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250.000 Menschen erhalten erstmals Pflegeleistungen

Reform 250.000 Menschen erhalten erstmals Pflegeleistungen

Als Folge der Pflegereform haben bis Ende Oktober deutlich mehr Menschen als erwartet erstmals Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Das ergibt sich aus neuen Zahlen des Medizinischen Dienstes.

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Mit der Reform war zu Jahresbeginn ein neues Begutachtungssystem mit fünf Pflegegraden anstelle der bis dahin geltenden Pflegestufen eingeführt worden.

Quelle: dpa

Berlin. Als Folge der Pflegereform haben bis Ende Oktober 250.000 Menschen in Deutschland erstmals Leistungen der Pflegeversicherung erhalten – deutlich mehr als erwartet. Das ergibt sich aus einem Vergleich zu den Zahlen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016, wie der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbands (MDS) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bestätigte.

Mit der Reform war zu Jahresbeginn ein neues Begutachtungssystem mit fünf Pflegegraden anstelle der bis dahin geltenden Pflegestufen eingeführt worden. Das Bundesgesundheitsministerium war im Herbst 2016 von kurzfristig 200.000 Menschen ausgegangen, die als Folge der Reform erstmals Pflegeleistungen erhalten würden. Mittelfristig, so die Prognose damals, könnten es bis zu 500.000 werden.

Mehr pflegebedürftige Menschen anerkannt

„Die Pflegereform und die damit verbundene Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs war ein wichtiger und richtiger Schritt“, sagte MDS-Geschäftsführer Peter Pick dem RND. „Insgesamt werden nun mehr pflegebedürftige Menschen anerkannt, und sie erreichen durch die neue Pflegebegutachtung höhere Pflegegrade.“ Menschen mit gerontopsychiatrischer Einschränkung wie etwa Demenz und Menschen mit hohem krankheitsbedingten Unterstützungsbedarf würden früher Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. „Durch die neue Pflegebegutachtung werden zudem höhere Pflegegrade und bessere Leistungen erreicht“, sagte Pick.

Nach MDS-Angaben sind von Januar bis Ende Oktober mehr als 1,27 Millionen Versicherte nach dem neuen Verfahren begutachtet worden. Bei 1,098 Millionen wurde einer der fünf neuen Pflegegrade empfohlen. Die Ablehnungsquote lag damit bei 13,3 Prozent. Bei den bewilligten Anträgen wurde in 284 646 (43,1%) Fälle der neue Pflegegrad 2 empfohlen, bei 196 514 Versicherten (29,8%) Pflegegrad 1. Darüber hinaus habe man 268.000 Versicherte begutachtet, die noch vor dem Reformstart Anfang 2017 ihren Antrag gestellt hatten. Sie seien automatisch in einen der fünf Pflegegrade übergeleitet worden, so eine MDS-Sprecherin.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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