Hannoveraner auch einen 1,20 Meter großen Pokal mit Gravur.

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Im Garten bei Ali: Manfred Makoru hütet dieses Foto wie einen Schatz. Es zeigt den Hannoveraner mit dem berühmtesten Sportler der Welt.

Quelle: oh

Hannover. Das Foto ist eine kleine Sensation. Und Manfred Makoru trägt es immer bei sich. Er hat es auf die Rückseite seiner Visitenkarte gedruckt. Das Foto zeigt den ehemaligen Amateurboxer vom BC Heros Eintracht Hannover Arm in Arm mit dem wohl größten Sportler der Geschichte: Muhammad Ali. Aufgenommen am 12. April 1982 in Los Angeles.

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Am Freitag verabschiedet sich die Welt von Ali. Um 9 Uhr Ortszeit beginnt ein Trauermarsch durch Alis Heimatstadt Louisville, danach wird er auf dem Cave Hill Friedhof beerdigt.

„Ich war so nervös“

Die Geschichte hinter dem Foto von Makoru beginnt 1980, bei einem Besuch von Ali in Essen. Makoru ist vor Ort, lernt den deutsch-amerikanischen Sportjournalisten und Ali-Vertrauten Ben Wett kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, auch, weil Wett wie Makoru hannoversche Wurzeln besitzt: Ben Wett war 1941 als Bernd Nass in der niedersächsischen Landeshauptstadt zur Welt gekommen und später in die USA ausgewandert. Wett verspricht, ein Treffen mit Ali zu organisieren.

Gesagt, getan. Am 10. April 1982 fliegt Manfred Makoru nach Los Angeles, zwei Tage später steht er morgens um 9.30 Uhr vor Alis Haustür in Beverly Hills. „Einfach unglaublich“, sagt Makoru. „Ich war so nervös.“

25. Februar 1964: Cassius Clay gewinnt mit einem K.-o.-Sieg in der 8. Runde über Sonny Liston (USA) in Miami Beach erstmals den WM-Titel. „Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste“, tönt er und tritt wenig später zum Islam über.

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Ali führt seinen Gast aus „Germany“ durchs Haus, zeigt ihm alle Zimmer. „Das war ein Palast“, erinnert sich Makoru. „Mindestens 30 Zimmer.“ Ali genießt es, seinen Gast zu unterhalten. Er spielt ein paar Lieder auf dem Flügel im Wohnzimmer, führt kleine Zaubertricks im Kaminzimmer vor. „Er ließ vor unseren Augen Tennisbälle verschwinden“, sagt Makoru. Im oberen Stockwerk der Villa befanden sich die Schlafzimmer. „Auf dem Flur stand eine Vitrine, in der ein Mantel von Elvis Presley hing“, erinnert sich der heute 70-Jährige. Der weiße, mit Edelsteinen besetzte Kampfmantel war ein Geschenk des „King of Rock ‘n’ Roll“ an Ali.

Ali nahm Makoru in den Arm

Auch Makoru hat an diesem Tag ein Gastgeschenk dabei. Einen 1,20 Meter großen Pokal mit Gravur: „Alles Gute für Muhammad Ali. Besuch aus Europa.“ Ali stellt den Pokal auf eine kleine Mauer im Garten, nimmt Makoru in den Arm - es ist der Moment, in dem das besagte Foto entsteht, das den Hannoveraner bis heute mit sehr großem Stolz erfüllt. Viel gesprochen wird an diesem Tag allerdings nicht. „Ali fragte mich, wie viele Kämpfe ich bereits bestritten habe und was meine größten Erfolge waren“, sagt Makoru. „Über sein Privatleben haben wir nicht geredet.“

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Ali ist damals 40 Jahre alt. Schon zu der Zeit gibt es Vorboten der Parkinson-Krankheit, die zwei Jahre später diagnostiziert wurde. Der „Größte“ spricht undeutlich. Gegen 18 Uhr macht sich Makoru wieder auf den Weg ins Hotel, plant sofort einen Gegenbesuch Alis in Hannover. „Es war alles vorbereitet“, sagt Makoru. Er hatte ein erstes Konzept entworfen und Sponsoren an Land gezogen. Ali aber sollte nie nach Hannover kommen. „Ein paar seiner Sponsoren wollten zu viel Geld haben, vor allem Capri-Sonne“, erinnert sich Makoru. „Aber das macht nichts. Ich hatte meinen großen Glückstag ja schon am 12. April 1982.“

Trauerfeier in Louisville

 Der amerikanische Schauspieler Will Smith, der die verstorbene Box-Legende Muhammad Ali im Film „Ali“ spielte, und der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis zählen zu den Sargträgern bei Alis Beerdigung am Freitag. Die weiteren sechs Sargträger sind zwei Cousins von Ali sowie dessen Neffe, dessen Schwager, dessen langjähriger Freund John Ramsey und der Bruder seines früheren Sparringpartners Jimmy Ellis.

Ali war vor einer Woche im Alter von 74 Jahren in Phoenix (Arizona) gestorben. Seit Tagen nehmen Menschen in Alis Heimatstadt Louisville im Staat Kentucky Abschied vom legendären Boxer. Die kostenlosen 15.000 Tickets für die Trauerfeier im Yum-Center in der 700.000-Einwohner-Gemeinde Louisville waren binnen einer Stunde vergriffen. Den Höhepunkt bildet vor der Beerdigung ein Trauerzug durch die Stadt, der an bedeutenden Orten aus Alis Leben vorbeiführen soll: Alis Geburtshaus und die Freedom Hall, in der er bis 1961 fünf Kämpfe gewann, gehören ebenso dazu wie das Ali-Museum und die Central High School, in der der junge Cassius Clay einst die Schulbank drückte.

Neben Reden von Alis Witwe Lonnie, Alis ältester Tochter Maryum und Freund Ramsey werden bei der Trauerfeier auch Reden des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, des Komikers Billy Crystal und des Sportjournalisten Bryant Gumbel erwartet.

An prominenten Gästen sollen der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Jordaniens König Abdullah II. dabei sein. Amerikas Präsident Barack Obama wird am Freitag fehlen. Barack und Michelle Obama sind zur selben Zeit Ehrengäste bei der Schulabschlussfeier ihrer ältesten Tochter Malia in Washington. Polizei und Secret Service sind am Freitag in allerhöchster Alarmbereitschaft. Insgesamt wurden mehr als 2000 zusätzliche Sicherheitskräfte nach Louisville abkommandiert.     

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