An den Standorten Zuffenhausen, Weissach und Ludwigsburg versammelten sich insgesamt 6000 Mitarbeiter, wie der Porsche-Betriebsrat in Stuttgart mitteilte. Piëch blieb einer Sitzung des Porsche-Aufsichtsrates im nahe gelegenen Weissach fern.
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sprach am Entwicklungsstandort Weissach vor der dortigen Belegschaft, wie der Porsche-Betriebsrat mitteilte. Die Rede wurde demnach an das Stammwerk in Zuffenhausen und den Standort Ludwigsburg übertragen. Zum Inhalt der sogenannten Informationsveranstaltung wollte der Betriebsrat keine Angaben machen, da es sich um eine „interne Veranstaltung“ gehandelt habe. Die Belegschaft protestierte gegen eine mögliche Übernahme des traditionsreichen Stuttgarter Unternehmens durch Volkswagen.
Piëch war am Montag zu der Porsche-Aufsichtsratssitzung erwartet worden, nahm jedoch den Angaben eines Porsche-Sprechers zufolge nicht teil. Die Stimmung zwischen VW und Porsche hatte sich am Wochenende verschärft. Die Gespräche über eine mögliche Fusion liegen derzeit auf Eis. VW wirft Porsche vor, Übernahmegelüste des Wolfsburger Autobauers zu beklagen, ursprünglich aber angesichts seiner schwierigen Finanzlage selbst um eine Übernahme durch VW gebeten zu haben.
Ursprünglich hatte Porsche den deutlich größeren VW-Konzern übernehmen wollen, war dadurch aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Porsche-Eigentümer streben daher nun eine Fusion mit Volkswagen an. Im Gespräch ist aber auch eine umgekehrte Übernahme des Sportwagenbauers durch VW.
Wie Porsche-Betriebsratschef Hück erklärte, hätten Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sowie Porsche-Miteigentümer und Piëch-Bruder Michel Piëch „zugesichert, dass Porsche eigenständig bleibt“. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch seien „stark genug“, die Eigenständigkeit von Porsche zu garantieren. Die Familien stünden „voll hinter der Belegschaft“, die Arbeitsplätze der Porsche-Belegschaft seien sicher. Ein VW-Sprecher sagte, es sei „noch völlig offen“, wann die beiden Konzerne ihre Gespräche über eine mögliche Fusion fortsetzen. Zuvor hatte VW ein für Montag vereinbartes Fusions-Treffen mit Porsche abgesagt.
Unterdessen berichtete die „BILD“-Zeitung, dass Porsche bei der Anschlussfinanzierung für einen Milliarden-Kredit in Zeitnot gerät. Das Unternehmen habe nur noch zwei Wochen, um Kreditlinien von mehr als einer Milliarde Euro zu verlängern, berichtet das Blatt (Montagsausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Spätestens Ende Mai müsse die Anschlussfinanzierung stehen. Komme die Finanzierung nicht zustande, werde die Lage für Porsche äußerst ungemütlich. Dann drohe ein „gefährlicher Liquiditätsengpass“, zitiert die Zeitung eine mit den Vorgängen vertraute Person. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Sportwagenhersteller einen Antrag auf Staatskredit prüft.
afp
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Kommentare
Musst Du nun auch wandern - such Dir einen Andern... DEW – 18.05.09
Wieso der Wedeking den ganzen Volkswagenanteil nicht einfach verkauft, 50,8 %, Porsche hat nur 18 Mrd. Euro dafür bezahlt, 33 sind sie augenblicklich wert, vielleicht findet sich ein Investor oder Konsortium, dass ihm 25 oder gar 28 Mrd. € bezahlt! Alle Probleme gelöst, Schulden bezahlt, Zinsen fallen keine mehr an und ein großer Betrag bleibt in der Kasse. Damit kann er dann Opel kaufen - dafür langt das Ersparte!