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Wirtschaft Bahn kauft weitere ICE-Züge und Wagen für eine Milliarde Euro
Nachrichten Wirtschaft Bahn kauft weitere ICE-Züge und Wagen für eine Milliarde Euro
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19:03 27.09.2018
ICE-Züge im Hauptbahnhof München: In einigen Fällen mussten Fahrgäste aus den überfüllten Wagen gewiesen werden. Quelle: Matthias Balk/dpa
Berlin

Die Deutsche Bahn bestellt mehr Fernzüge, um mit der steigenden Auslastung Schritt zu halten. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat zusätzliche Investitionen von einer Milliarde Euro bis 2024 freigegeben. Mit dem Geld will die Bahn 18 weitere ICE-4-Züge kaufen und 50 bestellte ICE 4 mit zusätzlichen Waggons verlängern.

Auf viel genutzten Fernstrecken zwischen Großstädten verschärfen sich seit Jahren die Probleme mit überfüllten Zügen, weil die Fahrgastzahlen steigen und die Bahn teils mit sehr günstigen Preisen lockt. In einigen Fällen wurden bereits Fahrgäste zwangsweise aus den Zügen gewiesen, weil die Wagen so voll waren, dass die Züge nicht abfahren konnten.

Der ICE 1 wird aufgemotzt

„Mit diesen zusätzlichen Investitionen machen wir die Schiene noch attraktiver“, sagt Bahnchef Richard Lutz. Den Fahrgästen verspricht er „mehr Platz, mehr Komfort und ein größeres Angebot“.

Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis alle 137 bestellten ICE-4-Züge auf der Schiene unterwegs sein werden. Nach derzeitigem Stand soll im Jahr 2025 der letzte Zug aus dem ICE-Werk in Krefeld rollen. Bisher hatte der Konzern 119 ICE 4 für 5,3 Milliarden Euro bei Siemens geordert, davon 100 zwölfteilige und 19 siebenteilige ICE.

Dazu kommen nun noch einmal 18 kürzere Züge mit je sieben Wagen, die auch zu längeren Zügen gekoppelt werden können. Zudem werden 50 der 100 bereits bestellten langen ICE 4 um einen auf dann 13 Wagen verlängert. Zusammen investiert die Bahn dafür 700 Millionen Euro.

Züge könnten schneller werden

Der zusätzliche Wagen soll jeweils ein sogenanntes Powercar mit Antrieb sein. Wie schon beim ICE 3 sind die Elektromotoren unter den Fahrgastwagen verteilt, und es gibt vorne kein Triebfahrzeug mehr. Mit dem zusätzlichen Schub können die Züge schneller fahren und Steigungen besser überwinden. Die Bahn prüft derzeit, ob die Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 265 Stundenkilometer erhöht wird.

Weitere 320 Millionen Euro wird die Bahn in die nochmalige Modernisierung der betagten ICE-1-Flotte stecken, die 1991 den Betrieb aufgenommen hatte und nun bis 2030 fahren soll. Die Züge erhalten unter anderem neue Sitzbezüge und Teppichböden, wie der Konzern mitteilte. Außerdem sollen sie mit einem modernen Fahrgast-Informationssystem sowie einer verbesserten Antriebstechnik ausgestattet werden. So soll auch die bisher knappe Reserveflotte ausgebaut werden.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Pläne des Konzerns. „Das ist angesichts der vielen Engpässe im Bahnverkehr dringend nötig, kommt aber reichlich spät“, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann dieser Zeitung. Die Kapazitätsnot sei schon lange absehbar gewesen, der ICE 1 mittlerweile ziemlich betagt.

Von Thomas Wüpper

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